Thomas Jöchler

Kurier: „Relaunch für die User“

Thomas Jöchler erläuterte bei der Veranstaltung "Warum barrierefreies Internet?" von "accessible media" am 12. Oktober 2006 in Wien die Hintergründe des Kurier-Relaunch.

Der Veranstaltungsblock: „Barrierefreier Relaunch in der Praxis“ wurde mit einem Vortrag von Thomas Jöchler von der Tageszeitung Kurier eröffnet. Der Kurier ist seit dem Jahr 1996 online und hat den drittgrößten Internetauftritt einer österreichischen Tageszeitung.

Zum 10-Jahres-Jubiläum hat sich der Kurier kein großes Fest geleistet, sondern einen „Relaunch für die User“ durchgeführt, berichtet der Vortragende.

Nach dem Relaunch ist vor dem Relaunch

Der Kurier ging im Frühjahr 2003 als erste große österreichische Seite mit einem tabellenfreien Layout online.

„Der letzte Relaunch im Jahr 2003 war bereits ein Schritt in die Richtung webstandardnahes Design. Wir haben schon damals die Trennung von Design und Struktur großteils umgesetzt“, erläutert Jöchler gegenüber BIZEPS-INFO. Der konsequente Einsatz von CSS war daher naheliegend und hat beim Relaunch 2006 „sehr viel Zeit gespart“.

Browserkompatibilität

„Für die Wahrnehmung durch die User bietet uns die klar strukturierte Seite weitere Vorteile“, analysiert der Leiter der Kurier Projektentwicklung. „Wir tauschen die (sklavische) Browserkompatibilität nach unten gegen die prinzipielle Zugänglichkeit der Seiten. Beim Relaunch 2003 haben wir bewusst Netscape 4 nicht mehr unterstützt, diesmal haben wir die Latte beim IE 5.5 eingezogen.“

Der Zugang zum Inhalt soll mit prinzipiell allen Endgeräten möglich sein, „die designliche Auszeichnung setzt bestimmte einigermaßen an Webstandards orientierte Browser voraus“, stellt er klar.

Fokus auf multiple Ausgabekanäle

„Jeder Artikel besteht aus Überschrift, Anreisser, Bild und Bildtext und Fließtext“, erklärt Jöchler. Da der Kurier versucht die Nachrichten über möglichst viele Ausgabekanäle zu verbreiten (Webseite, RSS-Feed, Newsletter, Kurier Mobil) ist der Grundsatz „Die Artikel müssen Titel haben, die für sich allein stehen können“ besonders wichtig.

Um diese verschiedenen Ausgabekanäle möglichst optimal zu organisieren, war die Trennung von Inhalt und Layout schon seit dem Jahr 2003 für den Kurier ein wichtiges Kriterium bei der Planung eines neuen Internetauftrittes. Der Fokus auf multiplen Ausgabekanälen bewirkt: Inhalt losgelöst von Form denken.

Potenzial von CSS nutzen

„Für uns war die Nutzung von CSS wichtig“, berichtet Jöchler von einer geglückten Personalentscheidung: „Unser Glücksgriff war, dass dieser Grafiker nicht nur das Layout sondern auch Webstandards-konformen HTML-Code lieferte.“

Von Anfang an war beim Relaunch „Accessibility und Webstandardskonformität mitgedacht“. Es hat sich auch gezeigt, dass „strukturierter Aufbau Accessibility bringt“, teil er seine Erfahrungen mit.

Der Code sei so übersichtlich wie möglich strukturiert und die Abfolge im Code entspreche der journalistischen Gewichtung der Seite (weiter oben = wichtiger). Sprungmarken zu Navigation und Inhalt werden angeboten.

„Zugänglichkeit umfassend denken“

„Zugänglichkeit muss man umfassend denken: Design, laufende Entwicklung, tägliche redaktionelle Arbeit werden berücksichtigt“, so sein Credo. Wichtig war auch die „Projektbegleitung durch accessible media„.

Doch der Relaunch 2006 „stellt nicht den Endpunkt dar“, erläutert Jöchler durchaus selbstkritisch. Noch seien einige Punkte zu verbessern. So werde derzeit „das ALT-Attribut für Quellenangaben von Bildern genutzt“, was nicht ideal sei.

Auch kämpfe sein Team „mit einigen Tücken des Redaktionssystems“ und daher werde nicht immer fehlerfreier Programmiercode geliefert.

Ihm ist daher „Kritik, Feedback und Input auch in Zukunft sehr willkommen“.

Über den Vortragenden

Thomas Jöchler ist Leiter der Projektentwicklung des Kurier.

Hier können Sie den Vortrag „KURIER ONLINE – barrierefreier Relaunch in der Praxis“ nachlesen.

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