Hundstorfer: Pflegende Angehörige bestmöglich unterstützen und absichern

Zahlreiche Maßnahmen bereits erfolgreich umgesetzt

BM Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz
BMASK

„Hauptziel des geltenden Systems der Pflegevorsorge ist es, pflegebedürftige Menschen und deren Angehörige durch eine direkte Geldleistung, sowie durch ein Angebot an sozialen Diensten finanziell zu entlasten, ein selbstbestimmtes, bedürfnisorientiertes Leben zu ermöglichen und auch die Teilnahme am sozialen Leben zu verbessern“, betonte Sozialminister Rudolf Hundstorfer heute Donnerstag in einer Aussendung. Aktuell beziehen mehr als 420.000 Frauen und Männer – das sind fast 5% der österreichischen Bevölkerung – Pflegegeld nach dem Bundes- oder einem Landespflegegeldgesetz.

Finanzielle Zuwendungen und Verbesserung der Betreuungsqualität

Umfragen ergeben, dass rund 80% aller Österreicherinnen und Österreicher in ihrer vertrauten Umgebung betreut werden möchten. Dies stellt für viele informell Pflegende eine besonders große Herausforderung und Belastung dar. Bereits in der Vergangenheit hat das Sozialministerium zahlreiche Maßnahmen zur Entlastung pflegender Angehöriger getroffen. Durch die Ersatzpflege kann beispielsweise pflegenden Angehörigen eine finanzielle Zuwendungen als Beitrag zu jenen Kosten, die bei Verhinderung der Hauptpflegeperson für die Ersatzpflege entstehen, gewährt werden. Die Sicherung und Verbesserung der Qualität in der häuslichen Pflege stellt eine weitere Maßnahme dar, die das BMASK bereits erfolgreich umgesetzt hat. Im Auftrag des Sozialministeriums werden von mehr als 130 diplomierten Gesundheits- und Krankenpflegepersonen bundesweit bei Pflegegeldbezieherinnen und -beziehern Hausbesuche mit dem Schwerpunkt Information und Beratung durchgeführt. 2009 wurden mehr als 18.200 Hausbesuche – mit jährlichen Kosten von mehr als 1,3 Millionen Euro – vorgenommen. „Wir setzen diese Qualitätssicherungsmaßnahme auch im Jahr 2010 im selben Umfang fort. Zusätzlich erfolgen seit 1. Jänner 2009 auch Hausbesuche bei PflegegeldbezieherInnen, denen eine Förderung zur 24-Stunden-Betreuung gewährt wurde“, zeigt sich Hundstorfer zuversichtlich über diese Erweiterung des Qualitätssicherungsangebotes.

Soziale Absicherung für pflegende Angehörige

„2009 wurden vom Bundessozialamt 6.864 Anträge bewilligt und mehr als 8,2 Millionen Euro an Zuwendungen ausgeschüttet“, zieht Hundstorfer positive Bilanz. „Ich werde auch weiterhin dafür sorgen, dass pflegende Angehörige bestmöglich entlastet und abgesichert werden. Ein besonders Anliegen ist mir, dass viele pflegende Angehörige die Möglichkeit haben, unter günstigen Bedingungen Pensionsversicherungszeiten für die Zeit der Pflege zu erwerben“, erläutert der Sozialminister seine Intention für die seit 1. August 2009 vom Bund übernommenen Beiträge für diese Versicherungsmöglichkeit. „Die Betreuung pflegebedürftiger Menschen ist ein zentrales Thema für die Zukunft unseres Österreichischen Sozialsystems. So wurden mit Wirkung ab 1. Jänner 2009 bereits viele Maßnahmen seitens des Sozialressorts ergriffen, wie die Erhöhung des Pflegegeldes, die verbesserte Pflegegeldeinstufung für schwerst behinderte Kinder und demenziell erkrankte Menschen sowie die Ausweitung der Fördermöglichkeiten von Kurzzeitpflege. Die Expertinnen und Experten meines Hauses arbeiten auch in Zukunft mit aller Kraft daran, Lösungen im Interesse einer bestmöglichen Zufriedenheit der betroffenen Menschen zu finden und damit eine qualitativ hochwertige Pflegevorsorge in Österreich sicherzustellen. Pflege soll für alle Betroffene leistbar sein und darf nicht zu finanzieller Abhängigkeit und Armut führen. Das Pflegegeld kommt in erster Linie den unteren Einkommensschichten zugute und leistet somit auch einen Beitrag zur Armutsbekämpfung“, so der Sozialminister. Neben ausführlicher Beratung der pflegenden Angehörigen am gebührenfreien Pflegetelefon des Sozialministeriums (0800 20 16 22) können sich pflegende Angehörige auch im Internet unter www.pflegedaheim.at informieren.

Hier beginnt der Werbebereich Hier endet der Werbebereich
Hier beginnt der Werbebereich Hier endet der Werbebereich

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

0 Kommentare

  • Die Beratung wird so ausgesehen haben.: „Sollte ihnen die Pflege zu anstrengend werden, dann rate ich ihnen sich um einen Heimplatz umzusehen für ihren Pflegbedürftigen“ Sehr hilfreich-diese Aussage und auch noch viel weitere, die nicht viel bringen (nur Kopfzerbrechen)

  • 1,3 Mio Euro für Beratungsgespräche!!?? Sowas kann man kaum nachvollziehen. Die sog. non profit Organisationen schrecken vor nichts zurück. Machen Werbung für sich und deklarieren das als „Beratung“ und kassieren auch noch dafür! Die Verbesserungen sind klitzekleine Barmherzigkeiten, die ohnehin schon immer gefordert wurden. Warum tun die Politiker immer so als ob sie selber persönlich irgendwas gegeben hätten? Dass es überhaupt Pflegegeld gibt, war jahrzehntelange Arbeit von Betroffenen … und nicht die Idee irgendeines Politikers!!

  • Soll mir bitte der Herr Sozialminister erklären, WIE ein Pensionist mit der Mindestpension 2000-2300 Euro ALLEINE für eine Pflegerin aufbringen soll, ohne dabei selber zu verhungern, wenn das Pflegegeld aber nicht einmal die Hälfte dieses Betrages abdeckt! Ausserdem haben die Pflegerinnen Anspruch auf freie Kost und Verpflegung, das kostet auch was, wenn man sich die derzeitigen Lebensmittelpreise ansieht. Leider bleibt vielen Betroffenen nichts anderes übrig, als ins Heim zu gehen, obwohl sie gerne zuhause bleiben würden, aber sich keine 24-Stundenbetreuung leisten können!