Integration Wien & Lobby4kids: Kein Platz für Kinder mit Behinderung

Wien nimmt Kindern mit Behinderungen oder chronischen Erkrankungen entscheidende Bildungschancen in Kindergärten und Schulen.

Pressekonferenz von Integration Wien 16.11.2010
Integration Wien

Der Verein „Integration Wien“ und der Selbsthilfeverein „Lobby4kids“ kritisierten heute in einer Pressekonferenz die fehlenden Bildungschancen von Kindern mit Behinderungen oder chronischen Erkrankungen in Wien. Viele betroffene Kinder bekämen entweder keinen geeigneten Platz in der Kinderkrippe und im Kindergarten oder müssten viel zu lange darauf warten.

Auch in der Schule, in der Nachmittagsbetreuung und während der Ferienzeiten gäbe es zu wenig Fachpersonal, eine negative Einstellung gegenüber Eltern und Kindern mit Behinderung und fehlende medizinische Versorgung. Dadurch werde klar die UN-Kinderrechtskonvention und die UN- Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung verletzt.

„Wir fordern ein gesetzlich verankertes und durchsetzbares Recht der Kinderbetreuung für alle Kinder, so auch für Kinder mit Behinderungen“ so Fritz Neumayer von „Integration Wien“ und Irene Promussas von „Lobby4kids“ gemeinsam bei der heutigen Pressekonferenz (siehe Presseunterlagen und Forderungen).

„Der Kindergarten ist ein Ort, an dem Kinder miteinander und voneinander lernen. Dazu gehört das gemeinsame Spiel und Arbeiten, der Umgang mit anderen Kindern und erwachsenen Personen, die nicht zur Familie gehören. Hier wird der Grundstein für ein späteres selbstverständliches Miteinander in der Gesellschaft gelegt“, erklärte Petra Pinetz, die die Beratungsstelle für (Vor-) Schulische Integration leitet.

Michael Lenehan, Vater einer fünfjährigen Tochter mit Behinderung, schilderte die enttäuschenden Erfahrungen mit Integration in Wien. „Von Beginn an war unsere Tochter im Kindergarten unerwünscht. Es war nicht möglich, mit den Fachkräften Gespräche zu führen. Lediglich die Defizite unserer Tochter Aisling standen im Vordergrund. Sie durfte maximal zwei Stunden bleiben.“ Dem Mädchen wurde der Besuch einer Integrationsgruppe verweigert.

„Die unzureichende Bereitstellung von Ressourcen, sei es finanziell, personell oder räumlich, spitzt sich bei Kindern mit Behinderungen im Bereich der Nachmittagsbetreuung und während der Ferienzeiten noch zu“, kommentierte Selma Schacht, Betriebsratvorsitzende der Wiener Kinder- und Jugendbetreuung, die untragbare Situation.

„Wir fordern ein Ende der Diskriminierung von Kindern mit Behinderungen“, so Promussas und Neumayer. „Es ist allerhöchste Zeit, das Recht auf inklusive Bildung gesetzlich zu verankern. Es geht also darum, dass Kinder mit Behinderung gemeinsam mit Kindern ohne Behinderung in den Kindergarten und in die Schule gehen können. Hier braucht es ausreichend personelle und materielle Mittel, Ganztagsbetreuung an Schulen, Assistent/innen oder zum Beispiel Gebärdensprachdolmetscher/innen.“

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