In liebevollem Gedenken an Manfred Kayer

Ein Leben mit Behinderung

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Lichterkette

Manfred Kayer, Bruder der „Lichterkette“-Gründerin Brigitte Heller, verstarb am 16. August 2023 im Alter von nur 41 Jahren, an einer unerwarteten Lungenembolie. 

Manfred kam 1982 mit einer Gehirnblutung zur Welt. Zahlreiche Therapien halfen ihm, körperlich so mobil wie möglich zu sein. Seine ersten drei Lebensjahre musste Brigitte Hellers „kleiner Bruder“ deshalb fast ausschließlich im Krankenhaus verbringen. Das Familienleben gestaltete sich sehr schwierig. Der Vater lebte mit einer schweren Alkoholsucht, weshalb die Familienmitglieder ständig psychischer Gewalt wie Beschimpfungen und Diskriminierung ausgesetzt waren.

Bei Manfred machten sich bald eine Depression und Essstörung bemerkbar. Bereits im Kindesalter wurde er als „geistig und körperlich behindert“ eingestuft. Da Manfred immer wieder mit starken Gleichgewichtsproblemen kämpfte, lief er ständig Gefahr, dass ein vom Gehirn in den Magen verlegter Shunt funktionsuntüchtig werden könnte. Die größte Belastung war jedoch die psychische Erkrankung.

„Wäre Manfred nur diesbezüglich eingestuft worden, hätte er weder Anspruch auf eine Assistenzleistung gehabt noch hätte er im Alter von 16 Jahren die Möglichkeit erhalten, bei ‚Jugend am Werk‘ aufgenommen zu werden“, so Brigitte Heller, Gründerin des Vereins „Lichterkette“.

Manfred besuchte die Volksschule, Hauptschule und den Polytechnischen Lehrgang. „Es war immer ein Kampf mit so manchen Lehrer*innen“, erinnert sich Brigitte Heller. Ihr Bruder hatte vor allem Probleme mit Druck und Stress. Von inklusivem Unterricht und Eingliederung sei zu Manfreds Schulzeit nämlich noch keine Rede gewesen. Dennoch gelang es Manfred, die Regelschule mit viel Unterstützung ganz normal abzuschließen.

Lebensmotor Musik

In der Einrichtung von „Jugend am Werk“ war recht bald klar, dass sich Manfred für Musik begeistern konnte. Im Rahmen therapeutischer Maßnahmen entwickelte sich der Jugendliche, der im Kindesalter sehr introvertiert, aggressiv war und oft mit niemandem sprach, unheimlich gut. „Durch die Musik kam er aus sich raus. Er lernte, das Leben und Menschen zu lieben“, erzählt Brigitte Heller stolz über ihren Bruder.

Manfred begann, Keyboard zu spielen. Bald darauf setzte ihn sein Betreuer als Sänger in der inklusiven Band „Heartworker“ ein, die 2007 den European Song Contest für Menschen mit Behinderungen gewann. Zuletzt führte er als Peer auch selbst eine Musikgruppe bei „Jugend am Werk“. Darüber hinaus war Manfred als Referent für das Erwachsenenschutzgesetz tätig.

Selbstbewusstsein durch Persönliche Assistenz

Eine besonders wichtige Unterstützung war für Manfred die Persönliche Assistenz. So sagte er in einem Interview für ein Printmedium, dass er durch diese Unterstützung gelernt habe, selbständiger und vor allem selbstbewusster zu werden. Eine der Persönlichen Assistent*innen war mehr als 20 Jahre für ihn tätig.

Manfred hatte noch unheimlich viel vor. Doch leider hatte das Schicksal für ihn andere Pläne.

Verabschiedung am 1. September 2023 in 8605 Kapfenberg, Friedhofweg 10, 13 Uhr

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