37. Woche 2026 – Tastmodell der Tallinner Altstadt
In der Altstadt von Tallinn, Estland gibt es ein Tastmodell, um das Stadtbild mit den Händen ertasten zu können. Vielen …
Pepo Meia interviewte Sozialminister Rudolf Hundstorfer für das Politmagazin "Trotz Allem" / Orange zu den kritisierten Details des Sparpakets beim "Nationalen Aktionstag" am 8. November 2010 im Sozialministerium.
Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) verteidigt seit Tagen mit teilweise haarsträubenden Argument die Grauslichkeiten des Sparpakets.
In seiner unnachahmlichen Art erläutert er im Interview warum die Kürzungen im Pflegebereich keine sind („Wir geben nur weniger mehr Geld aus.“) und warum das Verschieben der Barrierefreiheit nur ein „Strecken“ ist.
Beim „Nationalen Aktionstag“ erwähnte Hundstorfer auch, welche Ministerien um eine Verschiebung der Fristen für Barrierefreiheit baten. Laut Hundstorfer waren dies Bildung, Wissenschaft und Inneres.
„Nachdem das Gesetz zufälligerweise bei mir ist, hab‘ ich dann diesem Drängen nachgegeben, habe gesagt, ok, wir erstrecken das um 4 Jahre“, erläutert der Sozialminister, wie einfach aus seiner Sicht die Dinge sind.
Pepo Meia: Herr Minister Rudolf Hundstorfer, Kürzungen im Pflegegeldbereich, die Fristverlängerung von über vier Jahre für barrierefreies Bauen, da brauch‘ ich ein Statement von Ihnen.
Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ): Erstens einmal, wir kürzen nicht, wir dämpfen den Zuwachs im Pflegegeldbereich. Das heißt, wir geben trotzdem mehr Geld aus. Wir geben nur weniger mehr Geld aus. Das ist der eine Punkt.
Die Fristverlängerung Barrierefreiheit bei Bauwerken war das dringende Ersuchen von einigen Regierungskolleginnen und Kollegen, ob man hier mitmacht, und nachdem das Gesetz zufälligerweise bei mir ist, hab‘ ich dann diesem Drängen nachgegeben, habe gesagt, ok, wir erstrecken das um 4 Jahre.
Pepo Meia: Jetzt sind Sie auch Arbeitsminister. Grad‘ Arbeit sollte man ja schaffen und barrierefreies Bauen schafft Arbeit. Da erwartet man sich vom Sozialminister, dass er kämpft wie ein Löwe, als Betroffener. Das haben Sie scheinbar nicht getan.
Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ): Ich habe schon gekämpft und die Baustellen sind ja nicht beendet, sondern wir „strecken“ nur. Das heißt, die Baustellen werden über einige Zeit gestreckt. Jetzt kann man natürlich sagen, pro Jahr gibt’s weniger Baustellen, das ist so, aber in Wahrheit gehen trotzdem die Aktivitäten weiter.
Pepo Meia: Aber die Signalwirkung ist verheerend, nämlich jetzt sagen Sie halt „Jo, jetzt haben wir 4 Jahr länger Zeit“. I werd’s wahrscheinlich nimmer erleben.
Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ): Selbstverständlich werden Sie das erleben, ganz entspannt und locker. (lacht)
Pepo Meia: Ok, bedanke mich.
Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ): Bitte, baba, Wiederschaun.
Barrierefreiheit sichtbar gemacht: Jede Woche ein Bild, das Erfolge feiert oder Hürden aufzeigt.
In der Altstadt von Tallinn, Estland gibt es ein Tastmodell, um das Stadtbild mit den Händen ertasten zu können. Vielen …