Michael Landau

„In der Kirche gibt es keinen Platz für die Diskriminierung von Menschen mit Behinderung“

Im Rahmen des ökumenischen Gottesdienstes unter dem Motto "Jesus geht mit uns" ging der Wiener Caritasdirektor Michael Landau auf die jüngst öffentlich gewordene Kommunionsverweigerung in der katholischen Kirche in Raxendorf ein.

„In der Kirche gibt es keinen Platz für die Diskriminierung von Menschen mit Behinderung“, sagte Landau beim Gottesdienst am 22. April 2006 in Wien und schuf so einen aktuellen Bezug zur Kommunionsverweigerung eines katholischen Pfarrers.

Dieser hatte zwei behinderten Menschen vor wenigen Wochen die Kommunion verweigert. Er begründete seine Handlung damit, dass diese lernbehinderten Menschen „bestimmte Dinge ja nicht nachvollziehen können“ und es „ihnen auch nicht zuzumuten“ sei.

Landau: „Es hat wehgetan“

Landau erzählte von seinen persönlichen Gefühlen. Es hätte ihn geärgert, traurig gemacht und wehgetan, als er von den Vorfällen in Niederösterreich erfahren habe. „Ich bin froh und dankbar für die klaren Worte von Bischof Klaus Küng, dass Menschen mit Behinderung in keiner Weise von der Kommunion ausgeschlossen sind“, zitiert der ORF-Wien aus der Predigt von Landau.

Es geht um gemeinsames Leben im Glauben

Aus der täglichen Caritas-Arbeit wisse er, dass in vielen Pfarrgemeinden „Integration tatsächlich gelebt wird und gelingt“, es gehe „um ein gemeinsames Leben, auch ein gemeinsames Leben im Glauben“, so Landau.

Kirche für Menschen mit Behinderung muss in der Gemeinde stattfinden, hielt der Caritasdirektor fest. Dies sei ein wichtiger Bestandteil des gemeinsamen Glaubens.

„Es war ein schöner Gottesdienst“, zeigte sich ein Teilnehmer berührt und hob neben den wohltuenden klaren Worten von Landau auch die beeindruckende szenische Darstellung der Emmaus-Geschichte hervor.

Der Arbeitskreis Behindertenseelsorge der Erzdiözese Wien, die Caritas der Erzdiözese Wien und die Diakonie Österreich gestalteten diesen Gottesdienst. Der ökumenische Gottesdienst für Menschen mit Behinderung fand heuer bereits zum dritten Mal statt und soll eine feste Einrichtung werden.

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0 Kommentare

  • Es ist eine Schande, wenn behinderte Mitmenschen z.B. vom Kommunionempfang ausgeschlossen werden. Hierfür gibt es und gab es nie eine Berechtigung. Nach wie vor ist es z.B. in der römisch katholischen Kirche Praxis, das behinderte Mitmenschen/Mitchristen z.B. nicht Priester werden dürfen. Diese ganze Praxis hat jedenfalls mit Jesus Christus nichts zu tun und mit der Lehre und Sichtweisen der Kirchenmütter und Kirchenväter auch nicht. Ihnen allen gesegnete Weihnachten und einen guten Übergang in das Jahr 2008.

    Herzliche Grüße Wolfgang Bastian, Priester der orthodoxen katholischen Gemeinde Lauterbach/Deutschland und Bregana/Kroatien, Jurisdiktion: Bischof +Karel van Osch, Altkatholische Kirchengemeinschaft Niederlande

  • DANKE für die erste ausreichende Aussage zu dieser Fehlleistung des Pfarrers, der sich die (medizinische??) Beurteilung von Menschen „zutraut“! Jetzt muß noch die Diözese endlich die richtigen Schritte setzen.

  • In der Tat, es ist mehr als wohltuend, was Herr DDr. Landau ausgeführt hat. Wichtig und sehr hilfreich sind auch die Worte von Herr Bischof Klaus Küng. Der Beitrag von Herrn Georg Bendl ist ebenso richtig, wie wichtig. Die Ausführungen von Herrn Franz Sieber sind nicht nachvollziehbar. Das Verständnis der Abendmahlsfeier der ersten Christengemeinden widerspricht sehr deutlich der Auffassung der römisch-katholischen Kirche. Die christliche Abendmahlsfeier geht zurück auf das letzte Mahl Jesu mit seinen Jüngern (Mt 26,26-28 und Parallelen), ist aber auch zu sehen auf dem Hintergrund der Tischgemeinschaft Jesu mit den „Zöllnern und Sündern“ (Mk 2,16; Lk 15,2). In Erinnerung an die Mahlgemeinschaft Jesu wurde das Abendmahl in den ersten Christengemeinden noch im Rahmen einer gemeinsamen Mahlzeit aller Gläubigen gefeiert (-> Liebesmahl). In diesem Zusammenhang sei auch daran erinnert, dass Jesus Christus niemanden vom gemeinsamen Abendmahl ausgeschlossen hat. Es geht hier nicht darum, ob evangelische Mitchristen ein anderes Verständnis der Abendmahlsfeier haben als die römisch-katholischen Mitchristen, sondern einzig und allein darum, was Jesus Christus uns aufgetragen hat und nicht darum, was menschliche Dogmen festgeschrieben haben. Beste Grüße aus Deutschland.
    Orthodoxe Katholische Gemeinde,
    Wolfgang Bastian, Lauterbach / Bregana, Rheinstraße 35, D-36341 Lauterbach

  • Die urchristliche Kirche schliesst niemanden aus. Ausschliessen ist eine Sache der Romkatholiken und Teil mittelalterlicher Dogmen und keinesfalls 2000 Jahre alt.

  • Herr DDr.Landau hat, wie viele andere Bewegte auch, nur etwas gehört, ohne aber den Hintergrund und genauen Sachverhalt zur Raxendorfer Causa zu kennen. Herr Landau ist Chef der Caritas Wien, das sollte ihn hinlänglich ausfüllen. Vor allem steht es ihm nicht zu, den Bischof einer Nachbardiözese zu loben oder zu tadeln.

    Bei allem unübersehbar Guten, was die Caritas in und außerhalb des Landes leistet, stößt immer mehr auf, dass ihre hohen Funktionäre sich scheinbar nur mehr als Agenten des ökumenischen Sozialworts begreifen. Das allein macht die katholische Kirche jedoch nicht aus.

    Indessen agitieren Weinviertler Gläubige öffentlich gegen das Allgemeine Sündenbekenntnis in der Hl. Messe und deklarieren die Grünen (!!) den uneingeschränkten Kommunionsempfang sogar zum Bestandteil der Menschenrechte, bei dem die persönliche Würdigkeit des Empfängers bzw sein vollzogener oder unterbliebener Eintritt in die Lebensphase der Vernunftbegabung unbeachtlich zu bleiben hat, andernfalls jeder pastoral besorgte Geistliche vor Ort sich dem schwerwiegenden Verdacht der Diskriminierung aussetzt.

    Während solcherart der „Reformboden“ bearbeitet wird forciert zeitgleich eine jüngst gegründete Pfarrerinitiative des gewesenen Caritas-Chefs Schüller die Abendmahlgemeinschaft mit den Protestanten als eines der drängendsten Anliegen unserer Kirche.

    Zwar haben die Evangelischen eine ganz andere Verständnistradition, aber das macht nichts. Wichtig ist: jeder und jede bekommt die Kommunion; für ganz Progressive: auch bald als Mitnachhausenehm-Mehrfachpackung? Hauptsache, die zweitausendjährige katholische Abendmahls-Auffassunggeht endlich den Bach hinunter. Den Rest (Egalisierung des Geheimnisses vom Leib und Blute Jesu) besorgen bereits fortschrittlich-evangelische Theologinnen.

    Unter dem hehren Banner der Integration müssen dazu ohne jede Unterscheidung nach Eignung die Opfer jedweder Art von Behinderung herhalten. Urchristlich ist das jedenfalls nicht!

  • also, wenn das klare worte sein sollen … die aussagen triefen voller diskriminierender bilder und einer haltung behinderter menschen gegenüber, die nicht dem paradigmenwechsel in der behindertenpolitik enstspricht, sondern tiefstes mittelalter.