Japan: Roboter im Café sorgen für Inklusion am Arbeitsmarkt

In einem Café in Tokio werden Roboter-Kellner von Menschen mit Behinderungen von zu Hause aus gesteuert. Ist das eine neue Form der Inklusion auf dem Arbeitsmarkt? Ein Kommentar.

Ein Restaurant mit vielen Holztischen, ein Paar Kunden und 2 weißen menschenähnlichen Robotern mit einem Serviertablett und 2 Getränken darauf.
Ory Laboratory Inc.

Das Dawn Avatar Robot Café im Geschäftsviertel Nihombashi in Tokio ist etwas Besonderes. Denn dort bedienen keine menschlichen Kellnerinnen und Kellner, sondern Roboter, die Gäste.

Die sogenannten „OriHime“-Roboter sind aber nicht nur eine lustige technische Spielerei, sondern eigentlich auch ein Inklusionsprojekt. Denn die Roboter werden gesteuert von Menschen, die aufgrund von Behinderungen sonst nicht mehr auf dem Arbeitsmarkt tätig sein können.

Die Roboter sind dafür konzipiert, um aus der Distanz soziale Interaktion erleben zu können.

Roboter als Avatare für Menschen mit Behinderungen

Die Roboter können von überall auf der Welt über das Smartphone oder einem Tablet gesteuert werden. Die Personen, die die Roboter bedienen, können über sie sehen, hören und sprechen.

Die Roboter können sehr einfach gesteuert werden – auch Augenbewegungen reichen dafür aus. Im Dawn Avatar Café in Japan können Menschen mit schweren Behinderungen durch die Roboter dem Kellner-Beruf nachgehen, und das bequem von zu Hause aus.

Mit Lautsprechern und Kameras kann über den Roboter mit den Gästen interagiert werden. Neben den Roboter-Kellnern gibt es auch einen mechanischen Barista, dem man sogar bei der Arbeit zusehen kann. Das komplette Café ist auch barrierefrei.

2018 wurde das Café durch Crowdfunding und Sponsoring ins Leben gerufen. Zunächst war es nur temporär gedacht. Doch aufgrund wachsender Beliebtheit entstand 2021 ein dauerhaftes Café. Erfunden hat die Roboter Kentaro Yoshifuji, der aufgrund einer schweren Krankheit selbst drei Jahre lang bettlägerig war.

Auf der Webseite des Cafés sagt Yoshifuji, dass sein Ziel war, die Einsamkeit von Menschen zu bekämpfen. Für ihn sind die Roboter eine mögliche Lösung, damit Menschen mit Behinderungen an der Gesellschaft teilnehmen können.

Wir führen gerade ein Experiment durch, um dieses neue Zeitalter vorzubereiten, indem wir gemeinsam eine neue Gesellschaft gestalten, sowohl für diejenigen von uns, die sich frei bewegen können als auch für diejenigen, die das nicht können.

Eine Möglichkeit zur Inklusion?

Teilhabe für Menschen mit Behinderungen mittels Roboter – könnte das eine Möglichkeit sein? Das Konzept des Roboter-Cafés ist interessant, doch bedeutet Interaktion über einen Roboter wirkliche Inklusion?

Immerhin sind die Menschen nicht direkt vor Ort. Inklusion würde auch bedeuten, dass Menschen mit schweren Behinderungen auch selbst in der Gesellschaft präsent sein können.

Mit dem Roboter ist es wohl so wie mit der Digitalisierung – es ist gut, wenn sie funktioniert, dass es sie gibt, damit Menschen z.B. digital an Veranstaltungen teilnehmen können. Dennoch sollte es immer die Möglichkeit geben, dass man direkt vor Ort sein kann. Denn ein Mensch mit Behinderung ist mehr als ein Gesicht auf dem Bildschirm.

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