Kein Lift, keine Lösung: Bewohner:innen kämpfen mit Folgen eines monatelangen Liftdefekts

Für viele Bewohner:innen ist ein Lift bequem, für manche unverzichtbar. In einem Wohnhaus in Penzing wurde der seit 10. März 2026 kaputte Lift für zwei Menschen mit Behinderungen zum großen Problem.

Cartoon eines schön länger defekten Aufzuges in einem Haus der GESIBA
BIZEPS / ChatGPT

Wie der Falter am 7. Mai 2026 berichtete, ist der Lift in einem GESIBA-Wohnhaus in Wien-Penzing seit rund zwei Monaten außer Betrieb. Betroffen sind unter anderem Joana F., die auf Krücken angewiesen ist, und ihr Partner im Rollstuhl.

Zunächst hieß es, die Reparatur werde nur eine Woche dauern. Später musste jedoch ein defekter Frequenzregler aus Deutschland bestellt werden. Mehrere Reparaturtermine verschoben sich.

Die GESIBA erklärte gegenüber dem Falter, man habe verschiedene Alternativen geprüft. Ein provisorischer Umbau sei technisch nicht möglich gewesen.

Alltag massiv eingeschränkt

Die GESIBA bot Krankentransporte für dringende Wege an und stellte eine barrierefreie Ersatzwohnung in der Seestadt zur Verfügung. Diese war laut Joana F. jedoch unmöbliert und deshalb keine praktikable Lösung.

Das Paar arbeitete vorübergehend im Home-Office und konnte viele Termine nicht wahrnehmen. Anfang April 2026 zog es schließlich auf eigene Kosten in ein Hotel.

„Nicht ernst genommen“

Auf Nachfrage von BIZEPS, was die größte Belastung gewesen sei, sagte Joana F.:

Ich würd sagen, die psychischen Auswirkungen der gesamten Situation und das nicht ernst genommen werden von der Hausverwaltung/jeder Info hinterherzutelefonieren bzw. das anscheinende Fehlen sinnvoller Alternativen für Menschen mit Behinderung in solchen Ausnahmesituationen.

Die GESIBA kündigte inzwischen eine rückwirkende Mietzinsminderung für die Dauer des Lift-Ausfalls an.

Der Fall könnte allerdings noch ein Nachspiel haben. Die lange fehlende Barrierefreiheit und die schwierige Situation für die betroffenen Bewohner:innen werfen Fragen auf, wie Wohnhausbetreiber:innen mit solchen Ausnahmesituationen umgehen und welche Unterstützung Menschen mit Behinderungen in solchen Fällen erhalten müssen.

Update: Ab 13. Mai 2026 konnte die Wohnung wieder genutzt werden, da der Lift inzwischen wieder in Betrieb war.

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Kommentare

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  • Elisabeth

    08.05.2026, 16:02

    Danke!!!!
    Es braucht immer wieder Öffentlichkeit um das Thema selbstbestimmtes Leben und Teilhabe am Leben zu erhalten. Der Slogan „ inklusives Wien“ muss alltagsrelevant mit Kompetenz und Leben gefüllt werden – immer wieder neu und konsequent.
    Es braucht Notfallspläne für Pannen dieser Art wenn Wohnungen für „behinderte Menschen“ bis in den 5. Stock angeboten ich werden – in Situationen wie diesen werden sie strukturell zu „GEHINDERTEN MENSCHEN“ gemacht.
    Von der kommunikativen Schieflage mit der GESIBA ganz zu schweigen…

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