Lebenshilfe: Empörung über Mangel an Integrationsstunden in Salzburg

Lebenshilfe fordert Anpassung der Vergabe für sonderpädagogischen Förderbedarf

Tafel mit dem Aufdruck Salzburg
BilderBox.com

„Es ist ein Skandal: Schulkinder mit Behinderungen müssen heimgeschickt werden, weil nicht genügend Stunden für IntegrationslehrerInnen bewilligt werden“, reagiert Lebenshilfe-Präsident Germain Weber empört auf einen Bericht der Salzburger Nachrichten. In einer Salzburger Hauptschule wurden Kinder mit Behinderungen stundenweise heimgeschickt. Die Schulamtsleitung begründet dies damit, dass der Bund nur für 2,7 Prozent der Schüler Integrationsstunden zahlt, der tatsächliche Bedarf aber bei vier Prozent läge.

Weniger Unterricht für behinderte Kinder verletzt UN-Konvention. Diese unbefriedigende Situation ist schon seit langem bekannt. Schon im Schuljahr 06/07 wurde der tatsächliche Bedarf bundesweit mit 3,31% festgestellt, dennoch wurde nur die pauschalierten Ressourcen für 2,7% zugewiesen und mit dem Finanzausgleichsgesetz 2008 auf fünf Jahre verlängert. „Jetzt sieht man sehr klar die Folgen: Bildungswillige SchülerInnen mit Behinderungen können nicht betreut werden. Das ist ein klarer Bruch der UN-Behindertenrechtskonvention, die ein Recht auf Schulbildung festschreibt“, betont Weber und ergänzt: „Es werden jene Schüler und Schülerinnen verscheucht, die die Förderung am meisten benötigen.“

Die Lebenshilfe fordert daher eine rasche Anpassung des sonderpädagogischen Förderbedarfes auf den tatsächlichen Bedarf in den Schulen. Das Schulpflichtgesetz spricht Kindern mit Behinderungen die sonderpädagogische Förderung und das Recht auf Unterricht in der Regelschule zu: Daher darf kein Kind mit Behinderungen im integrativen Unterricht aus dieser Förderung herausfallen. Weiters fordert die Lebenshilfe eine sofortige Sonderregelung mit entsprechender Ressourcenzuweisung für die betroffenen SchülerInnen in Salz-burg.

UN-Konvention schreibt inklusive Bildung vor

Die Lebenshilfe Österreich macht darauf aufmerksam, dass Österreich mit der Ratifizierung der UN-Konvention dazu verpflichtet ist, ein inklusives Bildungssystem auf allen Ebenen zu gewährleisten. Die UN-Konvention verankert im Artikel 24 das Recht auf inklusive Bildung. Darin heißt es unter anderem, dass „Menschen mit Behinderungen nicht aufgrund von Behinderung vom allgemeinen Bildungssystem ausgeschlossen werden und dass Kinder mit Behinderungen nicht aufgrund von Behinderung vom unentgeltlichen und obligatorischen Grundschulunterricht oder vom Besuch weiterführender Schulen ausgeschlossen werden.“

Weber dazu: „Die Umsetzung der UN-Konvention ist gerade im Bildungsbereich zwingend notwendig. Die Kinder mit Behinderungen müssen innerhalb des allgemeinen

Bildungssystems die notwendige Unterstützung erhalten. Ein zentrale Rolle dabei spielt ein Umfeld, das ihre bestmögliche schulische und soziale Entwicklung ermöglicht.“

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