Franz-Joseph Huainigg

Huainigg: Ja, Herr Bürgermeister Häupl, das Leben in Wien ist schön …

... aber wahrlich nicht immer für behinderte Menschen

„Ich gebe Bürgermeister Häupl recht, wenn er in den letzten Tagen immer wieder hervorkehrt, wie schön es ist, in dieser Stadt zu leben. Wenn er allerdings wie ich, sich auf vier Rädern durch die Stadt bewegen würde, käme er auf viele Barrieren und Missstände drauf“, sagte heute, Donnerstag, ÖVP-Behindertensprecher, Abg. Dr. Franz-Joseph Huainigg.

So gäbe es nach wie vor zahlreiche nicht abgesenkte Gehsteigkanten, keine Spielplätze für behinderte Kinder oder Niederflurstraßenbahnen auf die man ewig wartet – weil sie noch gar nicht angekauft wurden. Noch immer eröffnen neue Geschäfte, die nicht barrierefrei sind oder unzugängliche Schwimmbäder. Huainigg führte weitere drei Beispiele für Missstände an, welche dringend überdacht und beseitigt werden sollten.

„Pflegebedürftig zu werden darf niemanden gewünscht werden, schon gar nicht in Wien“, sagte Huainigg und führte die prekären Missstände in Lainz an. Dass es in der Stadt Wien einen gigantischen Reformbedarf im Pflegesystem gibt, ist mittlerweile unbestritten. Die Stadtregierung reagiere nun mit der Errichtung eines neuen Großheims mit 350 Betten in Liesing.

„Bei einer solchen „Pflegefabrik“ sind systematische Mängel wie Überforderung des Personals, Unübersichtlichkeit, kein Platz zum Eingehen auf individuelle Bedürfnisse etc. vorprogrammiert“, so der ÖVP-Behindertensprecher. Er sieht die Gefahr, dass hier ein ‚Lainz neu’ geschaffen wird.

Als weiteres Beispiel für undurchdachte Maßnahmen führte der ÖVP-Abgeordnete die Badner Bahn an. 1999 wurden für die wichtige Verbindung zwischen Wien und Baden von der Stadtregierung neue Zugsgarnituren angekauft – allerdings ohne Einstiegsmöglichkeit für Rollstuhlfahrer/innen.

„Inzwischen schreiben wir das 21. Jahrhundert, ein Gleichstellungsgesetz wurde verabschiedet, und Wien hat ein Antidiskriminierungsgesetz erlassen. Die Badner Bahn rollt aber weiterhin als Mahnmal für Barrieren bei Verkehrsmitteln und in den Köpfen. „Hier besteht Handlungsbedarf des Bürgermeisters“, sagte Huainigg und führt gleich das dritte Beispiel an: Die Stadt Wien habe die Einstellungsquote um über 800 Menschen mit Behinderung nicht erfüllt.

„Das ist besonders für eine Stadt, die sich als soziale Vorzeigestadt präsentiert, ein Armutszeugnis“, so der ÖVP-Behindertensprecher abschließend.

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