28. Woche 2026 – Gebärdensprachdolmetschung im ORF in völlig neuem Design
Das neue Studio, aus dem die Aufnahmen mit den Gebärdendolmetscherinnen und Gebärdendolmetschern gesendet werden, kommt bei Sendungen mit ÖGS zum …
Teilnehmende am LICHT INS DUNKEL-Dialogforum „Inklusive Bildung jetzt?! Lernwelten von morgen heute gestalten“ entwickelten Zukunftsperspektiven und formulierten Forderungen.
Inklusive Bildung ist weit mehr als nur ein rein bildungspolitisches Thema. Sie entscheidet mit darüber, wer dazugehört, wer gemeinsam lernen kann und welche Chancen Menschen später im Leben haben. Denn Bildung ermöglicht es Menschen, ihre Fähigkeiten und Talente zu entfalten, und ist somit ein wichtiger Teil von Empowerment und Selbstbestimmung.
Deshalb hat LICHT INS DUNKEL sein fünftes Dialogforum unter das Thema „Inklusive Bildung jetzt?! Lernwelten von morgen heute gestalten“ gestellt. Am 11. Juni 2026 tauschten sich rund 80 Teilnehmende im BG/BRG Kirchengasse in Graz darüber aus, wie inklusive Bildung gelingen kann, welche Barrieren noch bestehen und was nötig ist, damit alle Menschen gut lernen und teilhaben können.
Unter den Teilnehmenden waren Menschen aus der Behindertencommunity, Selbstvertreter*innen, Pädagog*innen von der Elementarpädagogik bis zur Oberstufe, Expert*innen aus Forschung und Lehre, aus Politik und Verwaltung, von der Bildungsdirektion sowie Schüler*innen und Elternvertreter*innen. Sie kamen in der Diskussion überein: Inklusive Bildung betrifft nicht nur einzelne Menschen. Vielmehr betrifft sie die Frage, wie wir als Gesellschaft zusammenleben wollen.
Die Teilnehmer*innen des Dialogforums wiesen darauf hin, dass inklusive Bildung und Förderung so früh wie möglich beginnen müsse. Wichtig seien aber auch inklusive außerschulische Angebote, um den Weg in Richtung einer inklusiven Gesellschaft weiterzugehen.
Damit junge Menschen mit Behinderungen selbstbestimmt lernen können, müssen sie zunächst einmal als Individuen mit ihren jeweiligen Stärken und Bedarfen akzeptiert werden. Gerade bei jungen Kindern dürfen die Eltern aber nicht außer Acht gelassen werden. Es fehlt etwa eine zentrale Anlaufstelle, an die sich Eltern eines Kindes mit einer Behinderung wenden können.
Eine Haltung, die alle Menschen willkommen heißt, ist eine Grundvoraussetzung für gelingende Inklusion. Aber es braucht auch die Bereitschaft, die „Extrameile“ zu gehen, denn Inklusion kostet mehr Anstrengung.
Dabei darf jedoch nicht außer Acht gelassen werden: Inklusion ist ein Bildungsauftrag für alle, denn alle Kinder profitieren von einer inklusiven Haltung – und letztlich damit auch die Gesellschaft.
Ein teilnehmender Schüler betonte, dass neben der Haltung auch die Räumlichkeiten wichtig sind. So bräuchte es Rückzugsorte für Menschen im Autismus-Spektrum wie ihn, aber auch Orte zum Austoben für andere Kinder.
Mit Sorge blickten die Teilnehmenden auf die Ressourcenknappheit und den teilweise fehlenden politischen Willen, die notwendigen Rahmenbedingungen für Inklusion zu schaffen.

Die größte Hürde auf dem Weg zur inklusiven Bildung ist das „Mindset“ des Bildungssystems, das davon ausgeht, dass es Durchschnittsmenschen gibt. Dabei zeigt die Realität vielmehr, dass Kinder die Welt sehr unterschiedlich wahrnehmen und auch nicht alle mit den gleichen Rahmenbedingungen gut lernen können.
Eine wichtige Rolle kommt hierbei den Pädagog*innen zu. Aber auch Schulassistent*innen sind wichtige Bezugspersonen und sollten entsprechend geschult sein. Eine weitere Barriere in den Köpfen ist die teilweise bestehende Angst vor Technologie. Dabei kann diese Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen, etwa mit einer Sehbehinderung, hervorragend unterstützen.
Die Teilnehmenden ließen mit einer klaren Forderung aufhorchen: Man müsse die Sonderschulen in ihrer jetzigen Form auslaufen lassen und sich voll und ganz auf inklusive Bildung konzentrieren, bei der alle gemeinsam mit- und voneinander lernen.
Das Wissen darüber, wie Inklusion funktionieren kann, ist bereits vorhanden, es hapert jedoch an den Rahmenbedingungen. Denn man kann es sich nicht leisten, auf die Talente von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen zu verzichten.
Ein weiterer Punkt: Inklusion muss fixer Bestandteil der Ausbildung von Pädagog*innen werden, um zur Selbstverständlichkeit zu werden. Zudem braucht es mehr Lehrende mit Behinderung, die den Kindern als Role Models dienen.
Auch das Mindset muss sich ändern: Inklusion sollte vom Wert her mit Demokratie gleichgesetzt werden. Denn beides funktioniert nur, wenn alle die Möglichkeit haben, daran teilzunehmen.
Barrierefreiheit sichtbar gemacht: Jede Woche ein Bild, das Erfolge feiert oder Hürden aufzeigt.
Das neue Studio, aus dem die Aufnahmen mit den Gebärdendolmetscherinnen und Gebärdendolmetschern gesendet werden, kommt bei Sendungen mit ÖGS zum …