Jarmer: ORF-Publikumsbeirat noch immer ohne Selbstvertreter für den Bereich Behinderung

Anlässlich des morgen stattfindenden Welttages des Fernsehens kritisieren die Grünen, dass im ORF-Publikumsrat noch immer kein/e selbst behinderter Experte/Expertin für den Bereich Menschen mit Behinderung vertreten ist.

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„Das widerspricht der UN-Behindertenrechtskonvention, die den Grundsatz der Selbstvertretung von behinderten Menschen in allen sie betreffenden Gremien vorsieht“, so die Behindertensprecherin der Grünen, Helene Jarmer.

§ 28 Abs. 4 ORF-Gesetz regelt Vorschläge für den ORF Publikumsbeirat.

„Die Österreichische Arbeitsgemeinschaft für Rehabilitation (ÖAR) und die Selbstbestimmt Leben Initiative Österreich (SLlÖ) haben vor der letzten Bestellung des ORF-Publikumsrates fünf qualifizierte behinderte KandidatInnen für die Vertretung behinderter Menschen nominiert. Trotzdem kam es dann zur Bestellung eines nichtbehinderten Vertreters„, so Jarmer.

Damit in Zukunft sichergestellt ist, dass die Interessen von Menschen mit Behinderungen im ORF-Publikumsrat durch eine selbst behinderte Person vertreten werden, und damit die UN-Behindertenrechtskonvention umgesetzt wird, muss das ORF-Gesetz dementsprechend präzisiert werden.

Im Unterschied zur Untertitelung und ähnlichen Maßnahmen für gehörlose Menschen ist der Ausbau der Barrierefreiheit für blinde Menschen stagnierend! „Derzeit gibt es nur für 2,4 Prozent der Sendezeit eine Audiodiskription. In England zum Beispiel sind es immerhin 20 Prozent, in den meisten Ländern wenigstens 10 Prozent. „Ich appelliere daher an den ORF, die Anzahl der Sendungen mit Audiodeskription rasch zu erhöhen“, so Jarmer.

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0 Kommentare

  • @Yasemin: leider kann ich dem nur uneingeschränkt zustimmen!

  • @ Blindwurm: Ich lese die Statements von Jarmer und Königsberger-Ludwig nicht. Im besten Fall sind sie Inhaltsleer, im schlimmsten Fall falsch.

    Mir wäre es selbst bei einem einflussreichen Publikumsrat schnuppe, ob da jemand mit Behinderung sitzt oder nicht. Ein Behinderter vertritt nicht unbedingt besser, ganz zu schweigen von den wichtigen Dingen wie eine solide Ausbildung, gutes Auftreten und Networking, wo er kürzer tritt und sich das nachteilig auf die vertretenen auswirkt.
    Das sind strukturelle Mängel, die man nicht beseitigen kann, indem man überall einen Behinderten aufstellt.

  • Frau Jarmer sollte sich bitte besser informieren!

    Mit nächster Woche wird der Anteil an ORf sendungen mit audiodiskreption für blinde nicht unerheblich steigen, denn in dieser saison gibt es erstmals bei ALLEN Schiübertragungen einen Zusatzkommentar für blinde.

    Start dieser Erweiterung ist nächste Woche bei den Amerikarennen.

    Wenn es so weitergeht wie in den letzten Jahren ist es mir persönlich völlig egal, ob ein behindertes Mitglied den in seinen Rechten ohnehin ziemlich eingeschränkten Publikumsrat mit der Erwärmung eines Sessels, egal ob eigener oder aus dem Konferenzsaal, erfreuen kann.