Kongress: „Persönliche Assistenz in allen Lebensbereichen“

Was ich persönlich mir davon mitnehme und wie ich ihn erlebte!

Ratgeber Persönliche Assistenz
BIZEPS

Dieser Kongress wurde, wie ihr sicher wisst, von BIZEPS – dem Zentrum für Selbstbestimmtes Leben organisiert und fand vom 22. und 23. April 2010 in Wien statt. Ich organisierte mir für diesen Kongress persönliche Assistentinnen, die mich unterstützen und begleiteten.

Am ersten Tag gab es Referate aus den verschiedenen Bundesländern zum Thema Persönliche Assistenz. Die Informationen die ich dort erhielt, fand ich sehr deprimierend, weil mir klar wurde, wie schwierig es ist in dieses System zu wechseln.

Zusammenfassend habe ich erfahren, dass in fast allen Bundesländern Persönliche Assistenz angeboten wird. Jedoch gibt es dieses Angebot leider meist nur unter sehr vielen und vor allem sehr schwer umsetzbaren Bedingungen. Da der Kongress in Wien statt gefunden hat, beschränke ich mich hier auf dieses Bundesland.

In Wien sind folgende Vorraussetzungen notwendig, um auf persönliche Assistenz umzusteigen: Die Person

  • muss volljährig und körperbehindert sein,
  • muss in Wien mindestens ein halbes Jahr hauptgemeldet sein,
  • darf in keiner Beschäftigungstherapie angemeldet sein,
  • darf kein betreutes Wohnen in Anspruch nehmen und
  • darf nicht besachwaltet sein.

Ich möchte unbedingt auf Persönliche Assistenz umsteigen und spüre jetzt hautnah, wie kompliziert es ist, in dieses System zu wechseln, weil jedes Bundesland die notwendigen Vorraussetzungen nur unter bestimmten Bedingungen zulässt.

Eine Mitarbeiterin des FSW (Fond Soziales Wien) hat auf dem Kongress berichtet, dass selbstbestimmtes Leben nur durch Persönliche Assistenz ermöglicht werden kann. Nur dieses System ermöglicht es trotz Beeinträchtigung spontan und flexibel zu sein. Ich lebe derzeit in einer Wohngemeinschaft und kann dieser Mitarbeiterin nur zustimmen.

Für die Persönliche Assistenz am Arbeitsplatz, die es in jedem Bundesland gibt, ist ein Arbeitsverhältnis die Vorraussetzung.

Am zweiten Tag wurden zwei verschiedene Workshops angeboten. In dem einen wurde das Thema „Persönliche Assistenz in allen Lebensbereichen“ gesellschaftspolitisch diskutiert und analysiert und im zweiten, an dem ich teilgenommen habe, ging es darum kreative Möglichkeiten, wie Gedichte oder Werbeslogan zu entwickeln um klar zu vermitteln, dass ohne Persönliche Assistenz ein selbstbestimmtes Leben nicht möglich ist.

Am Nachmittag gab es dann noch ein interessantes Plenum, bei dem alle Kongressteilnehmerinnen und -teilnehmer Fragen an die Behindertensprecher von SPÖ und ÖVP stellen konnten und eine heftige Diskussion entstand.

Zum Schluss noch ein herzliches Danke an BIZEPS, dass sie den Kongress so günstig angeboten und toll organisiert und für ein ausgezeichnetes Büfett gesorgt haben.

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0 Kommentare

  • Was gibts denn da zu „trauen“??? Das ist doch nur lächerlich! Welche Risiken werden befürchtet? Wenns doch in anderen Ländern schon normal ist? Blick heben, liebe Wiener Verwaltung!

  • @Charlotte: Die Wiener Verwaltung und die Wiener SPÖ hat sich jahrelang auch nicht über das Thema Persönliche Assistenz getraut. Aber nach jahrelanger Überzeugungsarbeit ist diese Stufe geschafft worden … und viele weitere Stufen warten noch.

  • @Martin Ladstätter: Und warum traut sich die Verwaltung nicht drüber? – Ich nehme an, doch wieder wegen der Kosten … so nach dem Motto – dann kämen ja alle daher … ach, in was für einem verkorksten Land leben wir …

  • @Charlotte: Nein, die Kosten sind es nicht. Die Verwaltung traut sich (noch) nicht drüber.

  • @Charlotte: Der Kostenfaktor ist zweifelsohne richtig ausgeführt, jedoch ist beispielsweise die Wiener Lösung eine Körperbehindertenlösung, d. h. garantiert nicht im Sinne des PA-Grundgedankens. Daher sind Bundesländer-Unterschiede nicht nur negativ zu sehen, solange nicht einmal darüber Einigkeit herrscht, wer mit welcher Behinderung was (nicht) bekommt …

  • Dann gibt es aber auch Ausnahmen – Gott sei Dank – denn zwei Personen, die ich kenne, wohnen in Wien und bekommen (wenige Stunden) PA und sind aber besachwaltet, bzw. eine davon ist in einer Beschäftigungstherapie.
    Die ganzen Kriterien sind echt arg – und noch ärger ist die Tatsache, dass in jedem Bundesland extra entschieden wird … diese letzte Tatsache kostet das Geld, was dann den Betroffenen fehlt!!!

  • Wenn das schöne, deutsche Wort „Voraussetzung“ mit Doppel-RR angeleiert wird (VorRAUSsetzung) wird eines klar: hier geht nicht um Inklusion sondern um EXKLUSION.