Lebenshilfe NÖ: Sonderschulen sind Strukturen von gestern

Jedes Kind hat das Recht auf inklusive Bildung!

Eine Zeichnung, Kinder stehen und sitzen, auch im Rollstuhl, vor einer Zahlenreihe 1-12. 11 und 12 sind orange. Recht unten ein Paragraphenzeichen.
Petra Plicka

Die Lebenshilfe Niederösterreich bezieht klar Stellung gegen die heute von der FPÖ Niederösterreich geforderte Stärkung der Sonderschulen sowie den Ausbau der Sonderpädagogik: Sonderschulen sind keine zeitgemäße Antwort auf die Herausforderungen im Bildungssystem – sie verfestigen Ausgrenzung statt Teilhabe. (Siehe auch NÖAAB)

Kinder auszusondern ist keine Bildungspolitik

„Die beste Bildung für alle Kinder ist die gemeinsame Bildung, nicht die Sonderschule“, betont Friederike Pospischil, Präsidentin der Lebenshilfe Niederösterreich.

Zahlreiche internationale Studien sowie die UN-Behindertenrechtskonvention zeigen klar: Inklusive Bildung stärkt alle Kinder – mit und ohne Behinderungen – und fördert soziale Kompetenzen, Chancengerechtigkeit und Selbstbestimmung.

Inklusion ist ein Menschenrecht!

Österreich hat sich mit der Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention verpflichtet, ein inklusives Bildungssystem auf allen Ebenen umzusetzen. Der weitere Ausbau oder die politische Aufwertung von Sonderschulen widerspricht diesem Ziel fundamental.

„Sonderschulen sind kein Schutzraum, sondern oft eine Sackgasse. Kinder mit Behinderungen brauchen keine Sonderwege, sondern die notwendige Unterstützung im gemeinsamen Bildungssystem“, so Friederike Pospischil.

Probleme im System dürfen nicht auf dem Rücken der Kinder gelöst werden

Die Lebenshilfe Niederösterreich weist darauf hin, dass bestehende Herausforderungen – etwa Personalmangel, fehlende Ressourcen oder unzureichende Unterstützungssysteme – kein Argument gegen Inklusion sind. Im Gegenteil: Sie zeigen, dass das Regelschulsystem dringend besser ausgestattet werden muss.

Um eine inklusive Bildungslandschaft in Österreich zu schaffen, bedarf es einer umfassenden Reform unseres Bildungssystems. Bildung darf nicht als Frage der Eignung von Kindern betrachtet werden, die sich an die jeweilige Bildungseinrichtung anpassen müssen, sondern als Aufgabe, chancengerechte Rahmenbedingungen für alle zu schaffen.

Erfolgreiche Beispiele aus Ländern wie Kanada, Finnland, Portugal und Italien zeigen, dass ein inklusives Schulsystem möglich ist.

Statt Kinder auszugliedern, braucht es:

  • ausreichend Unterstützungspersonal (z. B. Assistenz, Therapeut:innen),
  • barrierefreie Lernumgebungen,
  • kleinere Klassen und
  • verpflichtende inklusive Ausbildung für alle Pädagog:innen.

Klare Forderung an die Politik:

  • den Ausbau inklusiver Bildung konsequent voranzutreiben,
  • keine neuen Sonderschulen zu schaffen und
  • bestehende Strukturen schrittweise in inklusive Angebote zu überführen.

Sonderschulen trennen, statt zu verbinden

Eine Gesellschaft zeigt sich daran, wie sie mit Vielfalt umgeht. Wer heute auf Sonderschulen setzt, setzt auf Ausgrenzung von morgen. Ein inklusives Schulsystem ist die Voraussetzung, um eine inklusive Arbeitswelt zu schaffen.

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  • Leitner Gerhard , Antworten

    01.02.2026, 09:09

    Weiter so.

  • Christa Nicka , Antworten

    31.01.2026, 11:17

    Hört endlich auf über die fehlende Inklusion an den Schulen zu schimpfen, solange es Ghettos wie Tageswerkstätten gibt, wo alle sog. Behinderten zusammengzusammengeworfen und von der Gesellschaft fern gehalten werden
    Wozu eine gute Schulausbildung, wenn im Erwachsesenalter dann verkümmert?

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