Jarmer: Barrierefreiheit ist für den ORF noch immer ein Fremdwort

Der ORF schindet Zeit bei der Umsetzung von Richtlinien zur barrierefreien Gestaltung seines Programms

Helene Jarmer
GRÜNE

10.000 gehörlose und 318.000 sehbehinderte Menschen leben in Österreich. Von der GIS-Gebühr sind sie allesamt nicht befreit. Helene Jarmer, Behindertensprecherin der Grünen fordert nun absolute Barrierefreiheit im Rahmen des ORF-Programms nach dem Vorbild der britischen BBC: „Chancengleichheit ist auch eine Frage der Informations- und Unterhaltungsangebote seitens des öffentlich-rechtlichen Fernsehens. Und in diesem Zusammenhang ist der ORF meilenweit vom State of the art entfernt. Die längst versprochene sukzessive Anhebung der Untertitelquote und der Ausbau von Audiodeskriptionen lässt auf sich warten.“

So können gehörlose Menschen im Moment nur circa 30 Prozent des ORF-Programms konsumieren – blinde und sehbehinderte KonsumentInnen müssen sich mit einem noch geringeren Prozentsatz zufrieden geben.
„Eine juristische Festschreibung eines realistischen Stufenplans zur Anhebung sowohl von Untertitelquoten, als auch Audiodeskriptionen ist mehr als notwendig“, so Jarmer: „Wenn dies seitens des ORF nicht akzeptiert wird, kann das nur eine Anpassung der GIS-Gebühren für die betroffenen Personen bedeuten – alles andere wäre pure Willkür, die von einzelnen handelnden Personen seitens des ORF abhängt.“

Auch in der Filmförderung müsse die Barrierefrei-Gestaltung von vom ORF mitfinanzierten Filmen festgeschrieben werden, ist sich Jarmer sicher: „Warum soll ich als gehörloser oder blinder Fernsehkonsument nicht auch von den mit aus meinen GIS-Gebühren finanzierten Filmen profitieren? Das ist das eigentliche Wesen eines öffentlich-rechtlichen Auftrags. Und den hat der ORF sämtlichen GIS-ZahlerInnen gegenüber wahrzunehmen.“

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