Huainigg: GuKG-Novelle im Nationalrat verabschiedet

Lebensbedürfnissen behinderter Menschen wird Rechnung getragen

Parlament
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Als Lösung im Sinne der Betroffenen bezeichnet Dr. Franz-Joseph Huainigg, ÖVP-Sprecher für Menschen mit Behinderungen, die im Nationalrat beschlossene Novelle des Gesundheits- und Krankenpflegegesetzes.

„Mein Dank gilt dabei auch den Hilfsorganisationen wie Lebenshilfe, Caritas, Diakonie, dem Dachverband der Wiener Sozialeinrichtungen und dem ÖVP-Gesundheitssprecher Dr. Erwin Rasinger – sie alle haben sich engagiert und konstruktiv in die Diskussion um den Gesetzesentwurf eingebracht“, sagt Huainigg.

„BetreuerInnen kleinstrukturierter Wohngruppen sollen künftig die BewohnerInnen nach entsprechender Ausbildung bei alltäglichen Pflegetätigkeiten unterstützen dürfen. Bisher war das nicht möglich“, erklärt Huainigg und schildert wie lebensfremd die gesetzliche Situation bislang gestaltet war: Behindertenbetreuern war es rechtlich nicht möglich, die Bewohner bei alltäglichen Pflegetätigkeiten wie dem Duschen, dem Gang zur Toilette oder bei der Nahrungsaufnahme zu unterstützen.

„Wenn bislang darauf gepocht wurde, dass nur eine ausgebildete Pflegefachkraft diese Tätigkeiten durchführen darf, ist für mich offensichtlich, dass nicht das Wohl der Betroffenen, sondern berufsständisches Denken im Vordergrund stand“, sagt Huainigg.

Er begrüßt daher, dass die GuKG-Novelle den Behindertenbetreuern den Zugang zum „Ausbildungmodul Basisversorgung“ ermöglichen soll. Diese Weiterbildungsmöglichkeit hinsichtlich einfacher Pflegetätigkeiten war auf Bestreben einzelner Interessensvertreter aus dem ursprünglichen Begutachtungsentwurf des Gesundheitsministeriums gestrichen worden.

Der nun im Parlament beschlossene Abänderungsantrag schafft die gesetzliche Grundlage für die Durchführung von Pflegetätigkeiten im Einzelfall mit begleitender, in regelmäßigen Intervallen auszuübender Kontrolle für betreute Wohngruppen mit maximal zwölf Bewohnern. Die Tätigkeit der Pflegehilfe ist dabei entsprechend zu dokumentieren und Grundlage für die Durchführung pflegerischer Maßnahmen muss ein, vom gehobenen Dienst für Gesundheits- und Krankenpflege erstellter schriftlicher Pflegeplan sein.

Noch offen ist aus Sicht von Behindertensprecher Franz-Joseph Huainigg die Delegationsmöglichkeit von Pflegefachkräften an Behindertenbetreuer bei medizinnahen Pflegetätigkeiten – etwa beim Katheterisieren oder Absaugen einer Beatmungskanüle. Dies dürfen seit der letzten GuKG-Novelle 2008 nicht nur pflegende Angehörige, sondern auch persönliche Assistentinnen und Personenbetreuer im Rahmen der 24-Stunden-Betreuung nach entsprechender Einschulung und unter Aufsicht der Pflegefachkräfte durchführen.

„Dies muss auch in kleinstrukturierten, betreuten Wohngemeinschaften möglich sein und würde die Lebensqualität von behinderten Menschen verbessern, da sie trotz Pflegebedarfs in familienähnlichen Strukturen leben können – bei gleichzeitiger Sicherstellung der Qualität der Pflege“, erklärt Huainigg abschließend.

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0 Kommentare

  • Liebe Frau Hauser,
    Sie meinten:
    es ist bedauerlich wenn Sie meine Zeilen stets als Angriff oder gar Attacken verstehen, ich denke aber dass es nicht an mir liegt dies in ihrem Verständnis
    zu verrücken sondern an Ihnen.
    Bis zu Ihrem letzten Posting und Ihrer konkreten Anfrage an Charlotte Lichtenauer war es tatsächlich so. Sie haben sich weit über allen Anderen erhoben präsentiert und das ist nun einmal Aggression.
    Sie fahren fort wie folgt:
    Zumindest ist es mir kein weiteres Bedürfnis mich über einen Punkt hinaus zu erklären, der offensichtlich keine Reflexion ermöglicht,dazu fehlen mir auch
    wertvolle Zeit und Energie die es mir wertvoller erscheint sinnvoller zu investieren und auf fruchtbaren Boden statt auf Verbitterung zu stoßen.
    Auf Verbitterung stoßen Sie bei mir keinesfalls, das können Sie mir glauben. Ich schätze lediglich ein so abgehobenes Verhalten nicht, das war es und auf das zu reagieren, hierfür leiste ich mir meine Energie sehrwohl. .
    herzliche Grüße und alles Gute
    Gertrude Sladek

  • liebe barbara,
    das passt jetzt nicht mehr hierher, wir können privat weiter kommunizieren. lg charlotte

  • Liebe Charlotte,
    die einzigen Informationen die ich über eure Katja erhalten habe waren die mehrmaligen Versuche während der letzten vier Wochen Rehab und der Zeit die sich ebendort geboten hat, Katjas Homepage zu erlesen.
    Mit und ohne Passwort.

    Es fiel mir immer wieder schwer, ich habe es immer wieder versucht und bin wahrscheinlich auch immer wieder gescheitert, weil mir inhaltliche Details unklar waren und ich es abermals aufgegeben habe.
    Darum habe ich auch mehrfach versucht Kontakt aufzunehmen und diverse Details zu erfragen.
    Wenn du konkretisieren würdest, wo genau fehlt es und was benötigt ihr als Familie für Katja und für euch?
    Welche Rahmenbedingungen für eine Fremdunterbringung sind euch wichtig, geht es um einen konkreten Lösungsansatz oder um das Klagen, das durchaus seine Berechtigung hat, lediglich einen völlig anderen Denkansatz darstellt.
    Liebe Grüße
    Barbara

  • Liebe Frau Sladek,
    es ist bedauerlich wenn Sie meine Zeilen stets als Angriff oder gar Attacken verstehen, ich denke aber dass es nicht an mir liegt dies in ihrem Verständnis zu verrücken sondern an Ihnen.
    Zumindest ist es mir kein weiteres Bedürfnis mich über einen Punkt hinaus zu erklären, der offensichtlich keine Reflexion ermöglicht,dazu fehlen mir auch wertvolle Zeit und Energie die es mir wertvoller erscheint sinnvoller zu investieren und auf fruchtbaren Boden statt auf Verbitterung zu stoßen.

    herzliche Grüße und alles Gute
    Barbara Hauser

  • Frau Hauser,
    Sie meinten:
    über den Hinweis dass ich scheinbar aus dem Paradies heraus schreibe oder direkt aus einer Parteizentrale heraus, musste ich wirklich herzhaft schmunzeln.
    Ich muss jetzt aber auch schmunzeln, nachdem ich es weiss, aus welchem Paradies Sie tatsächlich schreiben und keine Sorge, ich gönne Ihnen Ihr Paradies;-)!.
    Zuvor, als ich das schrieb, spürte ich es lediglich intuitiv.
    Nur dürfen Sie bei aller Selbsthilfe es auch niemals ausser Acht lassen, dass Andere eben nicht in solch nem Paradies leben (siehe die neu hinzugekommenen Kommentare von Charlotte Lichtenauer).

    Sie fahren fort:
    Existenziell hatte ich nie das Gefühl mit den zur Verfügung stehenden Mitteln nicht auszukommen oder dass meine Kinder zu kurz kamen, im Gegenteil, ich
    sah hier schon einige Vorzüge gegenüber anderen einst alleinerziehenden Müttern die keinerlei Unterstützungen zur Pflege oder Betreuung ihrer Kinder bekamen
    Auch das kann ich jetzt sehr gut nachvollziehen.

    Lediglich auf eine Diskussion hierüber möchte ich mich eigentlich nicht einlassen, so es mich dann schon in den Fingern jucken könnte verschiedenste Realitätsverweigerungen
    aufzuzeigen.
    Euje, unterlassen Sie es bitte lieber, Ihrem Jucken in den Fingern nachzugeben.

    Inhaltlich bin ich aber jederzeit bereit Hilfen aufzuzeigen oder zu erarbeiten, anzubieten .
    Das wäre schön, denn das ist nützlicher, als Andere zu attackieren. Hierzu leben wir eigentlich: Einander zu unterstützen und beizustehen.

    Parteizentrale;-):
    Na, vielleicht kommt das ja auch noch. Wenn man sich dort richtig einbringt, kann ja auch das positiv sein.
    Alles Liebe, Frau Hauser!

  • 1/3 hallo barbara,
    es tut mir leid, dass du viele hintergrundinformation nicht hast (oder vielleicht von falscher quelle?), sonst würdest du vermutlich manches anders sehen.
    wir sind kein einzelfall, aber gehören zu den wenigen, die überhaupt in der lage sind, noch in einem forum überhaupt aktiv zu sein.
    unsere tochter ist kein kind mehr, sondern bereits 21 jahre alt, trotzdem ein entwicklungsalter unter 3 mon, (kann nicht sprechen und nicht alleine essen, magensonde, epilepsie) dazu schwere körperliche defizite (tetraspastik). sie ist auch nicht (mehr) unser pflegekind seit ihrem 18. lebensjahr, wir hatten eine gute absicht, als sie 16 jahre alt war, und wir sie in eine vom land nö hochselbstgelobten „besten einrichtung niederösterreichs“ gaben. dort arbeitete man keineswegs nach dem österreichischen GuKG, nicht mal nach den prinzipien, die mit der GuKG novelle 2009 auf schwerstbehinderte menschen losgelassen werden.
    sie wurde dort nach 7 wochen am 4. 4. 2005 um 17 h rausgeworfen mit der androhung, wenn wir sie nicht unverzüglich holen, kommt sie ohne unser einverständnis in ein anderes pflegeheim. wir haben sie nachts noch geholt, das würde jeder tun. Die nö sozialabteilung hat diesen ungesetzlichen rauswurf gutgeheissen. So nebenbei hat der einrichtungsleiter sogar hinter unserem rücken dem pflegschaftsrichter mittels verleumdungen nahegelegt, katja als 18jährige in einer seiner einrichtungen unterzubringen und uns die sachwalterschaft zu verweigern, sondern jemandem zu geben, welche mit den einrichtungen kooperieren!!

  • 2/3 Für uns war dies mehr als sittenwidrig, rechtswidrig und amtsmissbräuchlich. seither sind wir genötigt, katja wieder daheim zu betreuen.
    das letzte sonderschuljahr wurde ihr verboten, wir wissen nicht warum. beruflich mussten mein mann und ich alle projekte aufgeben (selbständiger netzwerktechniker), es gab und gibt in unserer umgebung keinen öffentlichen platz, wo katja ohne schaden tagsüber sein könnte. seit kurzem gibt es allerdings eine basale gruppe der lebenshilfe mit 6 schwerstbehinderten bei 2 zivildienern. das wäre für katja unzumutbar, ja sogar gefährlich und verantwortungslos!
    zum thema urlaub: wir haben uns heuer als jahresurlaub 3 tage mit katja in einer therme in oö gegönnt.
    für uns war es arbeit rund um die uhr, aber da würde keine behörde etwas dazuzahlen!
    wir kennen diverse urlaubsaktionen diverser „anerkannter“ anbieter. einmal mussten wir katja von tirol bereits nach drei tagen heimholen, weil sie so schlecht beinand war, dass es eine katastrofe war.
    ich kann keine experimente mehr zulassen, so nach dem prinzip: versuch mal dies oder jenes. wenn ich nicht von vorne herein überzeugt bin, dass gewisse punkte gewährleistet sind, überlasse ich katja niemandem mehr (einige punkte sind: hygiene, ernährung, keine reizüberflutung, personal, welches erfahrung mit schwerstbehinderten menschen und langzeitrehapflege hat, liebesfähigkeit, der wille, auf katjas bedürfnisse einzugehen und uns als experten für sie akzeptieren.

  • 3/3 eltern sind unterhaltspflichtig für ihr kind. aber für die behinderungsbedingten aufwändungen darf man nicht die eltern in die pflicht nehmen (unzulässige diskriminierung aufgrund behinderung). bei pflegekindern sind es die pflegeeltern übrigens auch nicht. trotzdem blieben wir neben vielen anderen kosten damals auf 24.000,- ATS sitzen, kosten für die fachärztlich verordnete musiktherapie wurden nicht übernommen, weil unser wiener pflegekind bei einer oö musiktherapeutin (wo wir halt wohnen) war und diese keinen vertrag mit der ma 15 (wie denn auch?) hatte. auch licht ins dunkel lehnte die kostenübernahme ab.
    gerecht finde ich es auch nicht, dass in nö von der sozialabteilung vorgeschrieben wird, wer katja betreuen darf. ein freiberuflicher DKGP, hat pflegewissenschaft studiert, intensivausbildner, wurde abgelehnt, weil er nicht in einer VON DER NÖ LANDESREGIERUNG anerkannten einrichtung arbeitet. da greift man sich doch schon aufs hirn, oder? das von uns schwer erkämpfte betreuungsbudget für katja behält sich monat für monat die GS5 zum grössten teil zurück, wir können es fast nicht nützen und wissen trotz mehrmaliger anfragen immer noch nicht, was mit diesem geld geschieht.
    das pflegeheim, welches katja und andere klienten schlecht und gefährdend betreut hat, bekam monatlich tausende euro für intensivpflege (ohne das GuKG einzuhalten!!) bezahlt.
    Seit katja und andere schwerst mehrfachbehinderte bewohner von ihren eltern wegen der unhaltbaren zustände dort wieder zuhause betreut werden, sinkt die pflegestufe auf pg 7 (in nö heimen gibt’s die besondere stufe 8 für intensive pflegebedürftrigkeit) und der marktwert der pflege auf ein viertel! Obwohl jeder fachexperte bestätigen könnte, dass die pflege und betreuung zuhause durch angehörige (bei diesen fällen jetzt) weitaus besser ist als dort in dieser tollen nö. einrichtung!
    solange die un- behindertenrechtskonvention bei uns nicht umgesetzt wird, wird es keine gerechtigkeit geben.

  • Liebe Frau Hauser,
    Das kann ich nicht unkommentiert lassen:
    Sie leiten ein:
    ich möchte, wie Sie die in ihrem letzten Satz auch betonen, auch zu bedenken geben dass ( behinderte ) Menschen ebenso unterschiedlichste Bedürfnisse haben
    und dass hierbei einer Wertung wie Sie diese vornehmen in “ weniger behindert“ oder “ nicht so sehr behindert wie andere “ ungerechtfertigt sind.
    Was ist hierbei bittesehr ungerechtfertigt? Das ist ein Faktum.
    Sie weiter:
    Ich wage zu behaupten dass ein behindertes Kind in Pflegegeldstufe sieben weniger kräftezehrend zu betreuen ist als ein behindertes Kind in Stufe vier,
    das zusätzlich zur geistigen Retardation und den körperlich massiven Einschränkunegn auch noch stets den Drang hat davonzulaufen oder eine Kettenreaktion
    an für Erwachsene unverständlichen Handlungen setzt, die den Alltag massivst erschweren.
    Deshalb wurden Sie glücklicherweise ja auch schon entlastet.
    Sie meinten weiter:
    Hierbei verstehe ich diese „Wertung“ demnach nicht ganz.
    Und noch einmal: Es war keine Wertung, das ist Fakt.

    Dass ein pflegender Angehöriger automatisch existenziell gefährdet scheint, wage ich zu bezweifeln, obgleich ich aus meiner Arbeit in der Selbsthilfegruppe
    seit 10 Jahren Einzelschicksale kenne, wo alleinerziehende Mütter mit weitern (Kleinst) kindern übrig geblieben sind und es sehr schwierig wurde, auch
    die berufliche Sicherheit zu erreichen neben Sonderkindergarten, Kindergarten, Sonderpädagogischem Zentrum und Fremdunterbringungen.
    Es geht in der gegenständlichen Debatte ja um die Einzelschicksale, das ist sichtlich etwas, das Sie nicht verstanden haben.
    Weiter bei Ihnen:
    Aber teilen diese Mütter das Schicksal nicht mit vielen anderen Frauen nichtbehinderter Kinder, die finanzielle Unterstützen nichtmal ansatzweise kennen
    wie uns diese ermöglicht werden?
    Damit befinden Sie sich zweifellos im Recht.

  • @Anonym/Barbara Hauser!
    Zu Ihrem für heute vermutlich abschließenden Feuerwerk:
    Weshalb haben Sie den Forumsmitgliedern diesen Vorschlag nicht gleich unterbreitet und weshalb mussten Sie, wenn Sie sichtlich ja ach so glücklich mit allem sind, Andere so attackieren? Manche benötigen eben das Instrumentarium der Provokation, um ihre Abgeklärtheit zu einem späteren Zeitpunkt zum Besten geben zu können.

  • Noch eines möchte ich zum Feuerwekt hinzufügen ( abschließend für heute, ich verspreche es )
    Mein „Paradies“ sind die Therapeutischen Gemeinschaften TG, bei und mit denen ich eine wirklich unglaublich wertvolle Verbundenheit an Menschen gefunden habe, die mich ganz tief in der Seele berührt und deren philosophische und psychotherapeutische Grundhaltung mir zusagt.

    Kein großer Verein, keine politische Abhängigkeit, nicht weisungsgebunden, transparent und durchsichtig, keine bezahlten Helferleins im Hintergrund die Öffentlichkeitsarbeit betreiben, ausreichend Gelder für Plakataktionen, Werbeeinschaltungen und divsere andere Plattformen nützen können , keine Hierarchie und ausschließlich hoch engagierte Menschen mit sozialer Verantwortung und Qualifikationen, die mir gefallen.

    Hier habe ich mich gerne angeboten, hier konnte ich mit bestem Gewissen JA sagen einem gemeinsamen Projekt und hier habe ich erfahren was es heisst, ein aktives Miteinander zu gestalten.

    Sollte jemand Interesse zeigen mitzugestalten, würde ich mich selbstverständlich sehr darüber freuen.

    Liebe Grüße
    Barbara Hauser
    http://therapeutische-gemeinschaften.at
    http://schnittstellen.cc

  • Frau Sladek,
    über den Hinweis dass ich scheinbar aus dem Paradies heraus schreibe oder direkt aus einer Parteizentrale heraus, musste ich wirklich herzhaft schmunzeln.

    Ja, es ist wahr, ich habe mir ein Paradies an Möglichkeiten erarbeitet Schwächeren – denen das Glück nicht so sehr in den Schoß gefallen ist wie Sie meinen – zu helfen sogut ich das kann.

    Neben der Betreuung meiner Kinder die sehr viel an Therapien, Rehabaufenthalten und Förderungen brauch(ten), hatte ich einen sehr großen Reichtum, nämlich Zeit die übrig blieb und die ich gerne sinnvolll genützt habe.

    Existenziell hatte ich nie das Gefühl mit den zur Verfügung stehenden Mitteln nicht auszukommen oder dass meine Kinder zu kurz kamen, im Gegenteil, ich sah hier schon einige Vorzüge gegenüber anderen einst alleinerziehenden Müttern die keinerlei Unterstützungen zur Pflege oder Betreuung ihrer Kinder bekamen .

    Realitätsfremd würde ich mich in meiner Selbsteinschätzung nicht sehen, aber das überlasse ich selbstverständlich dem Leser, derer es ebenso unterschiedliche geben wird die ausreichend/ zu wenig an Zeit, Geld, Kraft, Freunden, Hilfen und Ressourcen haben werden.
    Lediglich auf eine Diskussion hierüber möchte ich mich eigentlich nicht einlassen, so es mich dann schon in den Fingern jucken könnte verschiedenste Realitätsverweigerungen aufzuzeigen.

    Inhaltlich bin ich aber jederzeit bereit Hilfen aufzuzeigen oder zu erarbeiten, anzubieten .
    Mir reicht das Aufstehen und Demonstrieren um wieviel leichter es geht nämlich nicht als Schritt in die richtige Richtung.

    Den Hinweis mit der Aktivität direkt aus der Parteizentrale heraus fand ich zum Schmunzeln, so ich mich hierbei ( leider) bisher noch an keine Nähe herangetastet habe, reizvoll fände ich es allerdings schon um zu bewegen anstatt aufzustampfen, dass das Leben behinderter Menschen voller Ungerechtigkeiten steht.
    Dazu empfinde ich es als zu wertvoll.












  • Liebe Frau Sladek,

    ich möchte, wie Sie die in ihrem letzten Satz auch betonen, auch zu bedenken geben dass ( behinderte ) Menschen ebenso unterschiedlichste Bedürfnisse haben und dass hierbei einer Wertung wie Sie diese vornehmen in “ weniger behindert“ oder “ nicht so sehr behindert wie andere “ ungerechtfertigt sind.

    Ich wage zu behaupten dass ein behindertes Kind in Pflegegeldstufe sieben weniger kräftezehrend zu betreuen ist als ein behindertes Kind in Stufe vier, das zusätzlich zur geistigen Retardation und den körperlich massiven Einschränkunegn auch noch stets den Drang hat davonzulaufen oder eine Kettenreaktion an für Erwachsene unverständlichen Handlungen setzt, die den Alltag massivst erschweren.

    Hierbei verstehe ich diese „Wertung“ demnach nicht ganz.


    Dass ein pflegender Angehöriger automatisch existenziell gefährdet scheint, wage ich zu bezweifeln, obgleich ich aus meiner Arbeit in der Selbsthilfegruppe seit 10 Jahren Einzelschicksale kenne, wo alleinerziehende Mütter mit weitern (Kleinst) kindern übrig geblieben sind und es sehr schwierig wurde, auch die berufliche Sicherheit zu erreichen neben Sonderkindergarten, Kindergarten, Sonderpädagogischem Zentrum und Fremdunterbringungen.

    Aber teilen diese Mütter das Schicksal nicht mit vielen anderen Frauen nichtbehinderter Kinder, die finanzielle Unterstützen nichtmal ansatzweise kennen wie uns diese ermöglicht werden?

    Ich habe zudem geschrieben dass ich -aus welchem Grund auch immer – bisher stets das große Glück hatte bei meinen Kindern positive Erfahrungen machen zu dürfen.
    Es ist mir nicht fremd dass es negative Erfahrungen gibt.

    Es ist mir allerdings unklar, was durch zahlreiche Positings am Tag in verschiedenstenn Plattformen tatsächlich erreicht werden soll, sofern mir der Inhalt noch immer nicht nachvollziehbar erscheint, ich verstehe nicht worum es tatsächlich geht und würde mich sehr über Aufklärung freuen.

  • Sehr geehrte Frau Hauser,
    Ich habe mir jetzt Ihr sprichwörtliches „Feuerwerk“ eingehender zu Gemüte geführt und kam für mich zu folgendem Schluss:
    ich muss schon sagen: Zwei behinderte Kinder und selbst so
    massiv in der Behindertenbewegung aktiv,
    Ich weiss es nicht, wie Sie all das bewerkstelligen und auf einen Nenner brringen können. Auf alle Fälle: Hut ab.
    Sie haben jedoch vermutlich das Glück, dass
    a) Ihre beiden Kinder nicht so schwer behindert sind, wie dies bei Katja der Fall ist,
    b) dass sie sichtlich für ihre Kinder – was ja jedem zu wünschen ist –
    das geeignete unterstützende Netz mit verantwortungsbewussten Fachkräften gefunden haben und
    c) dass sie hierzu auch noch finanziell bestens abgesichert zu sein
    scheinen, wie Sie dies ja im unmittelbaren Vorposting deponiert haben. .
    So schreibt es sich naturgemäß viel viel leichter und alles klingt ja
    so, als würde es aus einem Paradies oder aus einer Parteizentrale heraus geschrieben werden.
    Leider weiss es jedoch auch jeder Realist sehr genau, wie ich dies bereits vorgestern zu diesem Thema im Forum schrieb, dass jede Situation eine individuelle ist, und zwar in jeglicher Hinsicht!

  • Bitte das war ich, kein Anonymer!!
    Aber ich komm mit dem Forum hier nicht ganz zurecht wie ich es mir wünschen würde.

    der Anonyme vom letzten Mal war ich aber nicht


    „Und um die von dir angesprochene existentielle Vernichtung von pflegenden Familien aufzugreifen fragt ich mich, wie das gemeint ist.
    erhöhte Kinderbeihilfe, Pflegegeld, je nach Pflegeaufwand bis zu 1500 Euro pro Monat, in weiterer Folge Sozialhilfe für den Betroffenen selbst, Grundsicherung kommt, was genau ist es, was die familiäre Existenz zerstört?

    Ich denke dass in vielen Fällen Angehörige behinderter Kinder ( als mir sehr gut bekannte Beispiele) durchaus existieren können. Urlaube werden finanziell unterstützt, in Wien gibt es sogar Gratisurlaube der Jugendwohlfahrt, von diversen anderen Organisationen Urlaube mit geringem Selbstkostenzuschüssen und so die Betreuung, Pflege und Versorgung durch Angehörige nicht mehr gegeben ist, springt die Sozialhilfe ein bei Fremdunterbringung, die Abteilung GS5 übernimmt die Tagsätze, die Kosten der Angehörigen sind gering “

    aber gut so, denn einfügen würde ich noch finazille Hilfe wie Gratiskindergärten und Sonderschulen, Therapien großteils durch Krankenkassen finanziert, Reha Aufenthalte die durch Sozialversicherungsträger finanziert werden, Heilbehelfe, Rollstühle, Krücken, Schienen, Pawlik Bandagen, Windeln, Einlagen, und bitte um nicht ganz zu vergessen, dass Eltern ja unterhaltspflichtig gegenüber ihren Kindern sind.
    Warum sollte hier der Staat für alle zusätzlich anfallenden Kosten, die scheinbar weder von den Eltern, der erhöhten Familienbeihilfe, dem Pflegegeld, der Sozialbeihilfe und später der Grundsicherung abgegolten werden, einspringen?

    Will man das eigentlich wirklich ?

  • Und um die von dir angesprochene existentielle Vernichtung von pflegenden Familien aufzugreifen fragt ich mich, wie das gemeint ist.

    erhöhte Kinderbeihilfe, Pflegegeld, je nach Pflegeaufwand bis zu 1500 Euro pro Monat, in weiterer Folge Sozialhilfe für den Betroffenen selbst, Grundsicherung kommt, was genau ist es, was die familiäre Existenz zerstört?
    Ich denke dass in vielen Fällen Angehörige behinderter Kinder ( als mir sehr gut bekannte Beispiele) durchaus existieren können. Urlaube werden finanziell unterstützt, in Wien gibt es sogar Gratisurlaube der Jugendwohlfahrt, von diversen anderen Organisationen Urlaube mit geringem Selbstkostenzuschüssen und so die Betreuung, Pflege und Versorgung durch Angehörige nicht mehr gegeben ist, springt die Sozialhilfe ein bei Fremdunterbringung, die Abteilung GS5 übernimmt die Tagsätze, die Kosten der Angehörigen sind gering.

  • Charlotte, ich möchte zitieren, es gelingt mir aber nicht..

    „leider wird die familie als optimale unterstützungsform weder ausreichend unterstützt noch entlastet, sondern systematisch vernichtet, in ihrer existenz zerstört. finanzmittel werden hauptsächlich in illegale bevormundende heimstrukturen gepulvert.“

    Dazu habe ich zwei Kritikpunkte anzubringen:

    Zum einen sehe ich Familien keinesfalls als optimale Unterstützungsform behinderter Menschen. Begleitung auf einem Weg ja, Betreuung und Pflege 24 Stunden rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr über Jahr(zehnt)e hinweig, nein! Dazu braucht man weder Psychologe noch Therapeut sein um zu erkennen, dass diese Versorgung keine optimale sein kann.

    Und dass Finanzmittel in illegale bevormundete Pflegeheime gesteckt würden, und das dann auch noch HAUPTSÄCHLICH – kann ich irgendwie überhaupt gar nicht nachvollziehen.
    Mir ist nichtmal eines bekannt, bis auf Berichte beim Volksanwalt – Schicksalsschläge von Angehörigen, die es zu beklagen gilt, keine Frage. Aber nicht die übliche Gangart und schon gar nicht einzige und hauptsächliche Absicht einer landesregierung, welcher auch immer

  • Wäre es für euch, Charlotte und Gerhard, nicht denkbar selbst eine Wohngemeinschaft für schwerstbehinderte Menschen zu errichten und nach genau Euren Bestrebungen, Plänen, Kritikpunkten und Richtlinien vorzugehen und euch genau das aufzubauen und zu ermöglichen, was ihr euch für eure Tochter und sicherlich viele viele andere Menschen wünscht ?
    In angenehmer Atmosphäre genau nach euren Vorstellungen. Wir tun dies, genau dies. Ist aber eher eine Herzensangelegeneheit als ein berufliches Vorhaben, ein Lebenswerk und das Erwachen aus Träumen und ein Umsetzen dieser Träume, denn träumen allein bringt einem halt auch keinen Schritt weiter.
    Allerdings muss man hierfür bereit sein auch anderen Mitmenschen zuzutrauen, dass sie ihr bestes geben und offen bleiben für das, was kommt

  • Gerhard, bei deinen Worten tu ich mir mit Verlaub ohnedies schwer, weil es mir so schlecht gelingt den Inhalt deiner Bestrebungen zu erkennen. Mir erscheint es stets als destruktive Kritik ohne einem Weiterkommen. Ein Unzufriedensein mit gesellschaftlichen, gesetzlichen und finanziellen Rahmenbedingungen, gegen die ich allerdings noch kein aktives Vorgehen erkennen konnte, sondern „nur“ ein Klagelied und Einfordern heraushören kann.
    Vielleicht liegt es aber an mir und man hätte mir selektive Wahrnehmung vorzuhalten, ich weiß es nicht.
    Es ist mein Zugang zu deinen Zeilen, das sag ich dir offen.
    Wird es gelingen, hier etwas Klarheit und Transparenz zu schaffen oder soll ich mich schulen mehr zwischen den Zeilen zu lesen?

  • Leider rutschen mir stets die Zeilen davon, darum muss ich den Text etwas aufteilen:
    Als Arbeitgeber steht mir frei den unqualifizierten und als berufsunfähig eingestuften und nicht kritikfähigen Pfleger/ Betreuer auszutauschen und gerade im Behindertenbetreuungsbereich ist ein großer Wechsel ja kein Geheimnis, zumal auch die Rahmenbedingungen oft nicht ganz einfach sind und der Verdienst kaum über ein persönliches Engagement und ein wenig mehr hinausgeht

    Als Angehöriger stets es mir frei, die Pflege und Betreuung meines Schützlings selbst zu übernehmen, so ich allen anderen die Qualifikationen dafür abspreche und diese ausschließlich mir selbst zugestehe.
    Letztlich würde ich mir aber zugestehen in einer ruhigen Stunde selbst zu hinterfragen, WESHALB ich jede Betreuung, jede Pflege, jede Insititution oder Einrichtung, Wohngemeinschaft, Tagesstätte derart negativ erlebe.Das konnte ich bisher noch nicht ganz gherauslesen, fände ich aber spannend

  • Charlotte, selbstverständlich wäre das wünschenswert, könnte jeder Betroffene oder dessen Angehörige bestimmen, wer ihn pflegt und wie er dies zu tun hat.
    Jedoch schaut die Realität anders aus, Qualifikationen zu erlangen ist die eine Seite, diese zu überprüfen eine weitere, bei Mängel dieser Konzequenzen zu setzen selbstverständlich eine Folge.
    Dazwischen steht allerdings der Dialog.
    Weshalb man nicht ernst genommen wird bei Bemängelungen, ist mir noch unklar, ich freue mich aber über Einblicke die ich bisher scheinbar noch nicht gewinnen konnte.

    Jemand der mir unfähig erscheint zu reflektieren und nicht kritikfähig mit sich und seiner Arbeit durchs Leben geht, erhält gar nicht erst die Möglichkeit meinen Angehörigen zu betreuen

  • Meine (unsere) Argumente könnte man vielleicht auf Ökonomisierung in Verbindung mit Entrechtung und Bevormundung subsummieren.

    Ich denke da an das Bild eines Hochsprung-Athleten: Weil man die Mühen des Trainings scheut (Kosten), wird nicht die Latte niedriger gelegt (das wäre zu augenfällig und würde keinen Beifall auslösen), nein, es wird die gesamte Hochsprung-Vorrichtung schräg gestellt, so scheint die Latte aus einem bestimmten Präsentationswinkel für die Zuschauer noch immer bei, sagen wir 2,20 m zu liegen. Der „Athlet“ kann nun aber mit toll inszeniertem Anlauf und gekünstelter Hechtrolle mühelos die 1,50 m Hürde bewältigen. Die Zuschauer applaudieren.
    Wir versuchen, die Zuschauermenge auf den Betrug des Betrachtungswinkels hinzuweisen, doch niemand will es hören, weil ja alle applaudiert haben.

  • nachtrag – ergänzung:
    dieses „geg.“ soll heißen – gegebenenfalls!

    @anonym:
    danke für das verständnis. es geht nicht ums loslassen! wir würden ans ende der welt siedeln, wenns wo einen platz gäbe, wo katja bestens betreut wird (ohne der gefahr einer verschlechterung ihres zustandes aufgrund vernachlässigung)!!
    leider wird die familie als optimale unterstützungsform weder ausreichend unterstützt noch entlastet, sondern systematisch vernichtet, in ihrer existenz zerstört. finanzmittel werden hauptsächlich in illegale bevormundende heimstrukturen gepulvert.
    hoch lebe das „familienland niederösterreich“!

  • liebe kritische vorposter und-innen,
    leider wird immer etwas ganz grundsätzliches falsch verstanden.
    ich bin ganz und gar dafür, dass JEDER engagierte mensch die unterstützung in der basisversorgung machen darf!
    der springende punkt ist aber der, dass ich denke, dass 1. nicht JEDER beschäftigte bei ALLEN klienten die basisversorgung machen darf – sondern nur auf 1 – 2 personen eingeschult wird und 2. wer diese person für geeignet hält, darf wiederum niemand anderer bestimmen, als der betroffene selber (geg. die gesetzlichen vertreter) und 3. sollte dieser persönliche betreuer eine intensive einschulung auf die individuellen erfordernisse des betroffenen bekommen.

    oder liebe barbara, was würdest du davon halten, wenn irgendjemand einen für ihn passenden vorbeischicken würde und dieser jemand steht dann bei diesem kind/jugendlichen. du darfst nur zuschauen…. nichts mitbestimmen!
    wenn glück im spiel ist, gehts gut. wenn nicht, dann passiert das, was wir erleben mussten: mitanschauen, wie es mit unserer tochter wegen vieler schwerer pflegerischer und sonstiger vernachlässigung und gefährdung bergab geht, und man hat schlaflose nächte!! wenn man dann die behörden alarmiert, wird man nicht ernst genommen (die schritte zur klärung, die davor waren, ebenfalls)……und sogar wie ein feind behandelt wird, obwohl man doch nur schlimmes verhindern will!
    wir sind kein einzelfall!!

  • Liebe/r „anonym“ (26.11 06:47), leider deklarieren Sie sich nicht, denn so signalisieren Sie, sich nicht zu Ihrer Äusserung bekennen zu wollen. Was soll man dann vom „Mitgefühl“ halten? Es gibt kein wie auch immer geartetes Problem mit „Loslassen“, sondern nur die Not-wendigkeit ein Maß an Verantwortung zu erkennen (katja.at/?p=1465), und zu übernehmen, das den berechtigten Bedürfnissen von Menschen wie Katja gerecht wird. Vom Ökonomisten-Syndikat, bestehend aus Einrichtungsbetreibern und Kostenträgern wird diese Verantwortung negiert (katja.at/?p=1731). Weil Kostenträger und Aufsichtsbehörden des Landes NÖ (der Länder?) in Abteilungs- und Personalunion wahrgenommen werden, ist es nur konsequent, dass das tradierte Amtsmissbrauchtum auch die Ermittlungsbehörden erfasst. Mit der beschlossenen GuKG-Novelle 2009 giesst der Gesetzgeber nun aus Spargründen die völlig unzulänglichen Versorgungsstrukturen in Behinderteneinrichtungen in Beton (katja.at/tag/gukg).
    Ich bin überzeugt, manche Betreiber von Pflegeeinrichtungen wissen gar nicht wie ihnen geschieht und werden sich lange nicht getrauen, die ungeahnten Möglichkeiten dieser Novelle auszuschöpfen – bis die Ökonomisierungsschraube noch enger gezogen wird.

  • „Ich hab aus welchen Grund auch immer… (Barbara Hauser)“, liebe charlotte lesen sie diese Zeilen; für mich wächst mein Mitgefühl für sie, spüre ihre Verzweiflung einen adequaten Ort für ihre Tochter zu finden, aber geben sie nicht auf. Dies soll ja nicht nur eine Veräderung für ihre Tochter sein, sondern auch für sie ein „loslassen“. Zu mir hat einmal jemand gesagt, denk zurück wie du dir deine Zukunft mit 20 vorgestellt hast, was hat man damals gewußt, was ist daraus geworden und man wird so manche Hoch´s und Tief´s festellen.

  • Ein P.S. möchte ich noch ganz gerne hereinschreiben:

    Mit meinen Schnittstellen ist es mir ein großes Anliegen Menschen zusammenzuführen die Behinderungen welcher Art auch immer auszeichnen, mit Menschen, die an eben diesen Menschen(kindern) interessiert sind und das wertvollste Geschenk dieser Welt geben möchten, nämlich ZEIT und Interesse.

    Ich habe den Gedanken der „Buddies“ aufgegriffen, wo Aids- erkrankte Patienten einen Partner zur Seite haben, der ( ohne Geld, Macht und Profitinteresse) am Denken, Leben und Handeln mit diesem Menschen gemeinsam(!) interessiert ist.Mir gefällt eben dieses Miteinander so gut.

    Meinen Link dazu gebe ich auch noch bekannt zur Einsicht:
    http://www.schnittstellen.cc/page83.php und http://www.schnittstellen.cc/page86.php

    ICh habe sogar ganz aktuell KInder, die sich zu weihnachten nichts sehnlicher wünschen als einen Menschen zum Spielen.
    Na? Ist das nicht ergreifend?
    Und oh doch, dieses Kind hat selbstverständlich auch Pflege und Betreuung auf höchstmöglichem Niveau .
    Manche davon haben auch Familien.
    Manche davon träumen allerdings von nichts mehr, als aus diesen erdrückenden Familien ausbrechen zu dürfen, und seien es bloß 2 Stunden an einem Sonntag.
    Welche Professionalität soll ich denn von diesen „Engeln“ und „Kinder für Kinder“ abverlangen?
    Oder wird hier nicht eindeutig klar, dass es um das Herz geht und die Sozialkompetenz und emotionale Intelligenz und soziale Reife?

  • Ich habe-aus welchem Grund auch immer-dieses wirklich große Glück, in den vergangenen 15 Jahren Mutterschaft als „besondere“ Mutter und durch meine langjährige Erfahrung in beruflichen Bereichen, stets auf viel Positives in der Betreuung, Pflege und Freizeitgestaltung behinderter Menschen(kinder) gestoßen zu sein.
    Ich kann auch beruflich ausschließlich nur Positives über diejenigen berichten, die mit behinderten Menschen(kindern) zu tun hatten – in welcher Disziplin auch immer dies der Fall war. ( SozialpädagogInnen, DGKS/P, ÄrztInnen, Ergotherapeuten, Physiotherapeuten, Logopäden, Hippotherapeuten, Musiktherapeuten, PsychologInnen, PädagogInnen,…),aber auch die vielen Quereinsteiger, die ich besonders spannend und interessiert erlebt habe-vor allem ihr Weg zu diesem Bereich-haben mich begeistern können.
    In einem eher unbekannten Kinderdorf hatte ich sehr viel Kontakt und Einlick in das Arbeiten von eben genau diesen Berufsquereinsteigern, ehemalige TischlerInnen oder Verkäuferinnen, eine Werbefachfrau, eine Sportstudentin, ganz zu schweigen von den engagierten Zivildienern, die ihr Leben umgestalten wollten – ich glaube eigentlich, dass eine gewisse Geisteshaltung und Philosophie dahinter steckt, mit wahrlicher Freude an den Beruf heranzutreten und diesen gerne ( über Jahre) zu machen, anstatt hochprofessionell theoretisch stets zu wissen was richtig und was falsch ist.

    Und glaubt mir, ich bin mit Sicherheit hochprofessionell, Betroffene UND hab eine enorme Packung Hausverstand mit auf meinem Weg und ganz sicher auch das Herz am rechten Fleck, aber ich weiß sehr oft auch, WAS ich falsch gemacht habe und wie ich es hätte besser machen können.
    Ich gestehe das jedem anderen, der mein Kind betreut und pflegt, natürlich ebenso zu, so Ehrlichkeit im Vordergrund steht, was stets der Fall ist , sofern wir miteinander umgehen wollen und es wagen aufeinander zuzugehen, statt uns gegenseitig auszuschließen und unserem Gegenüber – ohne eine Chanze zu erhalten-abwert

  • Sehr geehrte Fr. Hauser, bin ihnen zu großen Dank verpflichtet, da sie alles so schreiben wie wir(fast)jeden Tag unsere Arbeit von den behinderten Menschen bewertet bekommen. Allein die Freude, das lächeln, ein vorsichtiger Händedruck, ein leiser mühsam mit den Lippen geformtes „guutes magen“(guten Morgen) am tagesbeginn, ein Danke für eine kleine Selbstverständlichkeit und ein „bis morgen“ belohnen einem und berühren auch.Trotz großer Profesionalität wird es aber auch einmal etwas zu bemängeln geben, aber geht es uns nicht auch zu Hause ab zu einmal so, daß ist doch ganz normoler Alltag, wer sich selbst als Wunderwuzi bezeichnet ist weit von der Realität entfernt.

  • Meine Lieben,
    es erscheint mir hier doch auch wichtig, meine Meinung – als Mutter zweier behinderter Kinder und auch beruflich und ehrenamtlich im Behindertenbereich tätig-einzubringen.

    Ich selbst habe sehr viel Erfahrung mit der Pflege durch Professionisten und einen Vergleich zur Pflege nicht fachlich ausgebildeter Mitmenschen, die hohe Sozialkompetenz, das Herz am rechten Fleck und eine große Portion Hausverstand mitgebracht haben.

    Ich kann nur Positives darüber berichten, wie Menschen aus nichtpflegerischen Berufen an die Betreuung herangetreten sind. Vielleicht auch noch nicht so ausgebrannt und tatsächlich mit viel Herz bei der Arbeit, der Beschäftigung.
    Was ja im Umkehrschluß nicht bedeuten soll, dass Diplomschwestern Herz, Hausverstand und Engagement abgesprochen werden soll, bin ich doch selbst eine.

    Ich kann dieses Gegeneinander gar nicht verstehen, ich mag das Miteinander und im schlechtesten Fall ein Nebeneinander.
    WWorum geht es in Wahrheit? Gibt es tatsächlich ausschließlich ein schwarz und weiß?
    Wieso traut man engagierten Menschen mit Hausverstand nicht zu, behinderte Menschen zu duschen, einzucremen, zu füttern oder mit ihnen die Zeit zu verbringen was über ein bloßes „Wachen über diesen“ hinausgeht?
    Wir alle – Eltern behinderter Kinder (oft von heute auf morgen hineingestoßen in diese Lebenslage)-machen dies doch auch , oftmals , wie wir von uns selbst doch so gerne behaupten, viel besser als jeder andere.

    ICh gehe ausserdem von einem völlig anderen Ausgangspunkt aus, nämlich den:
    Behinderte Mnenschen haben das Recht auf Pflege und Betreuung abseits ihrer Angehörigen – denn, mit Verlaub, kein pflegender Angehöriger der dies seit Jahren betreibt, kann mir erzählen wie professionell und einwandfrei dies immer abläuft.
    Anderen möchte man diese Ehrlichkeit und Offenheit jedoch nicht zugestehen. Warum eigentlich?
    herzliche Grüße
    Barbara Hauser
    Schnittstellen
    http://schnittstellen.cc

  • @Fraza
    Na gut, Ihren Namen möchten Sie nicht nennen. Sie haben es jedoch im letzten Abschnitt ohnehin auf den gemeinsamen Nenner gebracht, zumindest für mich:
    Ich darf Sie daher im Ansatz noch einmal zitieren:
    Gerade bei der Arbeit mit behinderten Menschen (ich bin selbst vom Bundessozial- amt eingestuft worden)ist es äußerst wichtig auf die Bedürfnisse des Einzelnen
    einzugehen.
    —Zitat Ende—
    So ist es und deshalb sollte uns nicht das Grauen erfassen, wenn Andere eine andere Sicht der Dinge äussern, solange dies nicht gegen die Interessen und Bedürfnisse behinderter und pflegebedürftiger Personen verstößt. Jedes Leben ist individuell und im gleichen Maße ist auch jede Situation individuell und auch als solche zu berücksichtigen.

  • Ich bin sicher der letzte der das Angagment der Lichtenauers in Sachen Behinderung mit allem was dazugehört abqualifiziert. Als einer der über ein Jahrzehnt hinaus mit behinderten Menschen arbeitet, alle dazu notwendigen ( und auch noch möglichen Ausbildungen, bei mehr als 50 Lebensjahren)Aus-Fort-und Weiterbildungen absolviert hat, behaupte ich von mir, das ich „leider“ weis wie der Hase in Sachen Pflege und und Betreuung vom Gesetz her läuft. Kennen sie den genauen Ablauf einer „Anordnung vom Hausarzt“, dabei war mein Vergleich mit Inkondinenzhose eigendlich harmlos. Durfte, bzw. mußte auf Anweisung einer Mutter ( weil der Arzt keine Zeit hatte!)Sondennahrung verabreichen. Von meiner Sicht aus sind da mehrere Personen bzw. Zuständige masslos überfordert, und dann wird auf „Zivis“ und „Hilfsarbeiter“ losgetreten.Es gibt genug junge angagierte Leute ( und es gibt leider auch schwarze Schafe)die sich nicht aus Jux und Tollerei in diesen Bereich für Menschen die in ihrem Alltag Unterstützung brauchen einsetzen. Man wirft alles etwas vorschnell in einen Topf.Gerade bei der Arbeit mit behinderten Menschen (ich bin selbst vom Bundessozial- amt eingestuft worden)ist es äußerst wichtig auf die Bedürfnisse des Einzelnen einzugehen.

  • Lieber „Fraza“!
    Nachdem ich mich hier auch bei belangloseren Themen auch stets mit meinem vollen Namen zu erkennen gebe und nachdem Sie mich aufgrund Ihrer kompetenten Ausdrucksweise jetzt echt neugierig gemacht haben, so würde ich Sie höflich darum ersuchen, mir mehr Einblick in Ihre Identität sowie in Ihre Funktion zu gewähren! Erfahrungsaustausch klappt mit offenem Visier viel besser und wird auch ernster genommen; diese Erfahrung habe ich zumindest für mich gemacht und nachdem es hier wirklich um ein wichtiges menschliches Thema geht, wäre ich Ihnen für eine offenere Deklaration sehr verbunden! Wir ziehen ja hoffentlich alle an ein und demselben Strang.

  • Lieber „Fraza“!
    Ich habe zwar keine Kenntnis über Ihre Funktion, erachte es jedoch als befremdlich, dass man über Menschen, wie es Lichtenauers sind, die sich sehr gut in diesen Bereichen auskennen und diese Ihre Kenntnisse rund um diese Themen nicht als unbedarfte Aussenstehende, sondern auch als selbst zwar nicht Behinderte, jedoch zwei Jahrzehnte hindurch pflegende einbringen, so abqualifiziert. Das ist in einem Forum – wie diesem – erbärmlich.

  • lieber „fraza“ –
    seit wann muss man ein diplom haben, um eine inkontinenzhose zu wechseln? wenn doch sogar sondenernährung, blasenkatheterversorgung und vieles andere ohne probleme von hilfskräften (zb eine tankstellenpächterin!!) gemacht werden dürfen (zumindest in nö bester einrichtung (eigene darstellung der behörden) in kirchstetten, wo unsere tochter war).
    trotzdem war unsere tochter (und nicht nur sie) oft sehr nass, weil eben nur dreimal tgl gewickelt wird. das problem liegt woanders! hätte jeder klient seinen persönlichen assistenten, wie jeder „gute“ behinderte „draussen“, passiert sowas nicht.
    vor kurzem haben wir eine tagesstätte ganz in unserer nähe erkundet, weil es eine neue „basale gruppe“ gibt. entsetzt nahmen wir von der leiterin zur kenntnis, dass dort sechs schwerstbehinderte klienten von zwei zivildienern betreut werden. also wieder nix für uns.
    schade, dass die anderen argumente so aneinander vorbei gehen.es geht ja nicht ums wickeln! meine freundin nimmt ihre schwerstbehinderte tochter aus einer vielgerühmten wiener einrichtung (licht ins dunkel propaganda), weil die zustände dort katastrofal sind. das ganze erklären und reden half nichts, über ein jahr lang. dort wurde es sogar als nicht besonders schlimm angesehen (eigene worte – es kann jedem mal was passieren), dass diese klientin schwerstens verbrüht wurde angeblich beim baden (intensivstation). man stelle sich das vor, wie schlimm diese zustände wohl sein müssen, dass man als alleinerziehende 62jährige frau diesen schritt wagt!!! pflegende angehörige sind oft gezwungen (!), ihre angehörigen zu betreuen, weil es unverantwortlich ist, sie einer einrichtung zu überlassen. warum sollten sie denn nicht alles pflegerische machen „dürfen“, wenn doch sie es am besten wissen und sogar das fachpersonal einschulen müssen? die hauskrankenpflegerinnen bei uns haben zb noch nie einen schwerstbehinderten menschen gewickelt oder gepflegt, ich musste bisher alle einschulen!

  • Wenn man die letzten Eintragungen liest müßte einem eigendlich das Graußen kommen. Mittlerweile schätze ich ihre Statsments sehr Hr. Lichtenauer und Fr. Charlotte, aber bei aller Betroffenheit, vergessen sie die vielen (300.000) die sehr froh sind wenn sie nicht stundenlang in der nassen Wi..(Inkondinenzhose) liegen müssen – gesehen in Heimen(Pflegeanstalten)wo das dipl.Personal keine 10 min Zeit hat um diesen Umstand beheben zu können.
    Ich lade sie gerne ein um sich einmal an einen Tag in einer Tagesheimstätte ein Bild zu machen wie es wirklich abläuft. Obwohl wir uns noch immer in einem Graubereich bewegen, sind die nun getroffenen Gesetze eine Hilfestellung für unsere tägliche Arbeit.Weiters wird bei uns kein „Hilfsarbeiter“ ( aus 15 jähriger Erfahrung sind oft gerade diese besonders angagiert) so ohne weiters auf die zu Betreuenden losgelassen, es erfolgt immer eine auf die Person bezogene Einschulung.( Beim Land NÖ gibt es eine Liste wo z.B. eine Röntgenass.oder ein Zahnarzt besser qualifiziert ist als ein dipl. Behindertenbetreuer. Keiner Mutter ist ihr erstgeborenes gestorben weil sie es falsch gewickelt hat. Wir arbeiten mit Erwachsenen Behinderten Menschen die sehr glücklich darüber sind wenn wer vertrauter da ist der sie bei ihren täglichen Bedürfnissen unterstüzt.
    Pflegende Angehörige dürfen und wollen zu Hause ihre Lieben betreuen, da fragt niemand nach wie sie zurecht kommen, und dürfen dabei praktisch alles machen.

  • Lieber Herr Huainigg, meine Intention in die Nähe der durchaus deplazierten Aktion der Pflegegewerkschaft zu rücken, gelingt nicht. Ich wiederhole, was ich damals mehrmals dazu in ähnlicher Weise kommentierte. Nur ein Beispiel vom 10.3.08 (www.bizeps.or.at/news.php?nr=8698#fid7557): Für Pflegebedürftige mit Eigenkompetenz ist es eine unzumutbare Bevormundung, vorgeschrieben zu bekommen, wer zur Bewältigung der Alltagsbedürfnissen assistieren darf. Vor allem Menschen, die schon jahre- oder jahrzehntelang mit ihrer Behinderung umgehen gelernt haben, besitzen in der Regel weit mehr Kompetenz bezogen auf die individuellen Bedürfnisse und Erfordernisse, als jegliches, egal wie ausgebildetes Fachpersonal. Das ist einfach so.
    Die Autonomie über den eigenen Körper, welche normalerweise jeder eigenverantwortlichen Person obliegt, muss respektiert werden. Laut Ärztegesetz darf ein Arzt auch nur dann behandeln, wenn der Patient die Zustimmung dazu gibt (außer bei Gefahr im Verzug, und das muss richterlich abgesegnet werden). Bei Aufnahme in ein Krankenhaus besteht dieser Behandlungsvertrag, welcher nur per Entlassung oder eigenverantwortlichem „Revers“ beendet wird. Das GuKG auf den extramuralen Bereich anzuwenden, ist an sich ein Anachronismus. Die gängige Fremdbestimmung, welche jetzt von Gewerkschaft, Berufsvertretungen und einigen Hilfsdiensten zu verteidigen versucht wird, hat bei der häuslichen Pflege im privaten Bereich nichts zu suchen (Zitat Ende).
    Sie vermischen leider sehr konsequent und immer wieder die Prinzipien der Persönlichen Assistenz mit der Realität im stationären Massenbetrieb (der beginnt für mich spätestens bei 6 Personen). Ich bin absolut für die Erlangung von personalisierter Pflegekompetenz durch Einschulung auf die individuellen Bedürfnisse & Erfordernisse einer einzelnen Person oder, wie bei der s.g. „bis zu 24 Stunden-Pflege“ zu Hause, für max. 2 Personen. Als einer von 12 WG-Bewohnern fühlten auch Sie sich ausgeliefert.

  • leider wird immer wieder betont, dass es ja fachkräfte sind, die diese pflegetätigkeiten ausführen dürfen. die wahrheit ist, dass jeder, der dort beschäftigt ist, diesen kurs machen kann und pflegerisch fungieren darf!!
    so wird die legalisierung des (bisher eh üblichen) pflegepfusches immer wieder verzerrt dargestellt!

    in einer behinderten wg existiert leider keine persönliche assistenz wie „draussen“, dies wird sogar in dieser novelle explizit verhindert!!

  • wenn auch einige behinderte menschen und womöglich viele dzt arbeitslose und vor allem der sparstift österreichs von dieser „super“ möglichkeit profitieren, umso schlimmer wird es für die wehrlosesten unserer gesellschaft werden. diejenigen, die sich nicht äußern können, nicht wissen, wie ihnen geschieht, wenn ein durch 100std – pflegekurs durchgeschleuster hilfsarbeiter plötzlich die erlaubnis über seine sondenpflege, trachealkanüle und pflege“heikle“ überlebenswichtige sonstige tätigkeiten bekommt. ja, tobt euch aus! es gibt sicher viele arbeitslose, die schon immer ein bißchen was „soziales“ im leben machen wollten. warum nicht mal hier bei einer illegalen wachkomastation, wo eh niemand was merkt, wenn was schiefgeht …
    als mutter einer schwerstbehinderten tochter weiß ich, wovon ich rede. als dipl. kinderkrankenschwester kommt mir das grausen noch mehr, als ich eh schon erleben musste. ich hätte nie gedacht, dass es behinderte menschen und volksvertreter gibt, die das befürworten können, was ein todesurteil für andere bedeuten kann. man kann sehr wohl an schlechter pflege sterben! ach ja, alles kranke ist last …

  • Sehr geehrter Herr Lichtenauer! Ich schätze Ihr Engagement, aber die beschlossene Einschulungsmaßnahme, damit Behindertenpädagogen, Soziologen oder Psychologen auch unterstützende Pflegetätigkeiten im Alltag durchführen dürfen, war eine Notwendigkeit und keine Einsparungsmaßnahme. Es geht um die Qualität, wenn Behindertenbetreuer für Tätigkeiten, die sie im Alltag durchführen müssen (Hilfe beim Toilettengang oder beim Duschen), ordentlich eingeschult werden und dies unter „Aufsicht der Pflege“ durchgeführen. Ihr Kommentar erinnert mich etwas an die Demonstration der Pflegegewerkschaft vor einem Jahr vor dem Parlament: Damals ging es darum, ob persönliche Assistenten für Pflegetätigkeiten eingeschult werden dürfen. Diese Delegationsmöglichkeit durch Pflegefachkräfte wurde vor dem Parlament mit Patenzettel von verstorbenenen behinderten Menschen und einem Sarg dargestellt.

  • Auf die Weltpleite folgt die Konkurseröffnung der Menschlichkeit. Der Pleitegeier kreist schon und wird sich zuerst die wehrlosesten Opfer krallen. Das Inkrafttreten dieses Gesetzes ist eines der ersten Kapitel der Bankrotterklärung unserer solidarischen Verantwortung. Noch wird der Offenbarungseid nicht öffentlich geleistet, sondern unter der Hand eingeschworen.
    Ich sehe den heutigen Gesetzesbeschluss als Dammbruch der Unverantwortlichkeit, welchem der Sparwille Pate stand. Eine „Büchse der Pandora“ weiterer Ökonomisierungen im Pflegebereich (nicht nur für behinderte, sondern alle Menschen mit Unterstützungsbedarf) wird damit geöffnet. Den Einsparungsmöglichkeiten sind kaum mehr Grenzen gesetzt.
    Mir ist schon bewusst, dass manche (vielleicht viele) Mitstreiter der Behindertenbewegung eine andere Sicht der Dinge haben und viele Behindertenbetreuer sowie deren Arbeitgeber durch diese Kritik irritiert bis konsterniert sein können. Trotzdem bin ich sicher, dass sie angebracht ist.

  • Das Ökonomisten-Syndikat setzt sich offensichtlich durch. Die über viele Jahre ungesetzlich praktizierte Unverantwortlichkeit vieler, sich fälschlich als familienähnliche, integrierte Wohngemeinschaften bezeichnenden „Pflegeheime“, die bisher unter dem Deckmantel des Amtsmissbrauchtums der Länder rechtsbrecherisch agieren konnten um dem landesfürstlichen Sparwillen Genüge zu leisten, wird nun in Bundesgesetz gegossen. Heimat, wie tief bist du gesunken, ich schäme mich immer mehr, ein Österreicher zu sein.
    Ich stimme dieser Presseaussendung des Österreichischen Gesundheits- und Krankenpflegeverbandes (ÖGKV) vom 5.11.2009 zu (text.ots.at/meldung.php?k=OTS_20091105_OTS0055): …“Den Menschen mit Behinderung das Fachwissen der Pflege vorenthalten zu wollen, schafft eindeutig ein Ungleichgewicht. Ein weiteres Aufbürden von bis dato der Fachpflege vorbehaltenen Tätigkeiten hin zu Husch-Pfusch-Ausgebildeten ist aus unserer Sicht unverantwortlich. Hier geht es darum, Menschen mit besonderen Bedürfnissen das gleiche Recht auf kompetente Versorgung zu bewahren.“ Die durch das Basismodul vermittelte Anleitung zur Grundversorgung der Menschen findet dort seine Grenzen, wo fachpflegerisches ExpertInnenwissen beginnt.(Zitat Ende)