Huainigg: Wie sag ich’s, wie schreib ich’s richtig?

ÖVP-Behindertensprecher: Journalistenausbildung an der Fachhochschule der Wirtschaft auch für behinderte Menschen möglich

Broschüre An den Rollstuhl gefesselt
Holland, Carola

„Der sprachliche Umgang mit und die mediale Darstellung von Menschen mit Behinderung ist leider vielfach noch immer sehr defizitorientiert“, sagte heute, Freitag, ÖVP-Behindertensprecher Abg. Dr. Franz-Jospeh Huainigg.

„Wie sag ichs, wie schreib ichs richtig“ machte Huainigg daher zum Thema eines Informationsfolders, der Menschen im Kommunikationsbereich sowie in Betrieben zum richtigen Sprachgebrauch anleiten soll. Eine witzig aufbereitete Gegenüberstellung von positiven und negativen Formulierungen solle diesen Prozess unterstützen.

Der Text des Informationsfolders kommt von Jasna Puskaric, einer Absolventin des Integrativen Journalismuslehrgangs, und aus der Feder der bekannten Grafikerin Carola Holland stammen Karikatur und Layout. Gefördert wurde dieses Projekt von der Wirtschaftskammer Österreich, die auch die Verteilung in den Betrieben unterstützen wird. Hier können Sie den Folder herunterladen.

Am Deckblatt des Folders wird ein an den Rollstuhl gefesseltes Würstel dargestellt, das symbolisieren soll, dass Menschen mit Behinderung oftmals durch den falschen Sprachgebrauch zu armen Würsteln gemacht werden. „Wir möchten weder Bevormundung noch Mitleid, sondern eine gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben“, sagte Huainigg.

Auch die Politische Akademie der ÖVP greift diese Aktion auf und startet Maßnahmen zur Förderung behinderter Menschen. „In der Kommunikation mit Menschen mit Behinderung hat die Gebärdensprache einen großen Stellenwert“, so der Direktor der Politischen Akademie, Univ. Prof. Dr. Günther Burkert-Dottolo. Daher werde im Rahmen des Sommercampus mit einem Schnupperkurs die Gelegenheit geboten, die Basics der Gebärdensprache kennen zu lernen.

„Um das Bild der behinderten Menschen in den Medien nachhaltig zu verändern, müssen betroffene ExpertInnen selbst als JorunalistInnen tätig werden“, sagte der ÖVP-Behindertensprecher. Das Zusammenarbeiten von behinderten und nicht behinderten JournalistInnen unterstütze nicht nur eine realistische Darstellung von Menschen mit Behinderung, sondern fördere auch das soziale Klima in den einzelnen Redaktionen. „Behinderte Menschen müssen vom Objekt zum Subjekt der Berichterstattung werden“, forderte Huainigg.

„Dazu ist es dringend notwendig, dass behinderte Menschen vermehrt den Entschluss fassen, journalistisch tätig zu werden.“ Eine gute Studienmöglichkeit für Menschen mit Behinderung biete hier die Fachhochschule der Wirtschaft (FHW) mit dem neuen Studiengang Journalismus. Dieser sei, neben fünf weiteren Studiengängen, bereits jetzt im barrierefreien Wifi-Gebäude am Währinger Gürtel untergebracht, und das voraussichtlich bis Ende 2006 fertig gestellte Fachhochschulzentrum werde die Situation für behinderte Studierende weiter verbessern.

„Die Bewerbungsfrist geht noch bis 4. Juni“, so der ÖVP-Behindertensprecher „und es ist höchst an der Zeit, dass das neue Bild der behinderten Menschen in den Medien einzieht.“ Nähere Informationen über die Bewerbungsmodalitäten.

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