Humer-Vogl: „Das Land Salzburg hat weggeschaut – jetzt müssen wir handeln, bevor weitere Einrichtungen kippen.“

Nach der Schließung des Tageszentrums und der Kurzzeitpflege im landeseigenen Konradinum in Eugendorf bringen die GRÜNEN in der nächsten Sitzung des Salzburger Landtages einen dringlichen Antrag ein. Ziel ist es, die Versorgung der betroffenen Menschen mit schweren und mehrfachen Behinderungen rasch sicherzustellen und strukturelle Konsequenzen aus der Krise zu ziehen.

Kimbie Humer-Vogl (2022)
FOTO FLAUSEN

„Was im Konradinum passiert ist, kommt nicht überraschend. Seit Monaten warnen Expert:innen vor Personalmangel und Überlastung – die schwarz-blaue Landesregierung hat trotzdem weiter bei Pflege und Betreuung gespart. Jetzt stehen Familien vor einem Scherbenhaufen“, sagt Kimbie Humer-Vogl, Pflegesprecherin der Salzburger GRÜNEN. (Siehe auch ORF, Salzburger Nachrichten)

Im dringlichen Antrag fordern die Salzburger GRÜNEN erstens ein sofortiges alternatives Betreuungs- und Pflegeangebot, um die Versorgungslücke zu schließen. „Es kann nicht sein, dass Eltern von Kindern mit schweren Behinderungen plötzlich wieder alles allein stemmen müssen, weil das Land seiner Verantwortung nicht nachkommt“, so Humer-Vogl.

Zweitens verlangen die GRÜNEN einen extern begleiteten Organisationsentwicklungsprozess, um die Personalsituation im Konradinum nachhaltig zu stabilisieren.

„Die jüngsten Vorfälle zeigen deutlich: Bauliche Verbesserungen allein reichen nicht. Es braucht klare fachliche Standards, ausreichend Personal und gute Arbeitsbedingungen – sonst leidet die Qualität der Betreuung“, sagt Humer-Vogl.

Drittens stellen die GRÜNEN die Trägerschaft des Konradinums grundsätzlich infrage. „Spätestens jetzt ist offenkundig, dass das Land diese Einrichtung nicht verantwortungsvoll führen kann. Wir fordern daher die Vorbereitung einer Ausgliederung, eine transparente Neuausschreibung und die Übergabe an einen erfahrenen externen Träger“, so Humer-Vogl. Andere Bundesländer hätten gezeigt, dass ein solcher Schritt nach schweren Krisen erfolgreich sein könne.

„Der Fall Konradinum muss auch als Warnsignal gesehen werden. Wer bei Pflege und Betreuung kürzt, riskiert Menschenrechte, Qualität und letztlich das ganze System. Mit unserem dringlichen Antrag zwingen wir die Landesregierung, endlich zu handeln. Im Interesse der Betroffenen, ihrer Familien und der Mitarbeiter:innen“, sagt Humer-Vogl abschließend.

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  • Manfred Wieser DGKP-SAB , Antworten

    11.01.2026, 21:06

    Mit Sorge verfolge ich die jüngsten Entwicklungen im Konradinum. Als ehemaliger Mitarbeiter mit langjähriger Erfahrung in dieser Einrichtung schildere ich meine persönliche Wahrnehmung.
    Während der früheren Leitung erlebte ich die Arbeit als stabil und gut organisiert. Seit dem Führungswechsel haben sich aus meiner Sicht Veränderungen ergeben, die Fragen aufwerfen. Auffällig ist, dass innerhalb kurzer Zeit mehrere erfahrene Pflegekräfte die Einrichtung verlassen haben, was sich inzwischen in einer angespannten Personalsituation bemerkbar zu machen scheint.
    Im Interesse der betreuten Menschen und der Mitarbeitenden wäre es wünschenswert, diese Entwicklung kritisch zu reflektieren und transparent zu begleiten.

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