Leiner: Ethik steht über Ökonomie

"Ich bedaure die derzeit geführte Diskussion zur Fristenlösung, weil sie eigentlich völlig falsch geführt wird", erklärte heute, Montag, der parlamentarische Gesundheitssprecher der ÖVP, Abg.z.NR Prim. Dr. Günther Leiner.

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Es gehe weder darum, Frauen, die sich in einer verzweifelten Situation befinden, zu kriminalisieren, noch darum, Abtreibungsmethoden als medizinische Errungenschaften zu verkaufen.

Es ist vielmehr die Aufgabe der Gesellschaft, alles zu unternehmen, diese verzweifelten Frauen mit ihren Kindern zu unterstützen. Dazu fehle heute sowohl die Bereitschaft, als auch die grundsätzliche Achtung vor der Würde und dem Wert des menschlichen Lebens.

Eine Behinderung, durch die pränatale Diagnostik erkennbar, führt heute schon fast automatisch zur Abtreibung. Hier ist der Druck auf die Frauen durch die Möglichkeiten der Medizin sehr groß geworden und es werden Schleusen geöffnet, die wir dann vielleicht nicht mehr in den Griff bekommen, so Leiner.

Haben Behinderte dann überhaupt noch Platz in unserer Gesellschaft, wie stehen wir dann zu den Alten und Kranken? Wird es bald nur mehr eine ökonomische Frage sein, ob das Leben lebenswert ist, fürchtet Leiner die Folgen einer Entwicklung, die die Tötung menschlichen Lebens als Ausweg aus einer Krisensituation fast selbstverständlich akzeptiert hat. Dazu kommen die heute noch fast unvorstellbaren Möglichkeiten durch die biomedizinische Forschung.

Leiner will die neu entflammte Diskussion über die Abtreibung aber positiv dazu nutzen, über Wert und Würde des menschlichen Leben in unserer Gesellschaft zu diskutieren und die brennenden Fragen der Zukunft anzusprechen, „denn wir können nur Regeln aufstellen, die auf einem ethischen Grundkonsens der Gesellschaft basieren, sonst werden sie eben nicht akzeptiert werden“, erklärte Leiner.

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