Hurra! Mein erster Job!

Wie bin ich zu dieser Arbeit gekommen?

Isabella Aigner vor dem Computer
Aigner, Isabella

Ich fand diese Anzeige, die sich gezielt an Menschen mit Behinderung richtete, im Internet und schrieb eine Bewerbung hin.

Wo bin ich angestellt?

Ich arbeite seit 1. 1. 2012 für die Firma Telemark Marketing. Telemark Marketing ist ein Meinungsforschungsinstitut, das unter anderem telefonische Umfragen zu verschiedenen Themen macht. Da meine Firma nicht barrierefrei ist, arbeite ich im Home Office, also von zu Hause, in meinem Fall noch von der WG aus.

Womit und wie arbeite ich?

Ich bin bei dieser Arbeit auf das Internet angewiesen und verwende ein Head-Set. Ich arbeite mit Fragebögen zu verschiedenen Themen, welche ich über einen Link öffnen und ausfüllen kann.

Ich erhalte von meinem Chef meist anonyme, vom Computer zusammengestellte Listen, Listen mit Telefonnummern, anhand derer ich Personen anrufe und hoffe, dass diese einwilligen, mir die Fragen zu beantworten.

Je nachdem, wie diese auf meine Bitte reagieren, markiere ich bzw. meine Persönliche Assistentin am Arbeitsplatz (PAA) die Spalte in der Liste.

Es funktioniert nach folgendem System: Vereinbarte Rückrufstermine vormittags werden blau, nachmittags rot markiert. Absagen – kommen leider oft vor – grau. „I“ für durchgeführte Interviews, das ist mir die liebste Zeile, werden gelb hinterlegt, weil ich mich darüber freue. Das Farbsystem habe ich selber gewählt, um einen besseren Überblick zu haben.

Es gibt noch etwas ganz Besonderes an diesem Job – ich kann mir die Arbeitszeit selbst einteilen und arbeite vier Stunden am Tag. Während dieser Zeit habe ich PAA.

Was machen meine Persönlichen Assistentinnen?

Sie arbeiten nach meiner Anleitung und erledigen die Dinge, die ich aufgrund meiner Behinderung nicht oder nur sehr langsam durchführen kann.

Die Aufgaben bei der Firma Telemark Marketing machen mir großen Spaß, ich könnte sie jedoch ohne PAA nicht erledigen. Ich habe ein Team von vier Assistentinnen, welche bei der WAG Assistenzgenossenschaft angestellt sind, und bei mir arbeiten.

Meine Assistentinnen geben alle Telefonnummern in das Telefon ein, und markieren das jeweilige Ergebnis dementsprechend in der Liste. Außerdem unterstützen sie mich beim Weiterklicken des Fragebogens.

Was wird bei meiner Arbeit vorausgesetzt?

Verlässlichkeit, Sprachgewandtheit am Telefon, Geduld, Einfühlungsvermögens sind die wichtigsten Dinge.

Ich muss einfach spüren, wie man mit welcher Person sprechen kann. Von manchen Personen erhält man, trotz Einfühlungsvermögens und Verständnis für unterschiedliche Situationen, kein Interview.

Mein Ziel als Mitarbeiterin der Firma Telemark Marketing ist es, das Gespräch mit jedem Interviewpartner positiv und freundlich zu beenden.

Was hat sich durch diesen Job für mich verändert?

Abgesehen von den vier Stunden, in denen ich arbeite, bin ich von 8.30 bis 16.00 nun in der WG auf mich alleine gestellt. Diese Tatsache bedeutet für mich mehr Vorausdenken und Organisation.

Zum Beispiel muss ich eben, wenn ich hinausgehen möchte, schon bevor meine PAA den Dienst beendet, daran denken, dass sie mir die Jacke anzieht. Diese Veränderung ist für mich eher neu und noch manchmal eine Herausforderung, welche teilweise noch mit Unsicherheit verbunden ist.

Im Allgemeinem bin ich aber sehr glücklich, dass ich nun eine Arbeit habe, daher bis 16:00 Uhr wie beschrieben mit PAA lebe und erst danach wieder durch die WG auf Betreuung angewiesen bin.

Bedanken möchte ich mich bei …

Meinen Chefs Herrn Mag. Robert Sobotka und Herrn Zuber, dass sie mir den Einstieg in das Berufsleben ermöglicht haben und bei Fragen zur Verfügung stehen.

Ein weiterer Dank geht an die Beratungszentren BIZEPS und WAG, da ich ohne ein Praktika bei ihnen das selbstbestimmte Leben so nicht kennen gelernt hätte und ohne diesen sicher noch nicht so viele für mich wichtige Ziele in Richtung selbstbestimmt Leben erreicht hätte.

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0 Kommentare

  • @ Blındenwurm: Auf http://www.telemark-marketing.com sınd anscheınend nur Führungskraefte angeführt.

    @ Telephonfıshıng: Unaufgeforderte Anrufe sınd tatsaechlıch verboten, aber wahrscheınlıch haben jene Personen dıe angerufen werden ıhre Zustımmung dafür gegeben. Beı Kundenkarten, etc. passıert so etwas schnell.

  • @ Martin Wolkersdorfer: Telefonnummernverkauf – Telekon (A1) – meiner Meinung eine „Grauzone“ bzw. illegal – denn Telefonfishing ist gesetzlich verboten!

  • @ Telefonfishing: Telefonnummern und Adressen verkauft z.B. Die Telekon (A1) ganz legal, samt filterprogrammen für Berufe, Einkommen, Orte etc.

  • @ Daniel: Unser Wirtschaftssystem funktioniert so, dass der Arbeitende einen Mehrwert produziert, der als Gewinn zur großen Mnege des Kapitals zugeführt wird, so gesehen, wird JEDEr ausgebeutet.

  • Interessanter Weise scheint frau Aigner auf der Homepage der Firma gar nicht als Team-Mitarbeiterin auf. Quelle: http://www.telemark-marketing.com

  • Ich hoffe einfach das sie nicht ausgenützt wird, wie es leider bei vielen Behinderten von den Arbeitgebern noch gang und gebe ist!

  • Natürlich ist es schön für Frau Aigner, dass sie nun endlich eine Beschäftigung hat. Mit der Jobinitiative vom BMASK u.a hat das hoffentlich nix zu tun. Und: Telefonfishing ist verboten. Es ist fraglich ob nicht Frau Aigner für ein illegale Tätigkeit ihre Stimme hergibt. Woher bekommt die Firma die Adressen für Ihre sogenannten Marketing-Anrufe? Sie kauft diese vermutlich (illegal?) ein. Und dann werden die Menschen überschwemmt mit unerwünschten Anrufen. Meiner Meinung wird Frau Aigner „ausgebeutet“ – ein Lowbudget-Heimjob.

  • Willkommen in der Gruppe der Steuerzahler!