Huainigg zur Untertitelung: ORF schwenkt von vorgegebener Linie ab

ÖVP-Behindertensprecher kritisiert, dass der ORF den Ausbau der Untertitelung nicht im angekündigten Ausmaß einhält

Franz-Joseph Huainigg
ÖVP

Mit Unverständnis reagiert Abg. Dr. Franz-Joseph Huainigg, ÖVP-Sprecher für Menschen mit Behinderungen, auf die gestern, Mittwoch, bekannt gewordenen Pläne des ORF betreffend Barrierefreiheit: „Generaldirektor Wrabetz persönlich hat noch im Dezember 2009 angekündigt, die Untertitelung von Fernsehsendungen bis Ende dieses Jahres auf 45 Prozent zu steigern. Nun wird die Zielvorgabe plötzlich auf 40 Prozent heruntergeschraubt – echter Zynismus, wenn man bedenkt, dass der ORF 160 Millionen Euro Gebührenrefundierung mit der Vorgabe erhält, die Barrierefreiheit des Senders auszubauen“, kritisiert Huainigg.

Am 23. Dezember 2009 kündete ORF-Generaldirektor Wrabetz in einer Presseaussendung eine massive Ausweitung der Untertitelung an: „Die im Entwurf des neuen ORF-Gesetzes in Aussicht gestellte Teilrefundierung der Entgelte aus gebührenbefreiten Haushalten gibt uns die Möglichkeit, unsere Bemühungen für hör- und sehbehinderte Menschen zu intensivieren und massiv zu erweitern“, so Wrabetz und nannte dabei auch konkrete Zahlen: „Derzeit untertitelt der ORF rund 33 Prozent seines TV-Angebots in ORF 1 und ORF 2. Das ambitionierte Ziel ist nun, diesen Anteil bis Ende 2010 auf 45 Prozent zu steigern und bis Ende 2011 rund 55 Prozent zu erreichen.“

Nun wurde vor zwei Wochen das ORF-Gesetz und damit eine Gebührenrefundierung von 160 Millionen Euro beschlossen. Damit verknüpft ist die Vorgabe, dass der ORF in den Ausbau der Barrierefreiheit investieren muss, als Zielvorgabe wird mittelfristig die Untertitelung aller Sendeinhalte vorgegeben.

„Vor diesem Hintergrund ist es unverständlich, dass der ORF plötzlich seine Pläne zurückschraubt – das widerspricht eindeutig der Intention des Gesetzgebers“, erklärt der ÖVP-Sprecher für Menschen mit Behinderungen und hält abschließend fest: „Behinderte Menschen zahlen GIS-Gebühren, sind gleichwertige Kunden und haben das Recht, ORF-Sendeinhalte zu nutzen – das sollte der ORF endlich einsehen!“

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0 Kommentare

  • Der Orf ist in Barrierefreiheit so schlecht wie bei allen anderen seiner „Leistungen“. Ich gehe aber davon aus, daß es nicht am fehlenden guten WIllen liegt, die fast 4.000 Orf – Beamten geben sicher das Letzte.
    Scherz beiseite, diese Sendeanstalt hat schon längst keine Existenzberechtigung mehr. Der Orf kann nichts, was nicht andere schon längst besser machen. Tendenziös, provinziell, langsam, belehrend….
    Die Orf-Funktionäre werden auch weiterhin daran scheitern, die Gehälter der 4.000 Beamten auf marktkonformes und leistungsgerechtes Niveau zu bringen.
    Das und die weiterhin sinkenden Einnahmen aus Werbung etc. werden zwangsläufig zum Ende dieses Orf führen.
    Nur ist es schade, daß wir durch den Kniefall der Politik noch ein paar weitere Jahre mit diesem Orf haben, bevor wir endlich die Frequenzen des Orf einer besseren Nutzung zuführen können.