Leugnen als sicherster Weg zum Scheitern

Wie der Pressesprecher des ÖBB-Personenverkehrs für Oberösterreich, Mario Brunnmayr, die Fakten leugnet, und sich dabei ziemlich lächerlich macht. Wem soll das nützen?

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„Die Unfähigkeit, eigene Fehler und Schwächen einzugestehen ist generell der sicherste Weg ins Scheitern. Eine Zeit lang, eine ziemliche Zeit lang sogar, kann man mit der sturen Behauptung, alles sei bestens und man strebe zu immer lichteren Höhen, über die Skeptiker drüberfahren und die Menschen beeindrucken. Dann passiert das, was mit der Sowjetunion passiert ist: Die Realität zerstört die schöngefärbte Fassade.“ schreibt Kolumnist Hans Rauscher am 17. Dezember 2004 in der Tageszeitung „Standard“.

Er dachte in seiner Kolumne nicht an die ÖBB, aber besser könnte man die Vorfälle der letzten Tage kaum auf den Punkt bringen.

Der Oberösterreicher Mag. Wolfgang Glaser musste am 15. Dezember 2004 in einem ungeheizten Gepäckwaggon fahren, weil er mit seinem Rollstuhl nicht durch die schmalen Türen in das Personenabteil kam. Die ÖBB setzt seit 12. Dezember 2004 täglich einen so genannten „Nostalgiezug“ – ein uralt Fahrzeug – ein.

Unwahrheit 1: Türen breit genug
„Die Türen des besagten Zuges sind zwar deutlich schmäler, aber es passt trotzdem ein Rollstuhl hindurch“, erklärte ÖBB-Sprecher Mario Brunnmayr auf Anfrage des Standard.

Dies ist falsch, weil die Eingänge bereits schon für die Rampe des Hebeliftes zu schmal sind, schreibt Glaser in einem Leserbrief an den Standard.

Unwahrheit 2: Er könnte auch den Bus benutzen
Doch Brunnmayr bringt so schnell nichts in Verlegenheit. Er behauptet im „Neuen Volksblatt„, dass der Rollstuhlfahrer „auch den Bus nach Steyr nehmen kann“.

Doch auch diese Aussage Brunnmayrs ist unwahr. Der Chef des Personenverkehrs der ÖBB in Linz hat sich erst jetzt dafür eingesetzt, dass zumindest in Zukunft ein Niederflurbus fahren wird, berichtet Glaser.

Unwahrheit 3: beheizter Gepäckwaggon
Im Radio verbreitete Brunnmayr die nächste Unwahrheit als er meinte, dass der Paketwaggon des Zuges beheizt sei. Natürlich ist der für Rollstuhlfahrer zugängliche Bereich im Paketwaggon nicht beheizt. Eine Recherche bei Experten, ob Paketwaggons beheizt seien, ergab nur verwundertes Kopfschütteln.

Rundumschlag und Realitätsverweigerung
Zum Abschluss setzt Brunnmayr zum Rundumschlag an und verläuft sich in Verschwörungstheorien und spricht von „einer politischen Intrige“.

Und weil nicht sein kann, was nicht sein darf versteigt sich der Pressesprecher Brunnmayr im Standard in die Behauptung, dass es „Rollstuhlfahrer gebe, die mehr Platz wollen und deswegen freiwillig den Gepäckwagen bevorzugen“.

Man fragt sich was der größere Skandal ist. Die Beförderung im Gepäckwaggon oder der Umgang des Pressesprechers des ÖBB-Personenverkehrs für Oberösterreich, Mario Brunnmayr mit der Wahrheit ?

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0 Kommentare

  • Endlich gibt`s die Teilung der ÖBB!

  • Kann es sein, dass die Agenden des neuen und auch des alten Bahnmanagement die sind und waren, Österreich grundsätzlich „bahnfrei“ zu machen? Nach dem Motto „wer mit der Bahn fährt ist selbst schuld!“. Ich vermute ja stark, dass weder die mit dem öffentlichen Verkehr betrauten Politiker noch die Führungskräfte der ÖBB jemals die Bahn benützt, geschweige denn einen Zug gesehen haben. Wie wäre diese Situation sonst zu erklären?

  • Ach finde ich das fein, dass immer mehr und immer öfter auffällt, wie sich die Zuständigen oft allzu peinlich versuchen aus der Affäre zu reden – weiter so – es kriegen immer mehr Menschen mit, was läuft – und hoffentlich trau´n sich auch immer mehr, den Mund aufmachen – ich liebe die bizeps-news

  • Haben die ÖBB ein Qualitätsmanagementsystem eingeführt? In zertifizierten Unternehmen ist die Kundenzufriedenheit das Wichtigste.