Können auch Elektroautos barrierefrei umgebaut werden?

Das Elektroauto ist eine klimafreundliche Alternative zu den traditionellen Verbrennern. Doch können Menschen, die auf einem Rollstuhl angewiesen sind, diese Alternative barrierefrei nutzen? Können Elektroautos für die Bedürfnisse von Rollstuhlfahrer:innen adaptiert werden?

Elektrofahrzeug an Elektrotankstelle
BIZEPS

Damit Rollstuhlfahrer:innen ein Fahrzeug nutzen können, sind oft Adaptierungen nötig. Das gilt sowohl für traditionelle Verbrenner- als auch für die neuen Elektroautos. Daher ist eine wichtige Frage, welche Adaptierungen bei Elektroautos möglich sind. Wenn es um Umbauarbeiten am Auto geht, gibt es keine einheitliche Lösung.

Es hängt davon ab, was der oder die Fahrer:in benötigt. Je aufwendiger die Umrüstung ist, desto eher stößt man beim derzeitigen Angebot von Elektroautos an Grenzen, so Daniel Weber, Mobilitätsberater der Firma Paravan GmbH, in einem Beitrag von BR24.

Wenn ein:e Rollstuhlfahrer:in barrierefrei ins Fahrzeug fahren muss, ist ein größerer Umbau nötig. Hier braucht es einen Lift und entsprechende Vorrichtungen, das heißt der Unterboden des Fahrzeugs muss umgebaut werden. Doch beim Elektroauto sind im Boden die Batterien verbaut. Er kann deshalb nicht abgesenkt werden.

Hinzu kommt das zusätzliche Gewicht des Liftes, das rund 150 bis 180 kg betragen kann. Auch das Gewicht eines wo möglich benötigten Elektrorollstuhles muss mitbedacht werden, das alles reduziert die mögliche Zuladung. Auch die Sitzhöhe ist in Betracht zu ziehen, denn Rollstuhlfahrer:innen müssen bequem in das Fahrzeug hinein kommen, erklärt Weber. Da käme eigentlich nur ein Bus oder Van in Frage.

Ohne barrierefreien Einstieg mehr Auswahl

Größer wird das Angebot dann, wenn kein barrierefreier Einstieg benötigt wird. Dann muss bei Umbauarbeiten nicht in die Karosserie eingegriffen werden. Entsprechende Vorrichtungen können zum Beispiel hinter dem Fahrer, im Kofferraum oder auf dem Dach eingebaut werden.

Zu wenige barrierefreie Ladestationen in Österreich

Ein weiterer wichtiger Punkt für die Teilhabe an Elektromobilität ist das ausreichende Vorhandensein barrierefreier Ladestationen. Im Bezug auf Österreich stellt sich die Situation folgendermaßen dar:

Am 20. Juli 2022 wurde die Richtlinie 03.07.21 im öffentlichen Raum rechtswirksam. Diese regelt, dass Ladestationen für mehrspurige Elektrofahrzeuge barrierefrei bedienbar sein müssen. Barrierefrei bedeutet zum Beispiel, dass die Ladestationen eben und mit dem Rollstuhl erreichbar sein müssen und dass es keine Hindernisse für Menschen gibt, die auf eine Gehhilfe angewiesen sind. Die Ladestationen sollten 1,50 mal 1,50 Meter Bewegungsfläche haben und die Bedienelemente sollten in einer Höhe zwischen 80 und 110 cm angebracht sein.

Laut einer Stellungnahme des ÖZIV-Bundesverbands ist eine umfassende Umsetzung der Richtlinie in Österreich noch nicht erreicht. BIZEPS berichtete im März 2024 über die zweite barrierefreie Ladestation von Wien Energie.

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