Jarmer: Pflegegeld muss als Geldleistung erhalten bleiben

Grüne: Caritas-Vorschlag bedroht Autonomie von betreuungsbedürftigen Menschen

Helene Jarmer
GRÜNE

Nichts abgewinnen können die Grünen dem Vorschlag von Caritas Direktor Michael Landau, das Pflegegeld künftig über die E-Card abzurechnen.

„Vor allem Landaus Behauptung, diese Umstellung würde den Betroffenen mehr Autonomie und Selbstbestimmung garantieren, ist nicht nachvollziehbar“, so die Behindertensprecherin der Grünen, Helene Jarmer.

Das Pflegegeld hat laut § 1 des Bundespflegegeldgesetzes den Zweck, „pflegebedürftigen Personen soweit wie möglich die notwendige Betreuung und Hilfe zu sichern sowie die Möglichkeit zu verbessern, ein selbstbestimmtes, bedürfnisorientiertes Leben zu führen.“

„Landaus Vorschlag würde eine Umstellung auf ein reines Sachleistungssystem bedeuten. Außerdem würden viele Bemühungen der letzten Jahre zunichte gemacht werden und die Betroffenen wären wieder vollständig von Betreuungsvereinen abhängig“, so Jarmer.

Auch die Einführung einer Pflegegeldstufe „light“ lehnen die Grünen ab. „Das suggeriert, dass Angehörigenpflege weniger wert ist, als Pflege durch professionelle Dienste,“ so Jarmer, „die Wahlfreiheit muss jedoch unbedingt erhalten bleiben“.

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0 Kommentare

  • Die Angehörigen von Pflegefällen werden sowieso immer als die Deppen hingestellt. Pflegen sie (auch sehr schwere Pflegefälle) alleine ,werden sie als „Mopedfinanzierer und Pflegegeldmißbraucher“ hingestellt und die Caritas und Co Oranisationen die „Schadensfälle“.
    -Nehmen sie stundenweise Entlastung in Anspruch, wird ihnen suggeriert, dass sie eh zufrieden sein müssten, weil ihnen ja „geholfen“ wird!
    Diese Hilfe schaut so aus, dass Betroffenen das letzte Hemd „ausgezogen“ wird, wenn sie keine Angehörigen haben, die UMSONST die anderen mehr als 500 Pflegestunden „leisten“.

    Hauptsache kassieren, und dann noch blödere Ideen haben, das geht fast nicht mehr Herr Landau!
    Wem nützt es denn dann am meisten?- so wie immer NICHT de Betroffenen!

  • @PM: Danke für die korrekte Beschreibung einiger Monströsitäten der ökonomistischen Politik der Eugenik-Republik Österreich. Die soziale Euthanasie wird nicht mehr nur an den in Sonderwelten ökonomistisch endgelagerten „Patientengut“ vollstreckt, sondern auf das gesamte Hilfesystem ausgestreckt und in Sippenhaftung vollzogen.
    Der Wert behinderter und pflegebedürftiger Menschen wird nur mehr in der arbeitsmarktpolitischen Verwertbarkeit ihres Unterstützungsbedarfs bemessen. Pflegende Angehörige sind die Parias unseres Gesellschaftssystems.

  • Dieses, unser Pflegesystem wurde kontinuierlich seit Einführung des Pflegegeldes von Politik und den Pflegedienstanbietern scheibchenweise ad absurdum geführt. Die Stundenanzahl, die zugesprochen wird, steht in keinem Verhältnis mehr zum tatsächlich geleisteten finanziellen Aufwand – Mit Menschenwürde hat dies nur mehr sehr wenig zu tun, denn die Interessen, sind meist nur mehr finanzieller Natur – Die Betroffenen sind zu Kunden geworden, verarmen und werden zu Menschen zweiter und dritter Klasse dekradiert und müssen noch dankbar sein, dass sie von der Gesellschaft „ausgehalten und geduldet“ werden. Für viele Betroffene bedeutet dies ein Töten (Mord) auf Raten, da auch der Zugang zu den nötigsten Sozial- und Gesundheitsleistungen für diese Bevölkerungsgruppe fast unmöglich gemacht wird.

  • Korrektur zum letzten Satz des Artikels: Obwohl die Angehörigenpflege im Art. 1 BPGG de jure den „professionellen“ Diensten gleichgestellt ist, wird sie immer schon de fakto schwerstens diskriminiert und als geringwertig erachtet. Während pflegende Angehörigen für ihre höchst professionellen und bedürfnisgerechten Pflege- und Betreuungsleistungen vom Pflegegeld etwa 50 Cent bis 2 Euro Abgeltung pro Arbeitsstunde erhalten, werden die „professionellen“ Dienstleister für ihre Abfertigungspflege von Patient zu Patient hasten müssend, mit 30 bis 50 Euro pro Stunde von den Ländern entloht, wovon sogar SozialhilfeempfängerInnen noch etwa 6 bis 12 Euro Kostenanteil bzw. Selbstbehalt je Stunde vom Pflegegeld (0,5 bis 2 Euro) zahlen müssen.