Huainigg: Sonderschule ist eine Mottenkiste

"Die Sonderschule ist überholt. Sie ist eine Mottenkiste, die in einem gewissen Zeitfenster ihre Berechtigung hatte", sagt ÖVP-Behindertensprecher, Dr. Franz-Joseph Huainigg, im Gespräch mit den Salzburger Nachrichten.

Franz-Joseph Huainigg
ÖVP

In einem wirklich lesenswerten Artikel interviewt Helmut Schliesselberger in den Salzburger Nachrichten unter dem Titel „Echte Integration statt der ‚Mottenkisten‘-Sonderschule“ den ÖVP-Behindertensprecher zur aktuellen Bildungsdiskussion.

„Menschen mit Behinderungen werden in Österreich weiter aus dem allgemeinen Bildungssystem ausgeschlossen“, heißt es in dem am 22. April 2010 erschienen Bericht, dem auch zu entnehmen ist: „Die Eltern haben zwar das Recht, sich zwischen Sonderschule oder Integrationsklassen an Regelschulen zu entscheiden – oft ist die Wahlfreiheit de facto nicht gegeben, weil die nächste Integrationsklasse weit entfernt ist oder den Eltern gesagt wird, für ihr Kind sei die Sonderschule besser, weil es bessere Therapiemöglichkeiten gebe.“

Ministerium säumig

Österreich hat sich mit der Ratifizierung der UN-Konvention über die Rechte behinderter Menschen zum gemeinsamen Lernen von behinderten und nicht behinderten Menschen ist Österreich eigentlich längst verpflichtet, erfährt man und es wird festgehalten: „Darin ist der gemeinsame integrative Unterricht ebenso festgeschrieben wie das Recht auf den Besuch weiterführender Schulen.“

Auf die am 28. April 2010 im Parlament stattfinde Sitzung des Monitoringausschusses wird verwiesen und darauf, dass der Ausschuss das Sonderschulwesen als menschenrechtswidrig kritisiert.

Gegenüber den Salzburger Nachrichten fordert Huainigg, dass künftig die Integrationsklasse der Regelfall sein soll, die Sonderschulen mittelfristig aufgelöst werden und ins normale Regelschulsystem einfließen solle. „Das Wissen der Sonderpädagogen würde auch im Regelschulwesen etwa im Umgang mit verhaltensauffälligen Kindern gebraucht. Dies könne zu einer Qualitätssteigerung im gesamten Schulsystem führen“, so die SN, die abschließend schreibt: „Um der UN-Konvention gerecht zu werden, müsse rasch ein Integrationsauftrag fixiert werden, laut dem jedes Kind in eine Regelschule kommen müsse. Zudem müsse endlich die Weiterführung der schulischen Integration nach der 8. Schulstufe kommen. 2007 hat es dazu einen Entschließungsantrag aller Parteien gegeben – bisher ohne Folgen.“

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