Huainigg schreibt Praktikum für Menschen mit Behinderungen aus

Ein Blick in die Politik soll beruflichen Ein- und Aufstieg fördern

Parlament Österreich
BIZEPS

„Es ist ein Versuch, politisch interessierten, behinderten Menschen neue Zugänge zu verschaffen und Einblicke ins politische Geschehen zu geben“, so beschreibt ÖVP-Behindertensprecher Abg. Dr. Franz-Joseph Huainigg seine Motivation, einen Praktikumsplatz auszuschreiben.

Eine Woche lang können behinderte Menschen einen Blick hinter die Kulissen der hohen Politik werfen und den Abgeordneten zum Nationalrat bei seiner Arbeit begleiten.

„Die Situation behinderter Menschen am Arbeitsmarkt ist nach wie vor schwierig. Trotz guter Ausbildung gestaltet sich der berufliche Ein- und Aufstieg steinig. Auch in der Politik sind Menschen mit Behinderungen viel zu selten vertreten“, sagt Huainigg, der das Prinzip der politischen Selbstvertretung Betroffener vorantreiben will. „Das Schnupperpraktikum richtet sich an behinderte Menschen in Ausbildung und soll ein erster Schritt sein – wenn es sich bewährt, kann das Angebot entsprechend ausgeweitet werden.“

Nachfolgend finden Sie die Ausschreibung, die Bewerbungsfrist endet am 8.3.2010

Ausschreibung

Sie interessieren sich für Behindertenpolitik? Sie möchten wissen, wie Abgeordnete im Parlament arbeiten? – Dann bewerben Sie sich und begleiten Sie eine Woche lang die Arbeit von Nationalrat Dr. Franz-Joseph Huainigg, der im ÖVP-Parlamentsklub die Anliegen behinderter Menschen vertritt.

Voraussetzung ist, dass Sie sich in einer Ausbildung oder Studium befinden – denn dieses Praktikum soll Ihnen die Möglichkeit geben, in einen spannenden Beruf hineinzuschnuppern und Erfahrungen auf Ihrem Weg in die Arbeitswelt zu sammeln. Sie werden eine Woche lang den Weg der Gesetzgebung verfolgen, Dr. Huainigg bei der Vorbereitung seiner Ausschuss- und Plenartätigkeit begleiten und viele interessante Menschen kennenlernen.

Interessiert?

Dann schicken Sie eine Bewerbung mit Lebenslauf und einer kurzen Begründung bis spätestens 8.3.2010 , warum Sie dieses Praktikum machen möchten, per Mail an Mag. Eva Singer: eva.singer@parlament.gv.at

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0 Kommentare

  • @Stefanie: Zweifellos ist Herr Dr. Huainigg kein Laie. Ich möchte aber darauf hinweisen, dass „das Sein nunmal das Bewusstsein bestimmt“. Das ist eine Erfahrung die ich gerade mit verschiedenen Persönlichkeiten und Vereinen in diesem Kontext immer wieder gemacht habe.

  • @meinung: Es stimmt, behinderte Menschen, die nicht direkt „sichtbar“ sind wie zB von Ihnen bereits aufgezählt (Menschen mit chronischen, dermatologischen Erkrankungen, Menschen mit psychische Erkrankungen, gehörlose Menschen) werden von unserer Gesellschaft oftmals nicht wahr genommen. Im Gegensatz dazu werden Rollstuhlfahrer immer in einem Topf geworfen, viele wissen zB nicht, dass es viele Rolli-fahrerInnen gibt, die zB gehen können und den Rollstuhl lediglich für draußen verwenden etc.

    Die „Bandbreite“ der verschiedenen Behinderungen ist so weit gefächert sodass man es als Laie nur schwer überblicken kann, da meiner Meinung nach, jeder behinderter Mensch sein eigenes Schicksal zu bewältigen hat und man es nicht mit anderen behinderten Menschen vergleichen kann.

    Ich glaube, Herr Huainigg ist in diesem Gebiet kein Laie und wird hoffentlich auch Menschen, die im Schatten der Gesellschaft stehen, zum Praktikum vorladen!

  • @Stefanie. Wir kommen in uns in unseren Standpunkten ja schon näher. Ganz ehrlich ich bin neugierig, wie Dr. Huainigg das machen wird und freue mich auch darüber, dass er wieder im Parlament vertreten ist – obwohl ich in mancher Sachfrage anderer Meinung bin. Ich weiß nur nicht, ob wir uns beim Thema Behinderung wirklich verstehen.

    Ich hatte kürzlich Kontakt zu einer jungen Frau mit einer schweren Darmerkrankung. Diese Erkrankung schränkt sie in ihrem privaten, wie im beruflichen Leben massivst ein, um nur ein Beispiel einer Behinderung zu erwähnen, die nicht so sehr im Fokus der Aufmerksamheit ist. Ähnliche Erfahrungen habe ich immer wieder mit jungen Menschen mit dermatologischen Krankheiten, Herzerkrankungen um nur zwei zu nennen. Ein Bereich, wo ich keinen so guten Einblick habe, aber wo mir Fachleute sagen, dass die Problematik der Schwierigkeiten beim Berufseinstieg oder Wiedereinstieg massiv vorhanden ist, ist die große Gruppe der Menschen mit psychischen Erkrankungen. Auch die Gruppe der gehörlosen Menschen und der Menschen mit Höreinschränkungen gehört ganz sicher zu den massiv wenig wahrgenommenen Menschen mit Behinderung.

    Es wäre übrigens eine tolle Geschichte wenn Dr. Huainigg diese „verdeckten“ und „versteckten“ behinderten Menschen in den Mittelpunkt seiner Arbeit rücken würde – ganz unabhängig vom Praktikanten.

    Darauf wollte ich Sie mit Nachdruck hinweisen, dass unser Verständnis einer Einschränkung in der öffentlichen Wahrnehmung fast immer reduziert ist auf Rolli-Fahrer und blinde Menschen und das wird der Realität nicht gerecht.

  • @meinung: Über den PR-Gag von Herrn Pröll kann ich nicht beurteilen, da ich dieses zu wenig mitverfolgt hatte.

    In diesem Artikel wird die Gruppe MmB als solche Gruppe angesehen und grenzt meiner Meinung nach niemanden aus – d.h. damit sind alle gemeint, die aufgrund ihrer Behinderung im LEBEN eingeschränkt ist. Im Leben eingeschränkt zu sein, muss nicht immer körperlich sein – gebe ich Ihnen völlig Recht und habe auch nie was anderes behauptet – zB gibt es viele gehörlose Menschen, die nicht körperlich behindert sind sondern aufgrund Ihres Hörverlust im Leben eingeschränkt sind.

    Ich denke, Sie sollten nicht im Vorhinein urteilen bzw. neugierig sein, ob Menschen mit chronischer Behinderung in dieser Aktion ausgeschlossen werden. Auch wenn Pröll und Herr Huainigg von der gleichen Partei (ÖVP) stammen, sind die beiden doch zwei verschiedene Menschen. Man kann nicht alle in einem Topf werfen und ich glaube, dass Herr Huainigg gut qualifiziert ist um den richtigen Praktikanten herauszufinden und dieses nicht aufgrund der Art der Behinderung entscheiden wird sondern von der Persönlichkeit und Interessen des Menschens!

  • @Stefanie: Meine Kritik bezog sich primär auf die Aktion Superpraktikant der ÖVP.

    Ich bin im Gegenteil neugierig darauf, wie Dr. Huainigg seine Aktion umsetzen wird und hoffe, dass sein Know-how und seine Verantwortung ein anderes Ergebnis zeitigen werden, wie der PR-Gag des Herrn Pröll. Außerdem habe ich mir den Hinweis erlaubt, dass die Gruppe von MmB sehr umfassend ist, von physischen bis zu psychischen Behinderungen. Leider liegt der Fokus ja meist nur bei Menschen mit Mobilitätseinschränken, was von den Zahlen – wenn man sich die Gesamtzahl der MmB und deren Form von Behinderung ansieht, nicht zu rechtfertigen ist.

    Ich bitte Sie also nächstens genauer zu lesen, bevor Sie auf mein Statement replizieren.

  • @meinung: Ich glaube, Sie sollten vorher besser recherchieren bevor Sie so einen Beitrag schreiben. Herr Dr. Huainigg ist meiner Meinung nach einer der Besten im Bereich Behindertenpolitik und hat in Österreich bereits einiges erreicht. Toll, dass er wieder im Parlament ist!

  • Ich hoffe sehr, dass die Seriosität von Herrn Dr. Huanigg dafür sorgen wird, dass diese Aktion nicht ein ähnlicher „Schmarrn“ wird, wie die Superpraktikantin des Herrn Pröll, wo sich junge Menschen doch zum großen Teil massiv verarscht vorgekommen sind.

    Interessant wird sind, ob sich dieser Aufruf an Menschen mit Behinderung in Ausbildung nur an potentielle Praktikanten richtig mit körperlichen Einschränkungen, oder ob Dr. Huanigg so mutig ist, auch junge Menschen mit Behinderung ins Auge zu fassen, die eine chronische Krankheit haben.

  • Eine nachamenswerte Idee!