Lebenshilfe Tirol mit neuer Präsidentin

Die letzten Wochen verliefen für die Lebenshilfe Tirol sehr ereignisreich. Kaum für möglich gehaltene Vorgänge wurden bekannt. Nun bekommt die Lebenshilfe Tirol eine neue Führung.

Lebenshilfe Tirol
Lebenshilfe Tirol

Aufgrund eines Artikels am 15. Dezember 2010 von dietiwag.org begann eine unruhige Zeit für die Führungsriege der Lebenshilfe Tirol, die schlussendlich mit Ruhendstellen von Funktionen und Rücktritten ihren weiteren Verlauf nahm.

Die Vorwürfe (unsaubere Geschäfte, mögliche Verschwendung, Vertrag mit dem Land nicht erfüllt …) sind massiv – und laufend kommen neue hinzu (absurd hohe Gehälter für Manager).

Nicht nur absurd hohe Ausgaben und fragwürdige Verträge wurden bekannt, nun sind auch Gehälter von „bis zu 11.200 Euro monatlich plus Dienstwagen und Spesen“ öffentlich. (Die Führungsriege der Lebenshilfe Tirol ist massiv zerstritten, berichtet die Tiroler Tageszeitung.)

Politik nimmt Stellung

Da der Lebenshilfe Tirol mehr als 40 Millionen Euro öffentliches Geld pro Jahr ausbezahlt werden, meldet sich nun auch die Politik.

BZÖ-Nationalratsabgeordnete Gerhard Huber kritisiert, dass „sich die Geschäftsführer der Lebenshilfe Tirol, die sich nach Medienberichten allesamt im Dunstkreis der ÖVP finden, fürstliche Gehälter mit weit über 10.000 Euro brutto monatlich ausbezahlen lassen“. Das BZÖ fordert nun „alle Managementgehälter bei der Lebenshilfe völlig offenzulegen“, richtet dieses Ansinnen an die Lebenshilfe Österreich und ergänzt: „der Skandal bei der Lebenshilfe Tirol“ muss nun „lückenlos aufgeklärt“ werden.

Der Tiroler Landtagsabgeordnete Fritz Dinkhauser (liste fritz) meint gegenüber der Krone: „Hier herrscht ein Sumpf und eine Gier und Maßlosigkeit in der Führungsspitze, die erschütternd sind.“

„Ich gehe davon aus, dass es die Lebenshilfe von sich aus schafft, das Vertrauen wieder herzustellen“, verneint der Tiroler Soziallandesrat Gerhard Reheis (SPÖ) auf die Forderung nach einem Amtsverwalter für die Lebenshilfe Tirol. Die Sozialverwaltung werde mit der Lebenshilfe Tirol einen geänderten Vertrag abschließen, kündigte er an.

Auffallend ruhig verhält sich die ÖVP, manche in ihr fühlen sich verfolgt.

Probleme für andere Lebenshilfe-Organisationen

Ein Skandal dieser Größe muss zwangsläufig für namensgleiche Organisationen Auswirkungen haben. Dies war von Anfang an befürchtet worden.

Es gibt auch „Ärger in Osttirol„, informiert nun die Kleine Zeitung und schreibt: „Die Lebenshilfe Osttirol sei zwar eine Sektion der Landesorganisation, arbeite aber als Verein mit 1200 Mitgliedern völlig autonom.“ Doch die Berichterstattung in den Medien bereitet der Lebenshilfe Osttirol Probleme, weil sie Spendenrückgänge und Austritte zur Folge hat.

Auch die Lebenshilfe Salzburg hält es für angebracht, auf ihrer Homepage unmissverständlich festzuhalten: „Besonders wichtig ist uns die Feststellung, dass die Lebenshilfe in jedem Bundesland eine eigenständige Organisation ist und die Lebenshilfe Salzburg von den Vorwürfen gegen die Lebenshilfe Tirol nicht betroffen ist.“

„Lebenshilfe benötigt Neubeginn“

„Das haben sich die engagierten Mitarbeiter nicht verdient, und schon gar nicht die von der Lebenshilfe betreuten Menschen“, hält Peter Nindler in einem Leitartikel in der Tiroler Tageszeitung fest und erinnert: „Auf Kritik reagierte die Lebenshilfe-Führung stets mit politischen Interventionen durch die Hintertür.“

Neue Präsidentin

Der Vorstand der Lebenshilfe Tirol möchte nun – laut Krone – eine Expertenkommission einsetzen, die eine „lückenlose Aufklärung der Vorgänge in den vergangenen Jahren herbeizuführen“ hat.

Am 14. Jänner 2011 wurde bekannt, dass Gerhild Murauer neue Präsidentin der Lebenshilfe Tirol wird. Sie war schon bisher Teil des Vorstandes. „Ich möchte versuchen, die Lebenshilfe in ruhigere Gewässer zu führen“, sagte sie in einer ersten Reaktion gegenüber der Tiroler Tageszeitung.

„Die Aufklärung der Vorgänge in der Vergangenheit ist mir ein besonderes Anliegen“, so Muraurer in der Krone. In den kommenden Wochen will Murauer ein „schlagkräftiges, handlungsfähiges Team“ zusammenstellen, die Generalversammlung werde daher auf März 2011 verschoben.

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  • Einige Früchtchen „pluralistischer Ignoranz“ des „Ökonomisten-Syndikats“ in der „Pflaumen-, Kriecherl- und Zwetschkenrepublik“ wurden zum Fallobst. Die Amtspflichtverdrossenheit hoheitlicher Mitverantwortlichkeit bleibt.