Kräuter: Alles, was im Verborgenen passiert ist, kommt jetzt ans Tageslicht

Volksanwalt Kräuter erzählt über die erschreckenden Ergebnisse der bisherigen Prüfungen in Einrichtungen

Günther Kräuter
Volksanwaltschaft

Seit Anfang Juli 2013 ist Dr. Günther Kräuter Volksanwalt. „Es sind Dinge ans Tageslicht gekommen, die man sich nicht erwartet hätte“, fasst er seine Eindrücke zusammen und erzählt im Kurier von Ergebnissen der bisherigen Prüfergebnisse.

Die Volksanwaltschaft hat seit Mitte 2012 den Auftrag Menschenrechts-Standards in Einrichtungen zu überprüfen.

Er berichtet von regelmässiger Gewalt in Jugendeinrichtungen, die aufgedeckt wurden. Der Kurier erwähnt auch folgenden Vorfall: „Ein blinder fünfjähriger Bub lebt seit mehr als zwei Jahren in einer Wohngemeinschaft, die nicht barrierefrei ist. Mit dreieinhalb Jahren wagt er erste Gehversuche. Darauf ist die Einrichtung nicht eingestellt. Der Bub teilt sich ein Zimmer mit zwei bettlägrigen Kindern, die an Beatmungsgeräte angeschlossen sind. Es besteht die Angst, dass der Bub die beiden anderen gefährdet, wenn er im Raum unterwegs ist. Ein Gitterbett wird mit Plexiglas verstärkt, damit er aus dem Bett nicht herausklettern kann. Dort wird er Tag und Nacht weggesperrt, wenn er nicht im Kindergarten ist oder eine extra Förderung bekommt.“

Die Ergebnisse der Prüfungen haben Folgen. Der Heimleiter muss die Einrichtungen verlassen und der blinde Bub wird im Herbst in eine andere Einrichtung übersiedeln.

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0 Kommentare

  • WANN KOMMT DER SALZBURGER JAHRESBERICHT 2011 & 2012 DER VA ANS TAGESLICHT ?

    Seit über 3 Monaten warten wir hier in Salzburg nun schon sehnsüchtig und vergeblich auf den längst überfälligen Jahresbericht der Volxi für die Jahre 2011 und 2012 an den Salzburger Landtag ! Dort müßten nun tatsächlich auch erschütternde Feststellungen über die skandalöse Heimvertragsverweigerung seitens Lebenshilfe & Landesregierung in den Behindertenheimen zu lesen sein . Wieso bekommen wir seit vielen Monaten keinerlei Auskunft mehr über den Stand der diesbezüglichen Überprüfungen durch die Kommission 2 unter der Leitung von “ Oberkommissar “ Reinhard KLAUSHOFER ???

    Schon sehr sehr verdächtig, was sich da abspielt. So etwas wäre völlig unvorstellbar im benachbarten Deutschland, wo durch das neue Wohn – und Betreuungsvertragsgesetz des Bundes eindeutig auch sämtliche Behinderteneinrichtungen in die direkte Kontrahierungspflicht gegenüber allen Betroffenen genommen worden sind . Es ist ein faustdicker Skandal, wie sich hier in “ OLIGOPHRENISTAN “ die Landesregierung in krimineller Komplizenschaft mit der angeblichen „Lebenshilfe“ betätigt ! Und als absolute Krönung besiegeln dieses hochkriminelle Komplott auch noch sämtliche Pflegschaftsrichter am Bezirksgericht und auch am Landesgericht !!! Der OGH in Wien hat ihnen dafür passende Vorlagen geliefert und die von fehlverstandenem Föderalismus verseuchte KATHREIN – TRUPPE im BMJ unterstützt offensichtlich nach wie vor diese hochkriminelle, nämlich menschenrechtswidrige und somit verfassungswidrige SKLAVENHALTEREI in den Salzburger Behindertenheimen der maximal pervertierten “ Lebens – Hilfe „, wie hier im bizeps schon vielfach dargelegt und noch viel ausführlicher in mittlerweile 136 umfangreichen Beiträgen unter http://www.enthinderungsexperte, sehr zur Freude der gesamten fest verschworenen & verbandelten Unterdrückergenossenschaft LHS & LRS & LGS – QUO USQUE TANDEM ?

  • So kommt also Stück für Stück zutage, was einschlägige Behinderteneinrichtungen unter qualitativ hochwertiger und zeitgemäßer Pädagogik für Kinder mit Behinderungen verstehen und wie diese „zum Wohl des Kindes“ untergebracht sind. Es ist zum Grauen.

  • Ich denke nur laut, darf man ja noch! Dieser blinde Bub hat sichtlich in seinen noch sehr jungen Jahren ohnehin schon genug vom Liebreiz der Menschheit abbekommen. Wie wärs damit, wenn er – so die Herrschaften das auch so als okay für sich erachten sollten – vom blinden und bis zum Geht nicht mehr in dieser Republik diskriminiert wordenen Paar adoptiert werden könnte? Im Übrigen, ich wurde als blinde Mutter sogar einmal von zwei Kindern gefragt, ob ich sie nicht adoptieren könnte. Wahrheit, liegt allerdings jetzt schon an die 26 oder 27 Jahre zurück. Nachdem ich das verneinen musste, haben die Kinder das Problemerl auf ihre ganz besondere Art und Weise für sich gelöst. Der Elternteil, zu dem sie dann kamen, musste es im Beisein einer Jugendpsychologin unterschreiben, dass sie mich und meine Familie jederzeit müssten besuchen dürfen. So haben sie zumindest einem gänzlichen Kontaktverlust sehr intelligent vorgebaut. Ich wusste gar nichts vom Ansinnen, das erfuhr ich selbst erst im Nachhinein durch das ältere der beiden Kinder und wie stolz mir das das Mädchen und lachend dazu auch noch erzählt hat. .

  • Alles? Ziemlich optimistisch. Und wenn, muss es auch Leute geben, die hinschauen wollen. Und dann solche, die das verändern wollen, damit es nicht heißt, dass diese Dinge der Vergangenheit angehören. Da dürfen wir gespannt sein und vor allem uns in Geduld üben.

  • Naja, die Überschrift – ALLES käme jetzt ans Licht – ist reichlich zweckoptimistisch. Viele Tat-Sachen könnte man nur als Undercover-PrüferIn im Alltagsbetrieb der Aussonderungseinrichtungen und Verwahranstalten bei längerer Beobachtung ans Licht bringen. Der Whistleblowerschutz für MitarbeiterInnen, die nicht mehr schweigend mitmachen wollen, liegt auch noch im Argen. Wie’s Angehörigen ergeht, die grobe und gefährliche Missstände aufzeigen, weiß ich nur zu gut. Ich glaube noch nicht, dass es jemand offiziellerseits in Österreich ernsthaft interessiert (mit Handlungskompetenz und Konsequenzen), was wirklich los ist in Eugenik-Ökonomistan, sonst wären schon sehr viele Einrichtungen geschlossen worden.
    Vor allem wird auf Menschenrechtsverletzungen ‚en détail‘ geprüft, was insgesamt ein Menschenrechtsbruch ‚en gros‘ ist: das organisierte Systemgebrechen des faktischen Zwangs zur Exklusion und Segregation, insbesondere für schwerstbehinderte, intensiv pflegebedürftige und schwer mehrfachbehinderte Menschen.