Leitlinien zur Deinstitutionalisierung

Die UN-Behindertenrechtskonvention verpflichtet Vertragsstaaten dazu, Sondereinrichtungen abzubauen und Unterstützung personenzentriert und ambulant bereitzustellen. Die neuen Leitlinien des UN-Ausschusses benennen hierfür konkrete Umsetzungsschritte für die Deinstitutionalisierung.

Deutsches Institut für Menschenrechte
Deutsches Institut für Menschenrechte

Mit einer Informationsschrift fasst die Monitoringstelle UN-Behindertenrechtskonvention beim Deutschen Institut für Menschenrechte die Leitlinien zur Deinstitutionalisierung mit den Vorgaben des UN-Ausschusses für die Rechte von Menschen mit Behinderungen zum Abbau von Sondereinrichtungen zusammen und zeigt die für die Situation in Deutschland besonders relevanten Inhalte auf.

Die Informationsschrift kann sowohl in herkömmlicher als auch in Leichter Sprache kostenfrei heruntergeladen werden.

Interessant sind beispielsweise die in der Informationsschrift aufgeführten Kriterien institutioneller Wohnformen, die der UN-Ausschuss festgelegt hat. Institutionelle Wohnformen, die es zu überwinden gilt, haben beispielsweise folgende Merkmale:

  • die obligatorische gemeinsame Nutzung von Assistenzen mit anderen
  • kein oder nur begrenzter Einfluss darauf, welche Assistenz die Unterstützung leistet
  • Isolierung und Segregation von einem selbstbestimmten Leben in der Gemeinde
  • fehlende Kontrolle über alltägliche Entscheidungen
  • fehlende Wahlfreiheit für die betroffenen Menschen, mit wem sie zusammenleben
  • Starrheit der Routine ungeachtet des persönlichen Willens und der persönlichen Präferenzen
  • identische Aktivitäten am selben Ort für eine Gruppe von Menschen unter einer bestimmten Autorität
  • ein paternalistischer Ansatz bei der Erbringung von Dienstleistungen
  • Überwachung der Lebensumstände und
  • eine unverhältnismäßig große Anzahl von Menschen mit Behinderungen in derselben Umgebung.

„Die UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) gibt vor, dass Menschen mit Behinderungen selbst entscheiden können müssen, wo und wie sie leben möchten – ebenso wie Menschen ohne Behinderungen. Sie haben ein Recht auf ein selbstbestimmtes Leben in der Gemeinschaft (Art. 19 UN-BRK). Der UN-Ausschuss für die Rechte von Menschen mit Behinderungen (im Folgenden: Ausschuss) hat jedoch festgestellt, dass in vielen Vertragsstaaten der UN-BRK der Abbau institutionalisierter Wohn- und Unterstützungsformen nur stockend oder überhaupt nicht voranschreitet. Während der Covid-19-Pandemie waren Menschen in Einrichtungen außerdem mit besonders gravierenden Rechtseinschränkungen konfrontiert. Die Leitlinien hat der Ausschuss entwickelt, um den Vertragsstaaten eine Grundlage für die Planung von Prozessen zur Deinstitutionalisierung zu bieten. Die Empfehlungen sind ausdrücklich auch in Notfallsituationen, beispielsweise einer Pandemie oder Wirtschaftskrise, zu berücksichtigen“, heißt es weiter in der Informationsschrift zu den Leitlinie zur De-Institutionalisierung.

Link zur Leitlinie in herkömmlicher Sprache: https://www.institut-fuer-menschenrechte.de/publikationen/detail/leitlinien-zur-deinstitutionalisierung

Link zur Leitlinie in Leichter Sprache: https://www.institut-fuer-menschenrechte.de/publikationen/detail/bessere-wohn-moeglichkeiten-fuer-menschen-mit-behinderungen

Hier beginnt der Werbebereich Hier endet der Werbebereich
Hier beginnt der Werbebereich Hier endet der Werbebereich

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.