Justizskandal in Wien: Ministerin gefordert

In einem Schwurprozess am Wiener Landesgericht sorgte ein Sachverständiger mit seinen Ausführungen, die gehörlose Menschen als Gruppe diskriminierten, für helle Aufregung.

Justitia
BilderBox.com

Schockierende Aussagen, abstoßende Zitate und die Diskriminierung einer gesamten Personengruppe durch einen Sachverständigen in einem Schwurprozess, könnten ein Nachspiel haben.

Der Prozess: Reinhard K. und Thomas S. hatten am 22. Februar 2004 Martin P. in seiner Wohnung in Wien, mit einem Hammer und einem Messer lebensgefährlich verletzt und standen einer Anklage wegen versuchten Mordes gegenüber. Als Motiv wurde genannt, dass Martin P. verbreitet haben soll, dass Reinhard K. und Thomas S. ein sexuelles Verhältnis haben. Sowohl das Opfer als auch die Täter sind gehörlos.

Für die Aufregung sorgte jedoch der gerichtlich beeidete psychologische Sachverständige Wolfgang Friedl mit seinem Gutachten, denn er stellte bedenkliche und diskriminierende Zusammenhänge zwischen der Gehörlosigkeit der Täter und des Opfers und dem Verbrechen dar. Die Angeklagten seien seiner Meinung nach „emotional auf der Entwicklungsstufe von Kleinkindern und daher an der Grenze der Strafunmündigkeit“.

Er attestierte „starke Defizite im Sinne einer Persönlichkeitsstörung besonders in sozialer Dimension“, obwohl er selbst noch nie mit hörbehinderten Menschen zu tun hatte.

In seinen Ausführungen berief er sich auf Literatur, die zwischen 30 und 40 Jahre alt ist und zitierte zusätzlich ausführlich einen Bericht aus dem Jahr 1914 (!). Verschiedene Tageszeitungen – wie z.B. der Standard oder der Kurier – berichteten über seine wiedergegebenen Zitate übereinstimmend so: „Die Taubstummen gehören zu den geschwätzigsten und verleumderischsten Menschen […], und häufig sind die Taubstummenvereine Brutstätten dieser Bakterien.“

„Oft wird auch die geringe Intelligenz als Zusatzbehinderung angeführt. In den seltensten Fällen wird ein IQ von 100 erreicht. Angesichts ihrer Behinderung ist die Delinquenz der Gehörlosen erstaunlich gering“, resümiert Friedl.

Diese und ähnliche Aussagen riefen Empörung hervor. Der Anwalt des Opfers warf Friedl vor: „Sie sagen nichts anderes als: Alle Gehörlosen sind deppert und schwer gestört“, das sei „schwer diskriminierend“ so der Anwalt.

Einer von diesen Vorfällen Kenntnis erlangender und im Behindertenbereich versierter Journalist, sprach von einem „schier unglaublichen Gutachten“ und erinnerte in diesem Zusammenhang an den NS-Arzt und ebenfalls bis vor wenigen Jahren tätigen Gutachter Dr. Heinrich Gross.

„Dieser Herr hat überhaupt keine Ahnung“
„Ich finde diese Darstellung des Gutachters äußerst diskriminierend, weil sie ein Bild von Gehörlosen zeichnet, das besagt: die sind so primitiv oder so anders, dass sie sich sogar wegen kleiner Streitereien umbringen“, zeigt sich Mag. Helene Jarmer, die Präsidentin des Österreichischen Gehörlosenbundes, in einem BIZEPS-INFO Interview verärgert und gekränkt.

„Es stimmt, dass manchmal gehörlose Menschen als Folge mangelnder Kontakte und Isolation Folgebehinderungen und Eigenheiten entwickeln. Aber wenn jemand behauptet, dass alle 6 Millionen gehörlosen Menschen auf der Welt zurückgeblieben und minder intelligent sind, dann kann das wohl nur als grobe, diskriminierende Stereotypisierung verstanden werden“, erläutert Jarmer.

„Es gibt abertausende Bücher von und über Gehörlose“ veranschaulicht Jarmer und fügt hinzu: „Dass ein Werk aus dem Jahr 1914 von einem Gutachter als Quelle herangezogen wurde, lässt nur darauf schließen, dass dieser Herr überhaupt keine Ahnung über unsere Gemeinschaft hat“.

Anfrage an Justizministerin angekündigt
Die Behindertensprecherin der GRÜNEN, Theresia Haidlmayr, kritisiert, dass „noch immer nicht gelernt wurde behinderten Menschen gegenüber korrekt aufzutreten“ und fühlt sich in Zeiten zurückversetzt, „die eigentlich der Vergangenheit angehören sollten“.

Sie kündigt für die nächsten Tage eine Anfrage an Justizministerin Mag. Karin Miklautsch (FPÖ) an, denn sie möchte wissen, welchen Wert diese Art von Feststellungen für ein Strafverfahren haben und ob und in welcher Art die Ministerin glaubt, dass solche Feststellungen ein Strafverfahren beeinflussen können.

Weiters möchte Haidlmayr von Miklautsch wissen, ob Sie mit dem Präsidenten des Oberlandesgerichts Wien diesen Vorfall besprechen wird und „ob es möglich ist den Gutachter Friedl von der Gutachterliste zu streichen“.

Presseagentur spricht von „Gehörlosen-Milieu“
Über den Ausgang des Prozesses berichtete die Österreichische Presseagentur APA am 21. Jänner 2004 folgendermaßen: „Mit langjährigen Haftstrafen für die beiden Angeklagten ist am Freitagnachmittag im Wiener Landesgericht der Prozess um einen versuchten Mord im Gehörlosen-Milieu zu Ende gegangen.“

Beim ersten Lesen der Formulierung „Gehörlosen-Milieu“ hat es Mag. Michaela Braunreiter, sehbehinderte Journalistin, fast die Sprache verschlagen.

Über die Verwendung des Wortes „Milieu“ zeigt sich die Journalistin und Mitarbeiterin des Vereins MAIN (Plattform für integrative und barrierefreie Medien- und Kulturarbeit) verärgert: „Von Gehörlosen-Milieu zu sprechen ist absolut unkorrekt und unangebracht, denn den Leserinnen und Lesern wird mit dem heute negativ besetzten Wort Milieu vermittelt, dass gehörlose Personen als Gruppe in kriminelle Handlungen verwickelt sein könnten.“

„Es ist unverantwortlich, in Medienberichten, von denen sich Leserinnen und Lesern Objektivität erwarten, so mit Worten und Menschen umzugehen“, hält Braunreiter im BIZEPS-INFO Interview erzürnt fest, denn „einigen von ihnen wird ein bitterer Nachgeschmack bleiben, der auftaucht, wenn sie gehörlosen Menschen begegnen“.

„Wenn Medien solche Aussagen verbreiten, kann dies das Image einer ganzen Personengruppe ins negative Licht rücken“, befürchtet Braunreiter.

Nicht umsonst steht im Ehrenkodex für die österreichische Presse: „Jede Diskriminierung aus rassischen, religiösen, nationalen oder sonstigen Beweggründen ist unzulässig.“

Hier beginnt der Werbebereich Hier endet der Werbebereich
Hier beginnt der Werbebereich Hier endet der Werbebereich
  • Jürgen Glöckner

    Ich bin erschüttert über so einen Skandal, ich bin zwar nicht Betroffener, aber dies wiederstrebt jeder Menschenwürde. Möge der Sachverständige möglichst viele Klagen wegen Beleidigung und Diskreminierung, schon auf Grundlage des neuen EU- Rechts an den Hals bekommen und mit Berufsverbot belegt werden. mfg. Jürgen Glöckner

  • Nicole Keplinger

    Ich bin Beraterin einer Familienberatungsstelle mit Schwerpunkt Integration. Die Aussagen des zitierten SV sind haarsträubend und erinnern an eine Zeit, die man bereits überwunden glaubete. Ich selbst habe Kontakte zu Menschen mit Hörbeeinträchtigung und besteht hier ein großes Isolationsproblem. Diese skandalösen Aussagen sind jedoch auch eine Chance auf deren Probleme hinzuweisen und den Betroffenen eine Plattform für ihre Anliegen zu geben (sowie sich dieses SV für alle Zeiten zu entledigen)! MfG Keplinger

  • Gloria Petrovics

    Wie wärs mit der Formulierung: Wieder einmal grenzenlose Fachinkompetenz im Gutachtermilieu?

  • Anonymous

    Gutachter hin oder her – aber wie ist der Prozess ausgegangen? Wer hat den Mann ermordet, und warum wirklich? Konnten die drei Gehörlosen nicht miteinander „reden“ (gebärden), oder sich einen Unparteiischen suchen, um ihren Streit zu schlichten? Was lernen (gehörlose und andere) Kinder eigentlich an Konfliktkultur?

  • Vera Rebl

    Ich dachte immer, dass ein SACH-Verständiger einer ist, der etwas von der Sache versteht …

  • DeathValley

    Hallo, das ist ja unglaublich, was sich so manche Leute und sogar die Presse denken!! Ich komme aus Deutschland und bin seit dem 3. Lebensjahr durch Mengintitis gehörlos. Es kann also jeden treffen!! Meine Sprachentwicklung war in diesem Alter bereits fortgeschritten. Der Schulunterricht ist ähnlich wie in Österreich. Alle Gehörlose müssen erstmal die richtige Aussprache üben, die Gebärdensprache war damals untersagt (!) Ich hatte im Kindsalter bereits einen ungewöhnlich hohen IQ (134). Wenn das Schulministerium und die Ärzte weiterhin so stur sind, dass wir erstmal die Lautsprache lernen, hinken wir dem Unterrichtsstoff der gesunden Gleichaltrigen regelrecht hinterher! In den USA sind die Gehörlose gleichberechtigt und ihre Gebärdensprache ist anerkannt. Der Unterricht erfolgt gleich bei der Einschulung mit Gebärden. Dort schliessen weit mehr Gehörlose die Highschool (vgl. Abitur) ab, als Deutschland und Österreich zusammen! Sie sind auch in der Gesellschaft stärker anerkannt als wir Euro-GL´s. Ich war selbst dort, und fast überall waren die nichtbehinderten Menschen hilfsbereit und die meisten konnten sogar das Fingeralphabet. Die Kommunikation lief viel problemloser als oft in BRD, obwohl Deutsch meine 2. Muttersprache ist. Die 1. ist Gebärdensprache (!)Davon können wir europäischen GL´s nur träumen. Das man uns also als „deppert“ bezeichnet, liegt das nur daran, dass viele meinen, wir müssten uns den Nichtbehinderten anpassen, nicht umgekehrt. Das führt dazu, dass wir uns wie doof an etwas arbeiten müssen, was wir nicht wollen um anerkannt zu werden und umgekehrt kehren uns viele Leute den Rücken zu, wenn wir sie anzusprechen versuchen. Das führt dazu, dass wir uns dann von der „Unfreundlichen-Hörenden-Welt“ zurückziehen und eine eigene Kultur gründen um unter uns zu sein, Spaß haben, endlich richtig unterhalten zu können usw.

  • DeathValley

    Kurz gefasst: „Man ist nicht behindert, man wird behindert.“

  • Bastian, Ernst

    Sehr geehrte Damen und Herren! Bitte erlauben Sie mir, dass ich mich kurz vorstelle: Ich bin der Präsident von SONOS, dass ich der Dachverband der Fachhilfe der gesamten Schweiz. 36 Jahre habe ich als Gehörlosenlehrer, Therapeut und Schulleiter gearbeitet. Ich glaube sagen zu dürfen, dass ich über gehörlose Menschen eine gewisse Kenntnis habe. Was ich nun in der Presse lesen muss von einem „psychologischen Sachverständigen mit Namen Wolfgang Friedl“ über Gehörlose, haut mit doch den „Nuggi“ aus dem Mund! Entweder ist dieser Herr bösartig oder er ist etwas zurückgeblieben, denn er hat mit Sicherheit in den letzten 20 Jahren keine wissenschaftliche Literatur mehr gelesen! Dass man (wer auch immer) so einen „Sachverständigen“ überhaupt noch für solche Aufgaben überträgt, gibt doch sehr zu denken.

    Sehr geehrte Damen und Herren in der Verantwortung, bitte sorgen Sie dafür, dass so völlig unqualifizierte Aussagen nicht mehr an die Öffentlichkeit gelangen. Mit freundlichem Gruss Ernst Bastian

  • Elke

    Solche Sachen dürften in einen Staat wie in Österreich nicht pasieren, ich schäme mich Österreicherin zu sein, da kannst ja zu niemand mehr vertrauen haben, für was sind Gesetze da, wenn man so mit gehörlose Menschen herum springt?

  • Anonymous

    Darf ich mal fragen, was sich anderes in Köpfen von Politikern und ihren (leider lediglich materiell) potenten Freunden befindet, als diskriminierende, unintelligente Stereotypisierungen?

  • susanne sklenicka

    er ist leider nicht der einzige inkompetente sachverständige – aber hoffentlich einer weniger – ich gehe einmal ganz selbstverständlich davon aus, dass dieser schreckliche, zurückgebliebene herr über niemanden mehr hergelassen wird?

  • Trude.Dimmel

    Ich wüßte nur gerne, welcher Dolmetsch bei Gericht eingesetzt war, weil ein Kundiger der Gebärdensprache bei Gericht die Verhandlung steuert. Das werde ich wohl nie erfahren.

  • Wolfgang Friedl

    Geschworenenprozeß: Ich muß mich hier wirklich zur Wehr setzen: aus vielen (auch historischen) Zitaten wurde eines aus 1914 böswillig verstümmelt und in seiner Aussage ins Gegenteil verkehrt. Kein Wort in der Presse, dass die unglaubliche Diskriminierung vieler Gehörloser eindringlich dargestellt wurde und dass ständig betont wurde, dass sich spezielle Aussagen nur auf die beiden Angeklagten beziehen und auf sonst niemand.

    Auch Dank dieser Art von undifferenzierten Berichterstattung wurden vom Gericht keine mildernden Umstände gesehen, das Urteil fiel entsprechend aus: 12 und 15 Jahre. Unbedingt!Kein Satz darüber, wie man sich die Verbüssung einer solchen Strafe im Normalvollzug vorstellen soll.Keine eigene Recherche über die näheren Umstände der Ereignisse. Das wäre nachzuholen. In diesem Lichte sollte man dann über beide Gutachten diskutieren. Und sich nachher entscheiden, wer welche Nähe zu „Gross“ usw. aufweist. Ein Anlaß die teilweise fürchterliche gesellschaftliche Situation der Gehörlosen öffentlich aufzuzeigen.

  • Martin Ladstätter

    Sehr geehrter Herr Friedl! Danke für Ihren Forumseintrag. Wenn Sie wollen, führen wir gerne ein Interview mit Ihnen, dass wir dann auf http://www.bizeps.or.at bringen würden. So könnten Sie dann Ihre Sicht der Dinge darstellen. Dazu benötige ich allerdings ihre Telefonnummer.

  • Lukas Huber

    Schlimm genug, dass zwei Gehörlose versucht hatten, einen dritten Gehörlosen zu ermorden. Im Prinzip muß aber das Gutachten psychologisch nur auf die betreffenden Personen bezogen sein! Sie aber gehen über die Grenze hinaus und ich darf Sie aus der Presse ergänzend zitieren: „Die Taubstummen gehören zu den geschwätzigsten und verleumderischsten Menschen (…), und häufig sind die Taubstummenvereine Brutstätten dieser Bakterien“ (aus einem Bericht aus dem Jahr 1914). Somit haben Sie eine komplette Minderheit („Taubstummenvereine“ und „Bakterien“) diskriminiert!

  • Wolfgang Friedl

    Genau das Gegenteil (Lukas Huber) ist wahr: Ich habe das schwierige, subkulturelle Umfeld und die sich daraus ergebenden Möglichkeiten für Mißverständtnisse (auch mit der Mehrheitskultur), mich davon distanzierend, dargestellt. Böswillig wurde aus vielen, auch sehr berührenden, Zitaten eines willkürlich herausgegriffen, halbiert, damit der Sinn des Zitates nicht erkennbar wurde, und mit mir identifiziert. Natürlich beziehen sich Gutachten auf konkrete Personen, wenngleich das, wie immer beschaffene, Umfeld mitbedacht werden soll. Es ist durchaus in meinem Sinne, wenn Sie, Herr Huber, den abgelaufenen Prozeß zu einem öffentlichen Thema machen können. Ich stehe, soweit keine Amtsverschwiegenheit vorliegt, in jeder Hinsicht zur Verfügung. Diverse presserechtliche Klagen sind in Vorbereitung.

  • Lukas Huber

    Ich kenne den Opfer und einen Angeklagten aus gemeinsamer Schulzeit gut: die Gehörlosenbildung war und ist heute noch einseitig auf Artikulation und Ablesen vom Mund ausgerichtet. Dass dabei die Wissensvermittlung – und damit die Vermittlung von Werten und Normen – zu kurz kam, wurde und wird noch vom Bildungsministerium billigend in Kauf genommen. So wurden um das Jahr 1914 herum „gut sprechende“ Pseudo-Hörende herangezüchtet. Sie war die Folge aus dem Mailänder Beschluß 1880 mit ihren negativen Folgen für die Gehörlosenbildung. Davon lese ich aus dem Gutachten nicht heraus. Ich würde an Ihrer Stelle eine Klage an die einseitig hörgerichtete Bildungssituation gehörloser Schulkinder in Wien stellen.

  • Wolfgang Friedl

    S.g. Herr Huber! Ich darf nicht zu konkreten Personen oder Vorgängen Stellung nehmen. Allgemein äussern darf ich mich aber schon. Ist ihnen schon klar, dass sie sich jetzt auf eine Argumentation zubewegen, die mir fälschlicherweise unterstellt wurde? Können Sie mir zustimmen,wenn ich sage, dass es in jeder Kultur, also auch der der Gehörlosen, Straftaten geben kann. Und: dass diese Straftaten dann immer auch eine gewisse Färbung aus dem kulturellen Kontext beziehen. Klar muss auch sein, dass in einem Gutachten nicht die gesamte, reichhaltige, jahrhundertelange Tradition der Gehörlosenkultur Platz finden kann. Ich danke für den interessanten Beitrag.

  • Lukas Huber

    Sehr geehrter Herr Friedl, ich warte schon gespannt auf Ihre Richtigstellung. Selbstverständlich gibt es auch bei Gehörlosen Straftaten wie bei Hörenden, die gleich vor dem Gesetz sind. Allerdings würde ich auch erwarten, dass Gehörlose gleiche Bildung wie Hörende in Österreich geniessen DÜRFEN. Das ist in Österreich bei weitem nicht der Fall! Ich frage mich auch schon, warum der beim Prozeß mit anwesende Anwalt laut Presse gesagt haben soll: „Das ist schwer diskriminierend! Sie sagen nichts anderes als: Alle Gehörlosen sind deppert und schwer gestört“. Wenn Sie mehr Wissenswertes über die Gehörlosenkultur erfahren wollen, würde ich Sie einen Besuch in der Bibliothek des Österreichischen Gehörlosenbundes http://www.oeglb.at empfehlen.

  • Wolfgang Friedl

    „Ich frage mich auch schon, …“ … genau dass und vieles andere dazu frag ich mich auch schon seit 2 Wochen. Jedenfalls danke für Ihr Interesse und die Hinweise, ich kann mich erst morgen wieder melden, falls erwünscht.

  • Lukas Huber

    Sie haben auch geschrieben: „Und: dass diese Straftaten dann immer auch eine gewisse Färbung aus dem kulturellen Kontext beziehen.“ Dem stimme ich nur teilweise bei. Ich möchte ergänzen, dass die Majorität, also das hörgerichtete Establishment (hörende HNO- und CI-Ärzte, Pädagogen, Politiker, u.a.m.) die Existenz der Minderheit der Gehörlosen, die ihre Gebärdensprache und Kultur entwickelt und pflegt, geleugnet, umgeformt und unterdrückt hat, um über sie Macht auszuüben. Durch fehlgeleitete Pädagogik von seiten Hörenden bestand und besteht nach wie vor die Gefahr, dass das auch auf Gehörlosen abgefärbt wird.

  • Elke

    Sind wir uns ganz ehrlich die Justiz ist immer gefordert, wenn es um ein Verbrechen geht. Wenn mann die Kriminalstatist anschaut, so ist sie vorriges Jahr gewaltig gestiegen. Macht nicht einmal vor behinderten Menschen halt, dass ist die heutige Zeit, traurig aber wahr.

  • TestingSite

    An den Herrn Friedl: Weitere Infos zu den Thema: http://www.uni-klu.ac.at/~bmkz/stolpersteine/st10.htm

    Und ich würde Ihnen anraten, sich mal WIKRLICH mit dem Thema Gehölosigkeit auseinanderzusetzen. Der eine Poster hat Ihnen ja schon ein paar Tip(p)s gegben. Es geht nicht um das Urteil, sondern wie Sie Ihr Gutachten dargestellt haben.

  • Cindy

    Warum so große Aufregung über Gutachten von Herrn Friedel??
    Ich selbst bin gehörlos und weiß es selbst was bedeutet Gehörlos zu sein. Ich habe mein Leben so aufgebaut was ich werden wollte, nämlich Gehörlosen zu helfen.Denn mein Intelligenz ist so groß dass ich es ausnutzen möchte wie ich gehörlosen Menschen helfen möchte. Bis eine intrigante ebenfalls gehörlose Person mein Traumziel zerstörte und mich verleumdete. Bis heute schaffe ich nicht mehr meinen guten Ruf wiederherstellen.
    Leider haben hörende Generationen gehörlose Kinder nicht so vorbildlich erzogen und schieben sie einfach in gehörlosen Heime oder Vereine ab. Die Gehörlosen lernen bzw. verstehen noch nicht, dass sie selbst auch andere Gehörlosen nicht diskriminieren bzw. verleumden dürfen wie Opfer der beiden Gehörlosen.
    Die Zitate aus dem Jahr 1914 stellte es ganz richtig!

    Breiten Raum widmete er auch einem Bericht eines Gehörlosen aus dem Jahr 1914, den er wie folgt zitierte: „Die Taubstummen gehören zu den geschwätzigsten und verleumderischsten Menschen […], und häufig sind die Taubstummenvereine Brutstätten dieser Bakterien

    Ja ganz richtig! Ich war schon immer Thema Nummer 1 in ganze Vereine in meinen Wohnort und auch auf Arbeitsplätze von Gehörlosen. Dadurch sind meine hörende Familie zerbrochen und zerstritten…Traurig!
    Das die beiden Leuten einen Verleumder ermorden wollen, hätten sie nicht tun dürfen, sondern an Hilfe andere Fachleute anwenden sollen, nämlich Verband der gehörlose Opfer von Verleumdungen und Mobbing!!!

    Ich verlange im Namen der Opfer Mobbing und Verleumdung eine Gründung:
    Verein der gehörlose Opfer von Mobbing und Verleumdungen!!!!!

    Ich habe für gehörlose Leser ganz einfachen Deutsch geschrieben, damit sie es lesen können!

  • Lukas Huber

    Cindy, ich bin auch selbst gehörlos und unterstütze trotzdem das Gutachten von Friedl nicht. Ja, man kann psychologische Schäden wegen Defizite in der zwischenmenschlichen Kommunikation erleiden. Frust wegen Zusammenbrüche in der Kommunikation stauen sich auf und arten sich in Wutausbrüchen aus oder erzeugen psychosomatische Krankheiten. Es gibt eine Studie darüber, dass mehr Prozent Gehörlose an Depressionen leiden als Hörende in Österreich. Ihr Zitat „Leider haben hörende Generationen gehörlose Kinder nicht so vorbildlich erzogen“ stimmt mit meinen vorherigen Ausführungen überein. Es ist nicht auszuschließen, dass manche(!) Gehörlose Probleme mit den Werten und Normen der hörenden Welt haben. Aber warum? Weil sie es gar nicht durch das desolate Bildungssystem kennen gelernt haben. Bildung und psychische Entwicklung wurden dabei bewusst hintan gestellt. Schlimmer noch: In nicht wenigen Fällen landeten die „oralen Versager“ total am Rande der Gesellschaft, wenn nicht gar in der Psychiatrie. Dem Bildungsministerium haftet deshalb die Schuldhypothek an. Beim Gutachten von Herrn Friedl bleibt letztlich was hängen: damit werden alle(!) Gehörlose in einen Topf geworfen, damit disqualifiziert er sich selbst. Es ist falsch, dass die Gehörlosenkultur verleumderische Gehörlosen hervorbringen würde, was aus dem Gutachten herauszulesen ist. Der Ursprung der Probleme ist nicht die Kultur der Gehörlosen, sondern die Frühförderung und Bildung!

  • Cindy

    Lieber Herr Huber, Ich weiß, dass Sie Gutachten von Herr Friedel nicht gefallen haben. Bedenken Sie bitte: Herr Friedel hat uns gezeigt, dass er gar nicht über Depressionen, Komunikationsprobleme usw. von Gehörlosen studiert hat. Es steht in keinen Fachbüchern von Psychiatrie! Bitte machen Sie keine Vorwürfe an Ihr, sondern an anderer und auch Siegmund Freud!
    Bitte bedenken Sie, das Herr Friedel jetzt Nachsehen hat, dass er vorher nicht gewusst hat, dass Gehörlosen anders sind als Hörenden, aber er hat uns gezeigt, das wir aus Fehlern lernen müssen, das Psychologen Spezialgebiet über Problem von Gehörlosen studieren sollen … „Das hoffe ich“ …

    Bildung und Frühförderung hat mit dieser Verleumdung nicht zu tun! Rufschädigung ist böswillig. Ein Mensch mit gesundem Verstand weiß, dass man über unschuldige Person nicht so übel reden darf. Sie haben außerdem vergessen, dass man über Schwule, Lesben und auch Hörende mit Behinderung nicht diskriminiert werden dürfen. Das verstehen zurzeit Gehörlosen nicht, weil es zu wenige Fachleute für Psychiatrie für Gehörlosen geben und zu wenige KOFO! Viele Gehörlosen werden depressiv, als Folge von Rufschädigung, Mobbing, Problem mit seiner hörende Familie usw. So müssen sie dringend von Fachleuten behandeln werden. Wären beiden Männer sofort zu Fachleuten gegangen, wären sie geholfen worden und nicht in Gefängnis kommen …

  • Lukas Huber

    Cindy, ich kann sehr wohl etwas schreiben über Frühförderung und Bildung Gehörloser. Ich kenne viele, die diese Meinung teilen. Auch die KOFOs z.B. in Deutschland kommen zur ähnlichen Meinung, dass es auch an Frühförderung und Bildung liegt. Wie ich schon geschrieben habe, war ich mit diesen zwei betreffenden Personen in einem gemeinsamen Kindergarten und dann in der Gehörlosenschule. Ich weiß aus unmittelbarer Erfahrung, was und wie die ersten Jahre auf sie Auswirkungen in der Persönlichkeitsentwicklung gehabt haben könnte. Die lautsprachliche Erziehung in Zwang trennt Gehörlosen von Menschen. Oft kommt dann eine psychiatrische Behandlung für diese Gehörlose im Erwachsenenalter viel zu spät, da diese wie schon erwähnt wurde „emotional auf der Entwicklungsstufe von Kleinkindern“ rückständig stehen geblieben seien.

  • N.Riemer

    Hallo, was die Presse rüberbringt ist hier nicht der Punkt. Punkt ist dass die aus dem Jahr 1914 etwas zitiert wurde und das von einem gerichtlich bestellten Gutachter! Auch wenn das nur am Rande zum Ganzen gestellt wurde, ist das eine Entgleisung. Würde ich dasselbe über Gutachter sagen, kann man sich denken, was die Folge wäre.
    Man kann das soziale Problem der Gehörlosen die durch Bildung und Medizin beanstanden, aber nicht mit einer Zitat aus dem Jahre 1914!
    Zu Cindy: Der Zitat ist NICHT richtig, es sei man (Hörende) kann mit Gehörlosen nicht kommunizieren, daraus ergibt sich diese 1914-Zitat. Und das Gehörlosen nicht ausreichend gebildet („Niveau eines Kleinkindes“ lt. Gutachter) sind, sind von Pädagogen und Mediziner hausgemacht! Ich schätze mich als gebildet ein und kann mit „ungebildeten“ Gehörlosen durchaus unterhalten. Schlusssatz der 1914-Zitat trifft absolut nicht zu!

  • Anonymous

    das wäre die erste Gelegenheit sich an die Gleichbehandlungskommission zu wenden – möglichst alle Gehörlosen Mitmenschen auf einmal!

  • Astrid Weidinger

    Die Experten sowie Sachverständigen, Logopäden, Psychologen etc., die viel oder kaum mit hörgeschädigten Menschen zu tun haben, sollen einmal endlich über ihre eigene Nasenspitze hinausschauen, dass Gehörlose gleich wert wie Hörende sind. Seit Jahrhunderte kämpfen Gehörlose um Gleichberechtigung zwischen Gehörlosen und Hörenden, die bisher aber etwas existiert. Das Gutachten, das von Dr. Heinrich Gross gestellt wurde, soll verbrannt werden, indem sie die positive Imagination der hörenden Welt über Gehörlosigkeit zerstört!

  • Marianne Scsepka

    Es ist nicht auszuschließen, dass manche Hörende Probleme mit den WERTEN und NORMEN der gehörlosen Welt haben. ABER WARUM? SELBER SCHULD! Weil sie sie gar nicht kennen oder kennengelernt haben und wollten. (SV)ER kennt sie nicht, eine hausgemachte KATASTROPHE. Es gibt sovieles über GL zu lesen und zu finden. Wir stellen sehr viel INFOS über unsere Welt im Internet und Bücher, etc dar. Der SV hat sich nicht die Mühe gemacht im Internet zu recherchieren und mit Fachleuten zu diskutieren vor dem Prozeß. So einfach erläutert er dann, „Nichts gewusst“. Wo doch die Hörenden all die Informationen ins OHR bekommen, oder sind sie denn zu DUMM zum lesen und nachzurecherchieren.
    Ich bin gehörlos und stolz darauf, viel gutes und nutzliches in die Welt bewegt zu haben. Wie lange noch will der SV uns schlecht machen? In Amerika bin ich eine hochgeachtete Persönlichkeit, die grossartiges geleistet hat.

  • Marianne Scsepka

    Möchte noch hinzufügen: „IQ“ Was hat IQ damit zu tun? Mit einem relativ hohen IQ ist ein Mensch auch straffälig. Laut dem SV Friedl IQ Test sollten wir gering gescheit eingestuft sein. Ich fühle mich sehr entehrt, den Namen SV Wolfgang Friedl werde ich wie einen Elefant merken. Nun frage ich mich, der Test war für Hörende geschneidert. Ein Jeder hat ein speziell hohes IQ im bestimmten Bereich. Meins wurde auch getestet und erstaunte die Welt.

  • Sigo Bachmayer

    Kein Wunder, wie die Nichtbehinderten die Behinderten behandeln. Es gleicht der alten Methode aus der frühen Zeit, aus der wir allen den dunkelsten Kapitel mit Vergebung und Verzeihung fast abgeschlossen und ein Stück Erfahrung gesammelt haben, habe ich NICHT das geringste Gefühl von neuer, legitimierender, gerechter, ethischer sowie moralischer und soziogesellschaftlicher Perspektive der Zukunft für unsere Kinder von Morgen wieder gutzumachen und stelle eine Frage, welchen Zweck die Nichtbehinderten über Behinderten so denken? Lernen sie nie dazu? Ist das so menschlich oder assozial? Auch der Spruch gilt uns allen aber wirklich: „Irren ist menschlich“. Die Justiz wurde von den Nichtbehinderten gemacht, nicht von den Behinderten. Liebe Nichtbehinderte, seid ehrlich und denkt mit. Danke.

  • Wolfgang Friedl

    Furchbar, die Richtigstellung falscher, bezw. entstellenden Zitate scheint unmöglich zu sein. Niemals habe ich irgend etwas, von dem was hier behautpet wird gesagt oder geschrieben. Richtig ist, dass ich verschiedene Behauptungen und Zitate referiert habe, um darzustellen, was im Zusammenhang mit Gehörlosigkeit so alles zusammengeschrieben un dahergeredet wird und wurde. Das alles um aufzuzeigen, wie schwer es deshalb,auch für die Betroffenen selbst, ist miteinander und vor allem mit der Merheitskultur, in einen Dialog zu bestimmten Fragen einzutreten.

  • Birgit Primig

    Gibt es eine Möglichkeit, das gesamte Gutachten zu veröffentlichen? Ich würde gerne die Zitate im gesamten Kontext lesen. Es ist sehr leicht, ein Halbzitat zum Vorwurf zu machen. Sosehr ich grundsätzlich Lukas zustimme, so wenig kann ich ohne das gesamte Gutachten für mich beurteilen, ob die Vorwürfe an Herrn Friedl berechtigt sind.

  • Wolfgang Friedl

    Veröffentlichung Gutachten. Ich darf das auf keinen Fall. Ich vermute aber, dass dies die Angehörigen mit Zustimmung des/der Betroffenen könnten. Ich überlege mir,die allgemeinen Teile, die nicht personenbezogen sind, (und darum geht es ja hier offensichtlich) als gesonderten Artikel zu veröffentlichen.

  • Dr. Christina Meierschitz

    Sollte es sich bei dieser unleidlichen Sache tatsächlich um ein Mißverständnis und um eine verzerrende Berichterstattung durch die Medien handeln, wäre es dringend angeraten, das Gutachten anonymisiert zu veröffentlichen, um die berechtigten Emotionen gehörloser Menschen zu beruhigen. Auch ich war entsetzt über die Diskriminierung einer ganzen Gruppe behinderter Menschen.

  • Kaur

    Wenn die Chefjuristin des Dachverbands von Behindertenorganisationen es über die Jahre seit Wirksamkeit des Art 7a der österreichischen Verfassung angsichts einschlägiger Diskriminierungen ganzer Gruppen von Menschen es dabei belässt nur ihr „Entsetzen“ kundzutun dann schreit dies doch gewaltig nach Ersatz …

  • Lukas Huber

    Sehr geehrter Herr Friedl. Ich erlaube mir Sie höflich zu fragen, wann Ihre Richtigstellung bzw. Veröffentlichung des Gutachtens kommt?

  • Cindy

    Herr Huber, Sie jammern schon wieder über Gutachten und Gerichtsurteile gegen Schuldigen sind rechtkräftig und jetzt in die Zukunft denken. Außerdem hat Herr Friedl Schweigepflicht und Veröffentlichung von Gutachten ohne Zustimmung von Schuldigen bzw. Angehörigen darf er es nicht.

  • Lukas Huber

    Cindy, ich rechne eigentlich auch NICHT mehr damit, dass Herr Friedl sein Gutachten teilweise und anonymisiert veröffentlicht. Er und die Austria Presseagentur können nur von Glück reden, auf Widerruf nicht angeklagt werden zu können. Dieser Fall zeigt, dass Österreich einmal mehr ein Antidiskriminierungsgesetz braucht, das ihren Namen verdient. Die ÖAR schreibt dazu: „Den meisten Menschen ist gar nicht bewußt, wie stark Sachverständigentätigkeit in vielen Bereichen die Lebensqualität behinderter Menschen beeinflusst.“ Dem ist nicht mehr hinzufügen!

  • Guenther Faulhuber

    Sehr geehrte Frau Cindy! Bitte eines nicht uebersehen: Hier wird absolut nicht ueber Schuldige gejammert, sondern die ueberaus diskriminierenden Aeusserungen gegenueber einer ganzen Minderheit, einer behinderten Menschengruppe, angeprangert. Das ist ein schwerwiegende Sache, die um so schwerer wiegt, wie wenig ernst der Vorwurf genommen wird. Das zeigt nur, wie tief Vorurteile in den Koepfen der menschen verwurzelt sind.

    Zum besseren Verstehen ein kleiner Vergeich: Was wuerden Sie sagen, wenn ein sogenannter „Sachverstaendiger“ vor Gericht in seinem Gutachten einfach allgemein behaupten wuerde, alle Personen die Cindy heissen, sind tratschsuechtige, zurueckgebliebene und primitive Leute? Waere das von Ihrer Seite OK? Also ich finde das nicht OK! Weder das angefuehrte Beispiel, und schon gar nicht das in „real life“ vorliegende „Gutachten“!

  • Wolfgang Friedl

    Keine Hektik, ich bin gerade dabei 2 Entgegnungen zu schreiben. Aufgehalten werden ich dabei ständig durch Nachdenken über die Gerichtsberichterstattung in Österreich, und die damit zusammenhängenden kommunikativen Prozesse. Auch habe ich das Verhandlungsprotkoll (Grundlage für meine Klagen) erst letzte Woche bekommen. Es ist unfassbar, was aus einem böswillig aus dem Zusammenhang gerissenen und halbierten Zitat für ein Tsunami an Gefühlen und Meinungen entsteht. Es scheint einfach so zu sein: es ist leicht Zahnpaste aus der Tube zu drücken, sie wieder hinein zu bekommen scheint unmöglich zu sein. Eigentlich furchbar!

  • Anonymous

    hallo „DeathValley“, richtig! es ist so, querschnittsgelähmten müsste laufen lernen. das geht ja nun mal nicht! das ist genauso wie beim gehörlosen. die müssen sprechen lernen, wo die sich doch nicht mal selber ihre eigenen stimme hören können. was die lehrer uns gelehrt haben ohne gebärdensprache, da haben wir viel nichts verstehen können. solche ausbildung ist wirklich unakzeptabel. schade deutschland und anderswo. wer in den usa lebt, gratuliere. uns fehlen leider geld, sonst wären wir längst drüben und bis dahin wären wir vielmals klüger gewesen. krankenschwester motzte damals an sprach- und hörgeschädigte kollegin rum, daß die sprechen und nicht mit hände sprechen müsste, da gab ich krankenschwester antwort, daß sie völlig im unrecht haben und die querschnittsgelähmten eigentlich gar nicht geben würde, wenn die laufen lernen müsste. krankenschwester war so verdutzt ud hat leider jedoch zu kollegin nicht mal entschuldigt. schade und unwürdig! ausserdem sind wir als hörbehinderten im vergleich zu normalhörenden ein winzigminimal verbrecher. nicht mal 1%! wie sieht es nun mit normalhörenden aus: leider über 99%! ich diskriminiere jedoch nicht an normalhörenden. ich mag alle menschen so, egal ob hörgeschädigt oder hörend, schwarz oder weiß. aber was der friedl behauptet hat, das ist wohl ding. bin sprachlos und überaus unwürdig von ihm!

  • Anonymous

    „Die meisten Gehörlosen sind blöd, und es ist erstaunlich, dass nicht noch mehr Gehörlose Verbrecher sind.“ Wie bitte??? Vergiß es bitte nicht! Nicht mal 1 % sind Gehörlosen Verbrecher. Nur allein ihre Aussagen sind sie nicht nur selber deppert (= nicht klug), sondern auch noch behindertenfeindlich! Wer solche verbrechen vergeht, egal ob Gehörlosen oder Nichtbehinderten, der gehört eben ins Gefängnis. Mit Recht!! Aber sie haben kein Recht dazu, Gehörlosen zu diskriminieren. Ein Sachverständiger, der öffentlich eine komplette Minderheit diskriminiert, gehört jedenfalls seines Amtes enthoben! Und das auch mit Recht!

  • Helga

    Obwohl dieser Artikel schon lange zurück liegt, kann ich bestätigen das es kein Einzelfall ist. Bin selbst fast gehörlos, kann mit Hörhilfen und Mundablesen gut Kontakte zur Normalen Umwelt pflegen. Solange Ich keine Beruflichen Veränderungen anstrebte war alles bestens, das änderte sich sofort bei meinem ersten Bewerbungsversuch den plötzlich stand in meinen Bewerbungsunterlagen „Achtung hört schlecht“! Im ersten Moment war mir schlecht … doch dann sagte ich mir und jetzt erst Recht, also das ganze noch einmal was soll ich sagen dreimal musste ich mich bewerben aber ich habe GEWONNEN (geschafft mit Erfolg). So ist es mal im Leben mit einer Behinderung du bist nicht nur behindert sondern du wirst im ganzen Leben von ALLEM behindert! Da hilft nur eines NICHT AUFGEBEN!

  • Felzmann Friedrich

    Aus meinen Erfahrungen ist die gesamte Justiz das Sachverständigen Wesen ein einziger Politsumpf der SPÖ

  • Gerhard Lichtenauer

    Politsumpf ja – aber nicht nur der SPÖ.

  • meia

    Der Artikel wurde im Jänner 2005 geschrieben – Trotzdem ein Skandal..