Jarmer: Menschen mit Behinderungen im Gesundheitswesen noch immer benachteiligt

Grüne kündigen Parlamentarische Anfrage an

Helene Jarmer
GRÜNE

Wie im heutigen Standard berichtet wird, musste eine intellektuell behinderte Frau trotz Schmerzen fünf Monate auf eine Zahnbehandlung warten, weil es in Wien nur eine Stelle gibt, die Zahnbehandlungen unter Vollnarkose an Menschen mit Behinderungen durchführt.

„Wie kann das in einem der besten Gesundheitssysteme der Welt möglich sein?“, fragt sich Helene Jarmer, Behindertensprecherin der Grünen, und ergänzt: „Ich fordere den Gesundheitsminister auf, hier dringend Abhilfe zu schaffen“.

Dieser Fall zeigt deutlich, dass Menschen mit Behinderungen im Gesundheitswesen benachteiligt sind. Gravierende Engpässe gibt es z.B. auch bei gynäkologischen Untersuchungen.

In einer parlamentarischen Anfrage wollen die Grünen den aktuellen Zustand abfragen. Die UN-Behindertenrechtskonvention fordert in Artikel 25 „Gesundheit“, dass Menschen mit Behinderungen eine Gesundheitsversorgung in derselben Bandbreite, von derselben Qualität und auf demselben Standard zur Verfügung stehen muss wie anderen Menschen.

Ebenso müssen die Vertragsstaaten die Gesundheitsleistungen anbieten, die von Menschen mit Behinderungen speziell wegen ihrer Behinderung benötigt werden. Auch die mangelnde Kommunikationsmöglichkeit mit Gesundheitsberufen für gehörlose Menschen stellt ein großes Problem dar, mangelnde Aufklärung, Fehldiagnosen, und daher längere Krankheitsverläufe sind vielfach die Folge.

„Ich fordere die Umsetzung des Menschenrechts auf Gesundheitsversorgung für alle Menschen in Österreich“, sagt Jarmer.

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0 Kommentare

  • zu Monika und Markus Ladstätter:
    DAS ist ja ein Wahnsinn, wenn nach Einschätzung irgendwas von den ÄrztInnen dort eingetragen wird. Für OÖ steht noch relativ wenig drinnen, aber ich würde mich auch darauf verlassen – und wäre dann wohl auch verlassen, wie es Monika leider heute widerfahren ist!
    Vielleicht ein von der Ärztekammer zu bezahlendes Projekt, das Vermessen und Beschreiben der Zugangsbeschaffenheit zu den Ordinationen von Betroffenen mit Assistenz.

  • Liebe Monika!

    Diese Daten werden von den Ärzten selbst eingegeben. Leider sind sie oftmals sehr mangelhaft bis fehlerbehaftet.

    Für Wien führen wir mit der Ärztekammer ein Projekt durch, bei dem wir die Arztpraxen selbst vermessen, da sollten die Daten dann auch stimmen. Die Daten sind dann auch auf der Ärztekammerwebsite abrufbar.

    http://www.bizeps.or.at/broschueren/krank/

    Aber wie gesagt, für Salzburg hilft ihnen das leider nichts.

  • Ich, Rollifahrerin aus Salzburg, hatte erst heute genau zum Thema ein Erlebnis. 1. Über das Ärztekammerportal einen barrierefreien Arzt herausgesucht.
    Folgende Angaben:
    Der Aufzug ist vorhanden und stufenlos erreichbar.
    Der Aufzug ist vorhanden und rollstuhlfahrergerecht.
    Die Eingangstür meiner Ordination ist 90cm breit.

    2. In der Ordination wegen eines Termines angerufen und darauf hingewiesen, dass ich Rollifahrerin bin. Die freundliche Dame meinte, es sei kein Termin erforderlich, einfach kommen. Kein Wort von den Verhältnissen vorort.

    Fakt ist, dass ich die Breite des Ordinationseinganges leider nicht überprüfen konnte, da vom Gehsteig ins Haus eine 8cm Stufe war. Danach Flügeltüren aus Glas und mehrere Stufen zum Lift hinauf. Bei einem Geschäft im EG habe ich nachgefragt, ob noch ein weiterer Eingang besteht. Man lieh mir netterweise den eigenen Schlüssel. Der Hintereingang war der Kellereingang mit einer 4cm Stufe und bei der Tür musste man gleich nach links durch einen schmalen Gang, dann auch noch um eine Ecke und beim Lift vorbei um ihn überhaupt öffnen zu können. Dann stellte sich heraus, dass der Lift zu schmal ist um reinzukommen!
    Also alles vollkommen unnötig verprasste Energie und Zeit. Und ohne Assistenz wäre nicht mal das wenige möglich gewesen.
    Ich frage mich, wer solche Einschätzungen bei den Ärzten macht? Und dann auch noch über die Ärztekammerseite verbreitet wird.