Kirche in der Krise – der Staat hilft

Wo ist der Staat bei den Sorgen von Menschen mit Behinderungen?

Schild Kirche in der Pfarrgasse
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Es ist zwar traurig aber bei weitem keine Überraschung, dass diese Regierung in der gestern beschlossenen Steuerreform wieder einmal alle Forderungen von Behindertenorganisationen negiert hat.

Die jahrelange Forderung nach einer gesetzlichen Festschreibung der Valorisierung des Pflegegeldes wird wieder einmal ebenso ignoriert wie die Anpassung der Freibeträge. Diese sind im Einkommensteuergesetz festgelegt und wurden seit 1988 nicht mehr angepasst, obwohl der Verbraucherpreisindex in dieser Zeit um fast 60 % gestiegen ist!

All das wäre schon Grund genug für Empörung und gewerkschaftliche Maßnahmen. Aber es kommt noch dicker! In letzter Minute fühlt sich dieser Staat offenbar massiv dafür verantwortlich, den Kirchen Unterstützung für die wieder einmal drohenden Beitragsrückgänge aufgrund von Austritten zu bieten. Kirchen wie Banken haben mit Misswirtschaft, Verantwortungslosigkeit und Fehlmanagement ihre Situation in einem hohen Ausmaß selbst herbeigeführt. Was haben eigentlich Menschen mit Behinderung verbrochen? Warum ist es der sozialpolitschen Führung dieses Landes wichtiger den Absetzbetrag für die Kirchensteuer zu verdoppeln, anstatt endlich einer massiv von Armut bedrohten Bevölkerungsgruppe unter die Arme zu greifen?

Menschen mit Behinderung haben zwar keine Gewerkschaft – aber deren Kampfmaßnahmen können sie sich noch immer bedienen!

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0 Kommentare

  • Da haben Sie ein heisses Eisen angegriffen, bin voll ihrer Meinung.
    Was können wir dagegen tun? Unterschriften sammeln, auf die nächste Wahl hoffen- Was wählen wir dann?

  • Ich kann das nur bestätigen. Ich habe 40 % zugebilligt, laut meinen Ärzten stünden mir 50 – 70 zu. Ich habe mehr gesundheitliche Einschränkungen und Behandlungskosten wie so mancher Begünstigter. Viele Arbeitgeber wollen nur Personen, die „alles machen“ können, und selbst wenn man zu den Besten gehört, wird die Arbeit abgewertet. Finanziell ist man viel zu schlecht eingestuft, Aufstiegschancen null. Man wird als erstes eingestellt und kommt bei Personalabbauplänen unter die ersten, von denen sich das Unternehmen trennen will. Bei nicht Begünstigten geht das ja, die haben keinen Schutz. Finanzielle Vergünstigungen bekomme ich nicht. Ich kann weder die Behindertenvertrauensperson wählen noch mich aufstellen lassen. Dabei hat kein Begünstigter bei uns Interesse an dieser Funktion. Warum bekommen die Begünstigten Sonderrechte und mindestens genauso Behinderte, denen die Begünstigung unter mehr oder weniger fadenscheinigen Vorwänden verweigert werden, bekommen keine Sonderrechte? Übrigens: In meinem Fall muss das BSA meinen Arbeitgeber informiert haben, denn obwohl ich kein Wort habe verlauten lassen, wissen einige Bedienstete über das Feststellungsverfahren recht gut Bescheid. Offensichtlich soll ich als BVP verhindert werden.

  • Der mühsamst erhobene und nun aktualisierte Behindertenbericht weist auf eine relativ massiv steigende Armutsgefahr bei unbegünstigten Menschen mit Behinderung in Österreich hin. Anstatt in dieser dramatische Situation auf unfaire, massive Subventions-Transfers zugunsten begünstigter Behinderten zulasten schlechtergestellter Behinderter hinzuweisen, wurden all jene Punkte, die zu einer finanziellen Besserstellung von Menschen mit „ungünstigen“ Behinderungen führen hätten können, einfach vom Tisch gewindet.

  • DENN SIE WISSEN NICHT WAS SIE TUN! Wie sonst könnte man diese Vorgangsweise der Bundesregierung treffender beschreiben.

    Der mühsamst erhobene und nun aktualisierte Behindertenbericht weist auf eine massiv steigende Armutsgefahr bei Menschen mit Behinderungen in Österreich hin. Anstatt diese dramatische Situation zu entschärfen, wurden all jene Punkte, die zu einer finanziellen Besserstellung von Menschen mit Behinderungen führen hätten können, einfach vom Tisch gewischt:

    1. Der Freibetrag für erhöhten Aufwand durch Behinderung wurde nicht angepasst!

    2. Die jahrelange Forderung nach einer gesetzlichen Festschreibung der Valorisierung des Pflegegeldes wird trotz Beteuerungen aller politischen Parteien, wie wichtig dieser Schritt doch wäre, wieder ignoriert!

    3. Der seit 1987 nicht angepasste Pauschalbetrag für PKW-Kosten wurde – trotz horrend gestiegener Treibstoffpreisen und Versicherungskosten -nach über 21. Jahren wieder nicht angepasst!

    Wozu wurde nun eigentlich die Erhebungen und Statistiken, die zum aktuelle Behindertenbericht führten, in Auftrag gegeben, wenn sie dann ohnehin ignoriert werrden?