Inklusive Bildung ohne Gebärdensprache ist Illusion

Kongress betont Menschenrecht auf Gebärdensprache

Bildungskon­gress 2025: Gebärden.­Sprache.Bildung
Österreichischer Gehörlosenbund

Am 12. und 13. September 2025 veranstaltet der Österreichische Gehörlosenbund (ÖGLB) gemeinsam mit den Verbänden aus Deutschland und der Schweiz den 5. Internationalen Bildungskongress „Gebärden.Sprache.Bildung – Gebärdensprache stärken, Bildung verbessern“ an der Universität Wien.

Unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Alexander Van der Bellen rückt der Kongress die Bedeutung der Gebärdensprache und Inklusion in den Mittelpunkt der bildungspolitischen Diskussion.

Es werden über 300 internationale Teilnehmende erwartet, der Fachkongress ist nahezu ausverkauft.

Bildungsgerechtigkeit durch Gebärdensprache

Im Fokus der zweitägigen Veranstaltung stehen die Zukunft der bimodal-bilingualen Bildung, neue Lehrpläne und die konsequente Umsetzung barrierefreier Lernwelten. Fachvorträge, Podiumsdiskussionen und Workshops beleuchten rechtliche Rahmenbedingungen, aktuelle Forschungsergebnisse und praktische Ansätze für Unterricht und Inklusion.

„In Lautsprache können Inhalte gehörlosen Kindern oft nicht umfassend vermittelt werden. Über Gebärdensprachen erreichen sie jedoch auf visuellem Weg das gleiche Bildungsniveau wie hörende Kinder“, betont Helene Jarmer, Präsidentin des ÖGLB.

Wir müssen dringend weg von der Annahme, dass Gebärdensprachen nur ein Hilfsmittel zur Behebung eines Defizits sind.

„Für mich ist Gebärdensprache nicht nur Kommunikation, sondern Identität und Heimat“, sagt Lukas Huber, Generalsekretär des ÖGLB, und ergänzt:

Wenn wir über Bildung sprechen, geht es nicht nur um Schulbücher, sondern darum, dass Kinder von klein auf das Gefühl haben: Meine Sprache zählt, meine Kultur zählt. Und das verändert ein ganzes Leben.

Politisches Signal: Gemeinsame Erklärung der Verbände

Zum Abschluss des Kongresses verabschieden die Gehörlosenverbände aus Österreich, Deutschland und der Schweiz eine gemeinsame Erklärung. Sie enthält zentrale Forderungen an Politik und Gesellschaft, darunter:

  • Gesetzliche Anerkennung der Gebärdensprachen mit konsequenter Umsetzung in allen relevanten Bereichen
  • Recht auf Gebärdensprache ab Geburt
  • Recht auf mehrsprachige, inklusive Bildung
  • Umsetzung internationaler Standards wie die UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) und der „Deklaration über die Rechte gehörloser Kinder“ der World Federation of the Deaf (2023)
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