Hundstorfer: Pflegefonds soll Mehrkosten der Länder abfedern

Bis 2020 steigt Bedarf an Sachleistungen von 1,5 auf 2,1 Mrd.

Logo der SPÖ
SPÖ

Um Österreichs hervorragendes Pflegesystem auch künftig finanzieren zu können, bedarf es Maßnahmen wie dem Pflegefonds, der die steigenden Mehrkosten der Länder abfedern soll. Das stellte Sozialminister Rudolf Hundstorfer am Donnerstag bei der PVÖ-Sozialkonferenz zur „Zukunft der Pflege“ klar.

Hundstorfer betonte, dass im Jahr 2011 „kein einziger Euro weniger“, sondern sogar 65 Mio. mehr für Pflege ausgegeben werden, man werde lediglich den Kostenzuwachs verringern. Der Sozialminister sprach sich auch erneut dafür aus, Mittel aus neuen Steuern wie der Bankenabgabe für die Finanzierung der Pflege zweckzuwidmen.

Eine aktuelle Studie der Gesundheit Österreich GmbH (GÖG) und das Wirtschaftsforschungsinstitut befassten sich mit der Entwicklung der Pflegekosten bis 2020 und kamen zu einer fast identen Prognose: In 10 Jahren werden nicht nur die Kosten für Sachleistungen um 600 Mio. Euro steigen, es braucht auch ca. 13.000 mehr Fachkräfte im stationären und mobilen Bereich.

„Diese Zahlen sind für uns das Grundgerüst für einen künftigen Pflegefonds“, so der Sozialminister, der sich dafür ausspricht, dass das aktuelle System und der Pflegefonds „verschmelzen“ sollen. Künftig nur noch Sachleistungen zur Verfügung zu stellen, ist für Hundstorfer nicht vorstellbar: „58 Prozent der Pflegebedürftigen werden zu Hause von ihren Angehörigen betreut und diese haben auch einen erhöhten Mehraufwand.“

Österreich hat mit 5,1 Prozent der Gesamtbevölkerung weltweit den höchsten Anteil an Pflegegeldbeziehern. Zum Vergleich: Deutschland hat 2,8 Prozent, Schweden 3,5 Prozent. „Es gibt weltweit kein Land, das an unser Niveau herankommt. Das heißt: Unser System ist sehr, sehr gut, aber es kostet auch sehr viel“, so der Sozialminister, der klarstellte, dass Bund und Länder querfinanzieren müssen, da stationäre Dienste oder 24-Stunden-Pflege die finanziellen Mittel der Betroffenen, selbst jener mit sehr hohen Pensionen, übersteigen.

Trotz aktuell notwendiger Einsparungen werden die Ausgaben für Pflege auch im Jahr 2011 nicht gekürzt, lediglich der Zuwachs von 83 Mio. Euro auf 65 Mio. Euro gebremst. In der Pflegestufe 6 wird das Pflegegeld sogar erhöht, da 80 Prozent dieser Menschen mobile Dienste in Anspruch nehmen.

Hier beginnt der Werbebereich Hier endet der Werbebereich
Hier beginnt der Werbebereich Hier endet der Werbebereich

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

0 Kommentare

  • Herr Minister, ein großes DANKE auf für diese Verschlechterung!

    Budget: Auch Klagsfristen bei Pflegegeld gekürzt Das Justizministerium will im Rahmen des Sparpakets auch die Klagsfristen für Pensionisten und Pflegegeldbezieher gegen Bescheide der Behörden verkürzen.

    Eine bisher offenbar unentdeckt gebliebene Passage im Budgetbegleitgesetz stößt nun auf massive Kritik der Behindertenverbände, die angesichts der komplexen Thematik eine Aushöhlung des Rechtsschutzes befürchten.

    Die Kürzung der Einspruchsfristen gegen Pflegegeld- und Pensionsbescheide macht nur zwei Zeilen im insgesamt 35 Seiten starken Budgetbegleitgesetz des Justizministeriums aus. Derzeit gibt das Arbeits- und Sozialgerichtsgesetz den Betroffenen in Pflege- und Pensionsangelegenheiten drei Monate Zeit, eine etwaige Klage einzubringen. Diese verlängerte Frist soll nun gestrichen werden, womit nur noch die allgemeine Klagsfrist von vier Wochen gilt.

  • Schade, dass man da Termine nicht besser über veschiedene betroffene Gruppen abstimmen konnte!

    Demo „Weg mit dem Belastungspaket!“ 19.11.2010 in Linz

    Montag, 15. November 2010 @ 09:24

    Termine Linz, Freitag 19.11.2010
    Auftaktkundgebung Schillerplatz 16:00 Uhr
    Abmarsch zum Neuen Rathaus 16:30 Uhr

    Gemeinsam für die Zukunft!

    NEIN zu Einschnitten im Bildungs-, Sozial-, Pflege- und Behindertenbereich! JA zu einem sozialen und bildungsfreundlichen Österreich!
    NEIN zu Zugangsbeschränkungen an den Hochschulen! JA zum freien Bildungszugang! (Wer Matura hat, muss das Recht haben zu studieren!)
    NEIN zu Kürzungen der Familienbeihilfe! JA zu Kindern, Jugend und Familien!
    NEIN zu Kürzungen bei der Entwicklungszusammenarbeit! JA zu ÖsterREICHs globaler Verantwortung!
    NEIN zu Massensteuern! JA zu Reichensteuern!

    Infos http://www.facebook.com/belastungspaket

  • 11.11. 11:11 ist Faschingsbeginn, den die SPÖ gleich mit einem Scherz beginnt, der aber nicht lustig ist!

  • „Um Österreichs hervorragendes Pflegesystem…“ Gibt es ein Paralleluniversum, das uns die Bundesregierung vorenthält? „Unser“ Österreich kann damit ja wohl nicht gemeint sein!