Huainigg: Wäre eine spannende Herausforderung für mich!

Noch bis 10. November 2009 läuft die Ausschreibung des Sozialministeriums für den "Anwalt für Gleichbehandlungsfragen für Menschen mit Behinderungen". Neben Ex-Sozialminister Buchinger mehren sich die interessanten Bewerbungen. Ein Kommentar.

Franz-Joseph Huainigg
Christian Müller

Wird die Ausschreibung wieder zur Farce?„, konnte man sich noch kürzlich zur Ausschreibung der Behindertenanwaltschaft fragen. Noch bevor ein Ausschreibungstext veröffentlicht war, kursierte von mehreren Seiten die Nachricht: Keine Chance, der Posten ist in Wirklichkeit schon vergeben. Ex-Sozialminister Dr. Erwin Buchinger kann sich auf Parteifreund Hundstorfer verlassen. Der Posten werde ihm gesichert, so lautete die Geschichte.

Häufig werden solche Vorgänge dann zu einer selbsterfüllenden Prophezeihung, weil sich dann keine qualifizierten Personen mehr bei solchen Ausschreibungen bewerben. Zum Schluss stehtdann nur mehr der schon vorher ausgewählte Kandidat zur Verfügung; unabhängig davon, ob diese Person überhaupt die Qualifikation besitzt. Buchinger hat seine Bewerbung bestätigt.

Bewerbung von Huainigg

Doch dieses Mal ist es – zum Glück – anders. Es gibt schon einige qualifizierte Bewerbungen, darunter auch jene von Dr. Franz-Joseph Huainigg, einem der wichtigsten Verhandler bei der Entstehung des Behindertengleichstellungsgesetzes und langjährigen Abgeordneten für die ÖVP.

Die APA berichtete von seiner Bewerbung am 18. Oktober 2009 und verwies darauf, dass er „seit dem Kindesalter im Rollstuhl sitzt und seit 2006 auf ein mobiles Beatmungsgerät angewiesen ist, auf seine jahrzehntelange Erfahrung mit Beratung, Vernetzung und Dokumentation im Behindertenbereich sowie umfassende Kenntnisse der einschlägigen Gesetzgebung“.

Er bestätigt die überraschende Bewerbung auf seiner Homepage und meint: „Wäre eine spannende Herausforderung für mich!“

Sozialminister Rudolf Hundstorfer befindet sich nun in der glücklichen Situation neben Ex-Sozialminister Buchinger aus einer Reihe von qualifizierten behinderten Bewerber/innen auswählen zu können.

Bestellt wird der Behindertenanwalt bzw. die Behindertenanwältin von Sozialminister Hundstorfer für vier Jahre.

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0 Kommentare

  • Kein Wunder, daß die SPÖ nur noch in den Altersheimen was zu sagen hat!

  • Bis jetzt war Brüssel das Endlager für ausgebrannte bzw. unwählbare Politiker. Kann man für diese „schwer vermittelbaren“ Expolitiker nix anderes finden, wo sie weniger im Weg herumliegen? Altpolitiker – die neuen Barrieren!!!!

  • Oberflächlich betrachtet könnte man die Bewerbungsentwicklung so umschreiben, dass sich die Behindertenanwaltschaft immer mehr der Volksanwaltschaft annähert, leider aber nur dadurch, dass sie offenbar nurmehr durch amtierende oder ausgediente Politiker besetzt wird. Die Befugnisse der Behindertenanwaltschaft hinken da leider noch immer stark hinter her, aber vielleicht ist das Hinken ihrer Befugnisse ja eine quasi Voraussetzung für die „Behinderten“-Anwaltschaft.

  • Eine „Behindertenanwaltschaft“ ist völlig unnötig. Genauso wie die Volksanwaltschaft, die dem Parlament zwar berichten darf, jedoch keine Kompetenzen hat, aber noch das „Glück“ hat, im ORF wöchentlich präsent zu sein. (Versorgungsposten für Politiker). Oder gibt man der neuen Behindertenanwaltschaft Öffentlichkeit auf einem Majorsender? – vermutlich nicht.
    Vielleicht doch auf ORF 1476 – Freak-Radio, (der ehemaligen Mittelwelle) wo Dr. Franz Joseph Huainigg 1997 bei der Gründung maßgeblich mitgewirkt hat. Freak Radio hat zwar jetzt u. a. durch das Engagement von „Rolli“ Pepo Meia ein Büro im ORF, seit 2009 wird Freak-Radio nur mehr Online gesendet – wird über ORF 1476 nicht mehr ausgestrahlt. Wir werden weiter verarscht. Ob mit Mag. Herbert Haupt (FPÖ/BZÖ), dem Salzburger Erwin Buchinger SPÖ oder mit dem Rollstuhlfahrer mit Beatmungsgerät Dr. Franz Joseph Huainigg (ÖVP). Es wäre besser, mit zwei RollstuhlfahrerInnen im Parlament präsent zu sein.