Klage gegen das Weiße Haus

Bei Informationsgesprächen zu Covid-19 werden bisher keine Gebärdensprachdolmetscherinnen und Gebärdensprachdolmetscher eingesetzt. Die nationale Vereinigung der Gehörlosen und fünf gehörlose US-Amerikaner verklagen daher das Weiße Haus.

The White House in Washington
David Everett Strickler on Unsplash

Wie auf CNN berichtet, verklagen die nationale Vereinigung der Gehörlosen und fünf gehörlose Amerikaner das Weiße Haus. (Siehe auch)

US-Präsident Trump und andere offizielle Repräsentanten sollen dazu gebracht werden, bei allen live im Fernsehen übertragenen Informationsgesprächen zu Covid-19, einschließlich Pressekonferenzen, künftig Dolmetschen in Amerikanische Gebärdensprache einzusetzen.

Die bisherige Vorgangsweise verstoße gegen den ersten Zusatzartikel der US-Verfassung, heißt es in der Klage.

In Untertiteln würde oft nicht alles vermittelt. Im Gegensatz dazu seien Gebärdensprachdolmetscherinnen und -dolmetscher in der Lage, Ton und Kontext einer Botschaft durch Mimik, Zeichenwahl und Auftreten zu vermitteln. Darüber hinaus käme es bei Live-Untertiteln häufig zu Fehlern und Auslassungen.

Von wichtigen Informationen ausgeschlossen

Für gehörlose Personen ist es daher derzeit schwierig oder gar unmöglich, die in den Informationsgesprächen weitergegebenen Inhalte zu verstehen.

Somit erfahren sie nicht, wie sie sich und ihre Familien am besten schützen können. Auch Informationen über die neuesten Entwicklungen in Medizin und Wirtschaft im Zusammenhang mit der Pandemie sind für sie nur erschwert zugänglich. Die Personen, die die Klage eingereicht haben, sind zwischen 27 und 92 Jahre alt.

Die Kläger betonen, dass die Amerikanische Gebärdensprache ihre Hauptsprache ist. Als gehörlose Personen beziehen sie ihre Nachrichten hauptsächlich aus dem Fernsehen. Untertitel in ihrer Zweitsprache sind für sie oft schwer verständlich oder unzuverlässig.

Auch zwei Vorsitzende von Gehörlosenverbänden melden sich zu Wort. Sie fühlen sich durch das Weiße Haus behindert, da sie nicht die nötigen Informationen über Covid-19 an ihre Mitglieder weitergeben können.

Trump folgt nicht dem positiven Beispiel anderer

In der Klage wird darauf hingewiesen, dass alle 50 Gouverneure der Bundesstaaten sowie die Vorstände mehrerer Städte Live-Dolmetschung bei Nachrichtenkonferenzen über Covid-19 eingesetzt haben.

Präsident Trump hingegen verwehrt gehörlosen Amerikanerinnen und Amerikanern jegliche direkte Information. Aktuelle Analysen von Expertinnen und Experten der öffentlichen Gesundheit zu verstehen, ist gerade in dieser kritischen Zeit unerlässlich.

Der Nationale Behindertenrat der Regierung und einige Mitglieder des Kongresses hatten bereits schriftlich gebeten, Dolmetscherinnen und Dolmetscher hinzuzuziehen. Das Weiße Haus hat bisher keine Stellungnahme dazu abgegeben.

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