Jarmer: Rente für Contergan-Opfer begrüßenswert

Auch Geburtsjahrgänge 1954 und 1955 wären zu entschädigen

Helene Jarmer
GRÜNE

Mit der heute im Nationalrat beschlossenen monatlichen Rente für Contergan-Opfer wird eine langjährige Forderung der Grünen umgesetzt.

„Es ist eine sehr erfreuliche und längst fällige Maßnahme, dass nun endlich jene Menschen, die in Österreich als Contergan-Opfer anerkannt wurden, jedoch keine Leistungen nach dem deutschen Contergan Stiftungsgesetz haben, eine monatliche Rente bekommen“, sagt die Behindertensprecherin der Grünen, Helene Jarmer.

Mit steigendem Alter der betroffenen Menschen erhöhen sich die Kosten für Pflege und medizinische Behandlungen. Schon jetzt hat sich der Gesundheitszustand vieler Betroffener zum Beispiel durch Verschleißerscheinungen an Gelenken so stark verschlechtert, dass laut einer Studie in Deutschland ein Drittel ihrer Erwerbstätigkeit nicht mehr nachgehen können.

„Ein Wermutstropfen besteht jedoch darin, dass in Österreich erst Betroffene ab dem Geburtsjahrgang 1956 als Opfer des Wirkstoffes Thalidomid anerkannt werden und in Folge Einmalzahlung und Rente beziehen können“, erzählt Jarmer, „es ist in Österreich zumindest ein Fall eines Betroffenen mit Geburtsjahr 1954 bekannt, wo mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Schädigung durch Thalidomid besteht.“

Es gibt immer wieder Berichte, wonach der Wirkstoff Thalidomid bereits 1953/54 synthetisiert wurde und danach als Ärztemuster in Verkehr gebracht wurde. „Eine Einbeziehung in die Untersuchungen und in Folge die Erweiterung des Kreises der anerkannten Contergan-Opfer auf die Geburtsjahrgänge 1954 und 1955 wäre daher zu begrüßen. Laut Informationen ist die Zahl der Betroffenen sehr gering und wird mit ca. 5 Personen geschätzt“, sagt Jarmer.

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  • Die 25 in Österreich betroffenen Personen (weitere 20 erhalten eine Rente aus Deutschland) bekommen ab Juli zusätzlich zur bereits erfolgten Einmalzahlung in der Höhe von 62.222 Euro eine dauerhafte Unterstützung. Grüne und FPÖ forderten in der Debatte, den Kreis der durch den Wirkstoff Geschädigten auf den Zeitraum vor dem regulären Contergan-Einsatz in Österreich auszuweiten und auch die Jahrgänge 1954 und 1955 zu berücksichtigen. Zur Abstimmung gelangte dies allerdings nicht, weil der entsprechende Antrag nicht schriftlich eingebracht wurde. Man bekommt fast das Gefühl das hier versucht wird die Jahrgänge 1954-1955 so lange zu sabotieren, bis die sprichwörtliche biologische Lösung eintritt. Auf der einen Seite wird schon wieder überlegt Hilfen für das Ausland zu erhöhen, aber die eigenen Leute werden einfach übergangen und ignoriert. Wenn man die Mätzchen anschaut, mit denen gearbeitet wird, um dieses Problem von den 4-5 Geschädigten weit weit von sich zu schieben, ist einfach erklärungsbedürftig und eines Politikers unwürdig. Statt das man einmal hergehen würde und mit den Fadenscheinigen Argumentationen endlich einmal Schluss machen würde, und einmal die Fakten die dafür sprechen, sich einmal näher anzuschauen. Und deren gibt es genügend. Aber von irgend woher wird der Wind schon kommen das ja nichts näheres an die Öffentlichkeit kommt den das wären wieder Kosten zu Recht die dann gefordert werden. Der Wind kommt wahrscheinlich von den schönen grünen Tälern wo er auch in Deutschland weht. Aber es gab ja 1953 bei Ciba schon etwas mit Thalidomid, haben die vielleicht auch damit zu tun. Getan hat sich ja sehr viel in der Pharmabranche in der Nachkriegszeit.