38. Woche 2026 – Changing Place bei Niagara Parks Power Station
Geräumige barrierefreie Toiletten mit Liege werden auch Changing Places genannt. Dort kann auf einer Liege liegend die Kleidung an-/ausgezogen werden. …
Nachhilfe für einen Sektionschef: So geht Inklusion in der Schule
Sehr geehrter Herr Mag. Nekula,
wie Sie wissen, werden in Österreich Kinder kontinuierlich von der Regelschule in Sonderschulen überstellt. In der ersten Schulstufe sind 0,9 % aller PflichtschülerInnen in Sonderschulen, in der 8. Schulstufe sind es 2,3 %. Dies betrifft vor allem Buben und Mädchen mit Lernschwierigkeiten, der absolut größten Gruppe unter den SonderschülerInnen.
Die Überstellung dieser Kinder wird meist damit begründet, dass sie in Sonderschulen besser gefördert werden können. Diese Lektion widmet sich der Frage, ob sich diese Annahme empirisch belegen lässt, wobei der Berufsweg ehemaliger SonderschülerInnen als entscheidender Indikator herangezogen wird.
Schon 1981 zeigte eine große Vergleichs-Studie in Österreich (Forster et.al. 1981), dass SonderschülerInnen geringere Chancen haben als HauptschülerInnen, eine Ausbildung zu beginnen oder eine begonnene Ausbildung zu beenden. SonderschülerInnen wurden signifikant häufiger HilfsarbeiterInnen.
Eine vergleichbare aktuelle Untersuchung liegt 30 Jahre später aus der Schweiz vor. Eine über 12 Jahre angelegte Langzeitstudie (Eckhart et.al. 2011) erfasste die Werdegänge von Jugendlichen mit Lernbehinderungen aus Integrationsklassen und vergleichbaren Jugendlichen aus Sonderschulen. Das Hauptinteresse der AutorInnen lag bei den Übergängen zwischen Schule und Beruf bzw. der Frage, wie gut sich die jungen Erwachsenen am Arbeitsmarkt behaupten können.
Die Ergebnisse dieser quantitativen Untersuchung sind eindeutig:
Konsequenterweise lautet der Schluss der AutorInnen: „Die Integration der bisher als ‚lernbehindert‘ diagnostizierten Kinder und Jugendlichen in die Regelklassen und damit die Abschaffung der Sonderklassen für Lernbehinderte ist unter dem Aspekt der Chancengerechtigkeit unumgänglich.“ (ebd., S. 112).
In der heutigen Lektion empfehlen wir die Studie von Eckhart (2011) zu lesen und zu überlegen, was die Ergebnisse für Österreich bedeuten können.
Eckhart, Michael et.al. (2011): Langzeitwirkungen der schulischen Integration. Eine empirische Studie zur Bedeutung von Integrationserfahrungen in der Schulzeit für die soziale u. berufliche Situation im jungen Erwachsenenalter. Bern: Haupt Verlag.
Der Vollständigkeit halber hier auch die Angabe zu der Studie aus Österreich von 1981: Forster, Rudolf et.al. (1981): Normalisierung oder Ausschließung – über die Berufsfindung und das Lebensschicksal von Sonderschulabgängern. Wien: Sonderpublikation des Instituts für Höhere Studien, Wien.
Mit freundlichen Grüßen
Petra Flieger und Volker Schönwiese
Dieser Text ist Teil der Serie „Nachhilfe für einen Sektionschef: So geht Inklusion in der Schule„. Mit dieser Informations- und Materialsammlung soll Wissen zur Umsetzung von inklusiver Bildung vermittelt werden.
Barrierefreiheit sichtbar gemacht: Jede Woche ein Bild, das Erfolge feiert oder Hürden aufzeigt.
Geräumige barrierefreie Toiletten mit Liege werden auch Changing Places genannt. Dort kann auf einer Liege liegend die Kleidung an-/ausgezogen werden. …