LEGO bringt Minifiguren mit Behinderung heraus

Schon 2019 berichtete BIZEPS über Legosteine in Brailleschrift. Jetzt wird auch das Figurenangebot vielfältiger.

Eine Legofigur in einem Rennrollstuhl. Sie hat eine Goldmedaille um den Hals hängen.
LEGO Group

Von vielfältigeren Barbie-Puppen mit unterschiedlichen Körperformen oder Behinderungen bis zu Puppen, die nach dem Vorbild von Kindern mit Behinderungen gestaltet werden – mittlerweile haben die Themen Inklusion und Vielfalt auch die Spielzeugbranche erreicht.

Der dänische Spielzeughersteller Lego bemüht sich um das Thema Inklusion. 2019 gab es Lego Steine in Brailleschrift für Leseanfänger:innen. Ein weiteres Projekt waren Bauanleitungen für blinde und sehbehinderte Personen.

2023 stellt LEGO Minifiguren mit Behinderungen vor. In der Lego Friends-Reihe zum Beispiel wurden Merkmale wie Kultur, Geschlecht, ethnische Zugehörigkeit oder Behinderung in die Figurenentwicklung mit einbezogen.

So gibt es zum Beispiel eine Figur, der ein Arm fehlt. Die Minifigurenserie 22 enthält beispielsweise einen Rennrollstuhlfahrer, die Studgate Train Station hat eine Rollstuhlrampe. Ebenso gibt es ein Tischfußballset mit verschiedenen Figuren, dabei auch eine Person mit Vitiligo, eine Hauterkrankung, die unter anderem Pigmentstörungen verursacht.

„Vielfalt sind die sichtbaren und unsichtbaren Dimensionen, die jeden von uns einzigartig machen. Wir möchten, dass unser Unternehmen die Vielfalt der Welt widerspiegelt, in der wir aktiv sind und die wir inspirieren wollen. Gegenwärtig liegt unser Schwerpunkt auf Gender, ethnischer Zugehörigkeit, LGBTQIA+ Gemeinschaften und Menschen mit Behinderungen“, heißt es auf der Internetseite von LEGO.

Spielzeug als Spiegel der Gesellschaft

Spielsachen spiegeln gesellschaftliche Entwicklungen wider. Mädchen waren früher die Puppenmama und Jungen spielten mit Soldaten und Spielzeugwaffen. Man wurde im Spiel auf spätere gesellschaftliche Rollen vorbereitet. Plastikwaffen und Soldaten  sind mittlerweile eher vintage als „typisches Bubenspielzeug“. Aber geschlechterspezifische Werbung für Spielzeug gibt es immer noch.

In den Regalen für Mädchenspielzeug herrschen Glitzer und Rosafarbtöne vor, mit dunkleren Farben und rot bewirbt man das Spielzeug, das für Jungen gedacht ist. Expert:innen sehen solche Vermarktungsstrategien durchaus kritisch.

Die Spielzeugindustrie folgt Trends. So werden auch gesellschaftliche Strömungen, die in Richtung Inklusion, Gleichstellung und Diversität gehen, in die Spielzeugherstellung mitaufgenommen. Barbie ist nicht mehr nur eine normschöne Blondine.

LEGO-Figuren sind nicht mehr einheitlich, sondern werden vielfältiger. Kinder lernen durch Spielen sich und ihre Umwelt kennen. Vielfalt in der Spielzeugindustrie ist daher wichtig, denn sie kann ein Baustein für eine inklusive Gesellschaft sein.

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2 Kommentare

  • Würde ich mir ehrlich gesagt nicht zulegen, klingt mir nach Inklusion-Washing.

    • Das wage ich zu bezweifeln, wenn man sich ein wenig die Geschichte von Lego und deren Produkte anschaut. Sie waren immer sehr zeitgemäß und es ist nichts falsch daran mit kleveren Produkten eine größere Käuferschicht zu erzielen. Ich finds jedenfalls großartig. Spielzeug sollte immer auch den Querschnitt einer Gesellschaft abbilden und das hat Lego schon immer gemacht.