Job-Kampagne „Meine Chance – Ihr Nutzen“ gestartet

Am 12. September 2011 stellten Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner und Arbeits- und Sozialminister Rudolf Hundstorfer gemeinsam die Kampagne "Meine Chancen - Ihr Nutzen" vor. Ziel: Unternehmen überzeugen, mehr behinderte Menschen anzustellen.

Spot: Meine Chance - Ihr Nutzen
Bundessozialamt und AMS

„Uns geht es darum zu informieren“, eröffnet Sozialminister Rudolf Hundstorfer die Pressekonferenz. Er nennt als „Generalziel“, mehr behinderte Menschen zu beschäftigen und bedankt sich für die Unterstützung des ORF. „Es geht darum Bewusstsein zu stärken“ so der Sozialminister.

Dies unterstützt auch Wirtschaftsminister Mitterlehner, der konkret die Vorurteile der Unternehmer anspricht, die überwunden werden sollen. „Die Einstellung Behinderter bringt rundum Vorteile für das Betriebsklima“, hält er fest und erinnert an die Diskussion um den umstrittenen erhöhten Kündigungsschutz. Die Kampagne – „eine tolle Initiative“ – soll die Betriebe erreichen, hofft er.

Für ÖVP-Behindertensprecher Franz-Joseph Huainigg zeigt die Job-Kampagne, „dass die Koalition funktionieren kann“ und er rief Unternehmer auf, behinderte Menschen einzustellen. „Es gibt hier Potential“, meint er und ergänzt: „Wir haben Barrieren in den Gesetzen abgebaut.“ Die rasche Umsetzung der Kampagne zeige, wie wichtig den Beteiligten das Thema ist, betont die SPÖ-Behindertensprecherin Ulrike Königsberger-Ludwig. Man muss auf die Stärken der behinderten Menschen schauen, fordert sie. Sie zeigt sich über den gelungenen Spot erfreut und hofft auf „viele neue Einstellungen“.

Die Lockerung des Kündigungsschutzes hat „in dem zähen Arbeitsmarkt“ noch keine Änderung bewirkt, aber am Jahresende wird man auf genaue Zahlen verweisen können, beantwortete der Sozialminister eine diesbezügliche Nachfrage.

Über die Kampagne

Die Kampagne ist eine Initiative des Bundessozialamtes und des Arbeitsmarktservice, die von einer Reihe von Organisationen – wie beispielsweise der Wirtschaftskammer, der Industriellenvereinigung, der Arbeiterkammer, dem ÖGB – unterstützt wird. Der Initiator der Kampagne ist ÖVP-Behindertensprecher Dr. Franz-Joseph Huainigg.

Ziel der Medieninitiative ist, die berufliche Integration von Menschen mit Behinderung zu unterstützen, informiert der Leiter des Bundessozialamtes, Dr. Günther Schuster und erläutert gegenüber BIZEPS-INFO: „Unter dem, Motto ‚Meine Chance – Ihr Nutzen‘ soll vor allem die Wirtschaft mit ihren EntscheidungsträgerInnen und MultiplikatorInnen angesprochen werden.“

Die Sozialpartner betreiben gemeinsam seit Jahren die Plattform www.arbeitundbehinderung.at, die als Kampagnen-Homepage fungiert und weitere Informationen zum Thema beinhaltet.

TV-Spot der Kampagne

Vom 12. September bis 9. Oktober 2011 werden im ORF TV-Spots in Form eines Comics gezeigt werden. So sieht der TV-Spot aus:

Radio-Spot der Kampagne

Kann ein Mensch mit Behinderung gleich viel leisten? Ist das gut fürs Betriebsklima? Muss ich teuer den Betrieb umbauen? Mehr als 100.000 Menschen mit Behinderung in unserem Betrieben beweisen: Ihre Anstellung fördert Respekt, Verständnis und Zusammenarbeit. Das rechnet sich. Barrieren gibt’s nur im Kopf. Nutzen Sie Ihre Chance auf Beschäftigung, Förderung und Integration unter arbeitundbehinderung.at Eine Initiative des Bundessozialamtes und des AMS.

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0 Kommentare

  • abgesehen davon, dass ich selten einen derart schlecht gemachten spot im bereich „soziales/meinungsbildung“ gesehen habe – das problem sind doch nicht die betriebe und firmen. das problem ist, dass in wichtigen bereichen wie bildung, ausbau ambulanter strukturen und barrierefreiheit gespart wird.
    wie sollen denn behinderte personen irgendeine faire chance am arbeitsmarkt haben, wenn ihnen bildung erschwert (verwehrt) wird, wenn sie zu wenig oder keine persönliche assistenz bekommen, wenn sie schon an baulichen barrieren scheitern…
    diesen spot sehe ich eher als spott auf unsere rechte!

  • @Dorothea Brozek/Erwin Riess kann euch beiden nur 100% Recht geben! Das „Krüppelkabarett“ war ein Dreck dagegen …

  • In der Praxis ergibt sich, dass gehörlose Personen, die arbeitslos gemeldet sind und beim AMS vorstellig werden, keine Unterstützung von AMS bei der Förderung von Dienstleistung der Gebärdensprachdolmetschung kriegen (bei Beratunggesprächen mit AMS). Wie das mit der „Initiative des AMS“ vereinbar ist, ist mir ein Rätsel.

  • es ist einfach grauslich was hier passiert, entwürdigend und verlogen wie sie behinderte menschen anbiedern … wir brauchen keine sudelein sondern rechte!

  • das ist die moderne behindertenpolitik a la hundstorfer und övp (huainigg): betteln, appellieren, betteln. von menschenrechten in der heuchelei-orgie kein wort. außerdem lügt hundstorfer: die arbeitslosenrate behinderter menschen ist nach dem auslaufen des kündigungsschutzes (huainigg sei dank!) gestiegen, nicht gleich geblieben. viel spaß beim betteln und schnorren, ihr lieben sozialheuchler!

  • So wird das nicht funktionieren. In Zeiten wie diesen, wo Gewinnmaximierung an oberster Stelle steht, spielt das Betriebsklima eine Nebenrolle. Ich denke, Firmen lassen sich auch nicht mit diesen Werbespot dazu animieren, das Experiment behinderte Menschen einzustellen, zu wagen. Der Staat muss mehr Geld zur Verfügung stellen und die Ausgleichstaxe radikal erhöhen, dies erscheint mir als einzig richtige Maßnahme. Jedoch die Vorbildwirkung der Bundesregierung und des Sozialministers, den Sparstift so radikal im Behindertenbereich anzusetzen, spricht eine eigene Sprache, wie wichtig den Verantwortlichen das Wohle dieser Bevölkerungsgruppe wirklich ist.