Klage wegen Diskriminierung bei Adoptionsantrag eingereicht

Elfriede Dallinger und ihr Lebensgefährte, Dietmar Janoschek, (beide sind blind) fühlen sich bei ihrem Adoptionsantrag diskriminiert und haben nun Klage eingereicht.

Dietmar Janoschek und Elfriede Dallinger
freiraum

Das blinde Paar stellte im Juni 2010 erfolglos einen Antrag auf Adoption eines Kindes. Die Jugendwohlfahrt in Oberösterreich fällte ein negatives Urteil.

Klage eingereicht

Im Rahmen einer Pressekonferenz am 10. Juni 2011 in Wien gab das Paar nun bekannt, dass es am 9. Juni 2011 eine „Klage wegen Diskriminierung aufgrund Behinderung durch das Land OÖ bei Gericht eingebracht“ hat.

Weiters hat es seinen Hauptwohnsitz von Oberösterreich nach Wien verlegt, um in Wien einen neuerlichen Adoptionsantrag stellen zu können. (Update: Die MA 11 freut sich über dieses Vertrauen; Anm. der Redaktion)

In einer Aussendung „Adoptionsverbot für Menschen mit Behinderung – Skandalöse Aussagen beweisen Diskriminierung“ werden Zitate der Bezirkshauptmannschaft Linz Land wiedergegeben. (Auch das gesamtes Protokoll einer Besprechung wurde veröffentlicht.)

„Tun Sie sich das net an“

Der Standard berichtete, dass sich die beiden bereits im Jahr 2000 wegen einer Adoption erkundigt hatten. Sie hatten sich aber von der Aussage „Tun Sie sich das net an“ verschrecken lassen und es erst wieder im Jahr 2010 probiert.

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0 Kommentare

  • Wir haben pers. Assistenz und haben das der BH auch beim Adoptionseignungsverfahren gesagt. Die pers. Assistenz wurde von der BH Linz Land auch als Grund für die Adoptionsablehnung angeführt. Denn Adoptiveltern müssen grundsätzlich alles immer alleine können und dürfen nicht auf ein Stützsystem angeweisen sein. In unserer Klage beziehen wir uns u.a. auf diese Diskriminierung. Denn dies würde bedeuten, dass alle Menschen die pers. Assistenz benötigen von Adoptionen ausgeschlossen sind.

  • Alles Gute!

  • „Sichtung eines Ausschlags…“ – das sind immer so Scheinargumente, die uns Behinderte dermaßen diskriminieren. Die beiden blinden Menschen sind doch nicht völlig allein mit dem Kind auf der Welt. Die müssen ja ohnehin ein Unterstützungsnetz haben, das sie im Alltag begleitet. Und solche Unterstützungs-Menschen werden sie auch darauf aufmerksam machen, wenn das Kind einen Ausschlag oder sonstwas haben sollte, was die blinden Eltern womöglich nicht bemerken können.

  • Gibt es zu den Vorwürfen d. Behörde auch stichhaltige Gegenargumente der „Möchtegern-Eltern“? Z. B. die Sichtung eines Ausschlages, wie würde dies praktisch ablaufen? Hier Überlegungen d. hoffentlich baldigen Adoptionseltern wären hier sich wichtig!

  • Warum ist VON DEN ELTERN selbst nie die Möglichkeit der Unterstützung durch Assistenz gekommen? Das wäre ja DIE Möglichkeit, genau diese (teils) schwachsinnigen behördlichen Überleigung objektiv zu entkräften…

  • Es sollten LandesbeamtInnen generell mal darüber aufgeklärt werden, dass es eine Hierarchie von Gesetzen gibt und die Landesgesetzchen an deren unteren Ende angesiedelt sind. Weiters, dass sie auf die Bundesverfassung angelobt wurden und das Rechtsstaatlichkeitsprinzip zu vollziehen haben.