Jarmer: „Meine politischen Ziele werden sicher nicht nur gehörlosen Menschen betreffen“

Am 8. September 2008 wurden vor dem Parlament die Kandidatinnen und Kandidaten der Grünen präsentiert. Darunter auch Mag. Helene Jarmer.

Kandidatinnen und Kandidaten der Grünen 2008
GRÜNE

Am 10. September fand der Wahlkampfauftakt im Museumsquatier statt. „Helene Jarmer darf als erste auf die Bühne. Die gehörlose Frau möchte für die Grünen in den Nationalrat einziehen und gibt Nachhilfe in Gebärdensprache“, berichtet der Standard. Sie hat allerdings mit Platz 7 auf der Grünen Bundesliste kaum Chancen auf ein Mandat.

In dem von ihr geführten Nachrichtendienst Gebärdenwelt präzisiert sie: „Meine politischen Ziele werden sicher nicht nur gehörlosen Menschen betreffen. Ich möchte wirklich für all jene da sein, die Unterstützung brauchen“.

Sie kündigt weiters an: „Ich will vor allem Ungleichheiten, Diskriminierungen und Ungereimtheiten in der Gesetzlage bekämpfen. Dabei geht es mir darum, wirklich alle Menschen als gleich zu begreifen. Ich möchte mich nicht nur auf von Behinderungen Betroffene konzentrieren, sondern mehr als das machen“.

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0 Kommentare

  • @Martin Ladstätter und Lukas Huber: Ich kenne Mag. Helene Jarmer nicht persönlich und bin angewiesen, was kompetente Anwesende beim Bundestreffen der Grünen mir berichtet haben (vielleicht haben die sich bei einer Rede von Jarmer verhört).
    Ich begrüße eine(n) gehörlosen Abgeordneten, genauso, wie ich einen blinden Menschen als Bundesminister begrüßen würde.
    Trotzdem muss ich immer wieder feststellen, dass Nichtbetroffene KEINE Ahnung von den Problemen von „Rollies“ haben, geweischeige von Mehrfachbehinderungen und eine Selbstvertretung schon in den Wiener Bezirken, Gemeinden und Landtagen wichtig wären. Für RollstuhlfahrerInnen teilweise unmöglich, da es schon an den baulichen Rahmenbedingungen scheitert. Wie viele Amtshäuser und Parteizentralen in den Wiener Bezirken sind tatsächlich barrierefrei zugänglich? Fast keine!!! In wie viele Gemeinden in Österreich könnte ein „Rolli“ Bürgermeister werden? Es ist noch ein weiter Weg zur Inklusion, da die Integration von behinderten Menschen noch nicht vollzogen ist. Ich bin von den GRÜNEN maßlos enttäuscht.

  • Nachsatz an franzzz: Ich denke, es geht hier nicht darum wie Mag. Helene Jarmer sich sieht, sondern dass die Grünen die Wähler im Unklaren lassen, wie sie allgemein zu den behinderten Menschen stehen. Über die Umsetzung der UN-Konvention wurde nichts geschrieben. Das ist das eigentliche Problem und ich teile diese Kritik anderer.

  • @franzzz: lies doch mal den Zitat von Mag. Helene Jarmer in dem Link, den Martin mitgeteilt hat. Ich möchte noch hinzufügen: gerade weil gebärdensprachige (gehörlose) Menschen mit anderen Menschen egal ob gehörlos oder hörend, kommunizieren KÖNNEN wenn und weil sie per Gebärdensprache kommunizieren können, dann „fühlen“ sie sich nicht kommunikationsbehindert. Es soll auch von Geburt an Rollis geben, die nicht immer gleicher Meinung wie Rollis sind, die später im Leben verunfallt sind. Sie haben auch eine andere Perspektive was es ist, behindert zu sein bzw. behindert zu werden.

  • @franzzz: Was Du schreibst ist unrichtig. Natürlich weis Mag. Helene Jarmer, dass die Österreichische Gebärdensprache in Artikel 8 der Bundesverfassung anerkannt ist. Sie hat dies mit ausverhandelt und wir waren gemeinsam am Tag der Beschussfassung im Parlament und danach gab es eine Freudenfest des ÖGLB. Siehe: http://www.bizeps.or.at/news.php?nr=6408

    Das sich Helene Jarmer nicht als behindert sieht, wäre mir neu. „Gehörlose als Behinderte haben eine spezielle Situation als Sprachminderheit, weil sie behindert werden“ (hier der ganze Artikel: Siehe: http://www.bizeps.or.at/news.php?nr=5989)
    Bei Deiner Vermutung – das es den Grünen stimmen kosten wird, weil sie niemanden an einen SICHEREN Platz gesetzt haben (das wäre dieses Mal 5; max. der Platz 6 gewesen) – geb ich Dir VOLL recht. Ich sehe das genauso. Mich stört auch massiv, dass die Grünen nix Gescheites im Wahlprogramm zum Thema Behinderung haben (außer 2 kleine Sätze).

  • Helene Jarmer zählt sich selbst als Gehörlose nicht zur Gruppe der behinderten Menschen, sondern als Sprachminderheit. Sie wusste bei einer unlängst gehaltenen Rede selbst nicht, dass die Gebärdensprache schon im Verfassungsrang ist – soweit zu Jarmers Kompetenz. Eine Vertretung für behinderte Menschen ist Frau Lehrerin Jarmer sicherlich nicht. Da würde ich Mag. Feuerstein und Mag. Ruppe, die tatsächlich kompetent sind, vorziehen.
    Leider hat die Führung der Grünen (VdB und Co.) von Srb und Haidlmayr nichts gelernt. Diese Vorgangsweise kostet den Grünen mindestens 2 Abgeordnete, da für viele behinderte Menschen die „Grünen“ nicht mehr wählbar sind.