Hundstorfer zum Tag der Pflegenden

Herausforderungen der Pflege aktiv annehmen

Rudolf Hundstorfer
Sozialministerium

„Wissenschaftliche Studien bestätigen, dass mit dem österreichischen System der Pflegevorsorge der richtige Weg eingeschlagen worden ist. Durch die Pflegegeldgesetze und ihre Begleitmaßnahmen konnte die Lage der betreuungsbedürftigen Menschen und ihrer pflegenden Angehörigen in den letzten Jahrzehnten deutlich verbessert werden. Aber die österreichische Sozialpolitik hat sich nie auf den Lorbeeren ausgeruht, sondern ist auf neue Herausforderungen, die sich mit der Zeit gezeigt haben, aktiv zugegangen und hat stetige Nachjustierungen vorgenommen, um die Qualität zu sichern, die Leistungen auszubauen und den Menschen möglichst maßgeschneiderte Unterstützungsleistungen bieten zu können. Von dieser Intention getragen sind auch die Schaffung des neuen Pflegefonds und die kundenfreundliche Neuregelung bei der Administration des Pflegegelds“, erklärt Sozialminister Rudolf Hundstorfer anlässlich des Tages der Pflegenden am 12. Mai.

„Vor diesem Hintergrund wurde das Pflegevorsorgesystem laufend durch verschiedenste Maßnahmen weiterentwickelt und verbessert, die insbesondere auch die Förderung der Betreuung in der Familie und die Verbesserung der Situation pflegender Angehöriger zum Ziel hatten. Denn rund 80 Prozent der pflegebedürftigen Menschen werden zu Hause von ihren Angehörigen gepflegt. Sie nehmen große Belastungen auf sich und leisten einen gesellschaftspolitisch äußerst wertvollen Beitrag. Es ist daher eine Notwendigkeit, auch die pflegenden Angehörigen bei ihrer schwierigen Tätigkeit zu unterstützen und deren Position zu stärken“, erklärt der Sozialminister.

„Die Betreuung pflegebedürftiger Menschen bleibt das Zukunftsthema schlechthin. Insbesondere aufgrund der demografischen Entwicklung und Alterung in Österreich gewinnt die Absicherung des Risikos der Pflegebedürftigkeit weiter an Bedeutung. Für die Entwicklung der nächsten Jahre kann festgehalten werden, dass aufgrund der demografischen Entwicklung mit einer stetigen Zunahme der Anzahl der PflegegeldbezieherInnen zu rechnen sein wird. Während im Jahr der Neuordnung der Pflegevorsorge im Jahr 1993 254.091 Menschen ein Pflegegeld nach dem Bundespflegegeldgesetz bezogen haben, so betrug die Anzahl der BezieherInnen im März 2011 bei Bundes- und Landespflegegeld zusammen rund 440.000. Und diese Zahl wird infolge der demografischen Entwicklung und der erfreulicherweise steigenden Lebenserwartung in den nächsten Jahren weiter zunehmen. Es wird daher erforderlich und unumgänglich sein, bestehende Maßnahmen in diesem Bereich weiterzuentwickeln und anzupassen. Es wird aber auch notwendig sein, weitere Schritte zu setzen, um das hohe Niveau des österreichischen Pflegevorsorgesystems auch in Zukunft zu gewährleisten“, erläutert Hundstorfer.

Pflege ist Arbeitsmarkt der Zukunft

Die arbeitsmarktpolitische Komponente von Pflege und Betreuung darf dabei nicht außer Acht gelassen werden. Pflege- und Betreuung wird zu einem sehr wichtigen Segment des Arbeitsmarkts der Zukunft werden. Der Arbeitsbereich der in der Betreuung und Pflege tätigen Menschen ist ein außerordentlich bedeutender Sektor des Arbeitsmarktes, der in den letzten Jahren insbesondere auch unter dem Blickwinkel des steigenden Bedarfes an Betreuungs- und Pflegepersonal und des Einsatzes ausländischer Betreuungs- und Pflegekräfte an Bedeutung gewonnen hat“, unterstrich Hundstorfer.

„Österreich kann mit Recht stolz auf seine sozialen Errungenschaften sein. Dennoch darf es keinen Stillstand geben. Es gilt vielmehr auch in Zukunft eine qualitativ hochwertige, effektive und langfristig finanzierbare Pflegevorsorge in Österreich sicherzustellen, aber auch Lösungen im Interesse einer bestmöglichen Zufriedenheit der betroffenen Menschen zu finden, die alle Bereiche des österreichischen Systems der Pflegevorsorge betreffen. Ein würdevolles, selbstbestimmtes Leben muss für alle – und ganz speziell für pflegebedürftige – Menschen als Selbstverständlichkeit gesichert werden. Das Ziel muss sein, eine Pflege- und Betreuungslandschaft, die die Bedürfnisse aller Beteiligten ausgewogen berücksichtigt, zu gestalten. Kernelemente sind vor dieser Prämisse ein zweckorientiertes Pflegegeld sowie ein flächendeckendes bedarfsorientiertes Angebot von leistbaren ambulanten, teilstationären und stationären Diensten“, skizziert Hundstorfer die kommenden Herausforderungen.

„Es steht außer Frage, dass allen Gruppen der Gesellschaft jenes Maß an sozialer Sicherheit gewährleistet werden muss, das es ihnen erlaubt, möglichst gleichberechtigt am sozialen Leben teilzunehmen. Dieses Prinzip von Solidarität und Gerechtigkeit liegt dem Sozialstaat Österreich zugrunde“, so der Sozialminister abschließend.

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0 Kommentare

  • Nichts als heiße Luftblablablablablablasen! Eine österreichische Krankenschwester, eine Freundin die in Schweden lebt, berichtete uns heute: Schweden will, dass alle zu Hause gepflegt werden und pflegende Angehörige werden wie gleichberechtigte Menschen behandelt deren Pflege- und Assistenzleistungen anerkannt und gerecht entlohnt werden.
    Österreich will gemäß der luftblablablasenartigen Lippenbekenntnisse von asozialen Ausbeutungs- und Diskriminierungspolitikern auch, dass zu Hause gepflegt wird: solange die pflegenden Angehörigen schlimmer wie Sklaven ausgbeutet, diskriminiert, von der gesellschaftlichen Teilhabe ausgeschlossen, erniedrigt, unwürdig behandelt und verarscht werden können. Wenn deren Existenzgrundlagen und oft auch deren Gesundheit dann endlich ruiniert wurde, beginnt die Verwertung der Unterstützungsbedürftigen in Aussonderungsanstalten nach dem eugenisch ökonomistischen Grundkonsens der menschenrechtsdelinquenten Politik der Behauptung. Die hoheitliche Schändlichkeit österreichischer Sozialpolitik ist nur noch ekelhaft!

  • @Manfred Srb: Richtig erkannt, dies ist der Plan – jedoch nicht nur von Hundstorfer, sondern auch derer, die von uns leben und sich auf unsere Kosten schamlos bereichern und bereichert haben und deshalb werden die Betroffenen auch nicht in die Entscheidungen miteingebunden. Die Befürsorgugsgesellschaft lebt von uns Betroffenen und dies will man so lange als möglich erhalten. Inklusion von behinderten Menschen könnte man wenn man wollte sehr rasch umsetzen – dies ist vermutlich jedoch nicht gewollt. Deshalb müssen wir uns mit aller Kraft wehren!

  • Wenn ich vom Herrn Sozialminister lese „Ziel muss es sein…ein zweckorientiertes Pflegegeld“ (zu schaffen)dann beschleicht mich erneut ein ungutes Gefühl: Was ist in seinen Augen der Zweck des Pflegegeldes? Der Zweck ist im Gesetz definiert. Was bedeutet dann aber dieser neue Begriff?

    Ist der Zweck für Herrn Hundstorfer vielleicht der, einen möglichst großen Teil des Pflegegeldes für soziale Dienste auszugeben? So, wie er das in seinen Aussagen immer wieder, mehr oder weniger deutlich zum Ausdruck gebracht hat?

    Und würden dann alle jene die sich die Freiheit herausnehmen, ihr Pflegegeld nicht den sozialen Diensten in den Rachen zu schieben, dafür bestraft werden und nur mehr verringerte (also noch geringere) Beträge erhalten?

    Ist das etwa die Zukunftsvision des Sozialministers? Dann gnade uns Gott!!

  • Und warum erhöht man nicht jährlich das Pflegegeld um die 80% der Angehörigen zu stärken – nur reden und nicht handeln ist kontraproduktiv – lieber Herr Sozialminister.. Es ist momentan kein Stillstand, sondern mehrere Schritte wurden zurück gesetzt, da mindestens 650 Millionen Euro auf Kosten behinderter Menschen eingespart werden – Danke lieber Herr Sozialminister tun Sie uns einen Gefallen und treten Sie zurück!