LHStv. Scheuch und LR Ragger: Das Ende der Ausgrenzung von behinderten Kindern

Regierungsfahrplan für Umstieg auf inklusives Schulsystem vorgelegt

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„Wir können nicht ein Konzept weiterführen, das der UN-Behindertenrechtskonvention widerspricht. Dieses verbietet uns, Menschen mit Behinderung in großen Zentren zusammenzufassen und sie damit zu separieren. Wir haben den Auftrag, eine möglichst wohnortnahe Ausbildung und Versorgung ohne Trennung von anderen Kindern sicherzustellen.“

Mit diesen Worten legten am Dienstag Schulreferent LHStv. Uwe Scheuch und Sozialreferent LR Christian Ragger den mehrjährigen Fahrplan für die Einführung eines inklusiven Bildungs- und Betreuungssystems vor.

Seine Schwerpunkte sind: Eine Redimensionierung des heutigen sozialpädagogischen Zentrums (bfz – Gutenberg-Schule samt Internat) in Klagenfurt. Heute werden hier 63 beeinträchtigte Kinder getrennt von anderen unterrichtet und 18 vollstationär in einem Internat betreut.

Das Projekt „InkIusion“ sieht in Zukunft ein Internat für 24 vor, die dann in einer Klagenfurter Schule integriert werden sollen. Während dieser Übergangsphase bleibt die SFS Gutenberg Schule erhalten, auch über 2014 hinaus. Die anderen Kinder werden in einer geeigneten Schule in ihrem Heimatbezirk unterrichtet. Für sie wird es hier auch eine Nachmittagsbetreuung sowie notwendige Therapien geben.

„Diese Systemänderung bedeutet auch, dass der ursprüngliche Plan, das bfz um über zehn Millionen Euro zu sanieren, fallen gelassen wird“, erklärt Ragger. Der beabsichtigte Neubau für 24 Kinder koste weit weniger und der Großteil dieses Geldes könne für das neue Konzept Inklusion aufgewendet werden. „Wir investieren lieber in Pädagogen und Therapeuten als in ein Gebäude“, betont Ragger.

Scheuch und Ragger weisen darauf hin, dass es noch nie eine so intensive Zusammenarbeit zwischen beiden Referaten gegeben habe wie bei diesem Thema. Der Standort des BFZ stehe dabei nicht zur Diskussion, lediglich eine Anpassung des nicht mehr zeitgemäßen Gebäudes werde durchgeführt.

Alle Kinder sollten möglichst nahe an ihrem Wohnort eine Ausbildung absolvieren. Statt einem großen sozialpädagogischen Zentrum in Klagenfurt werde es mehrere Inklusionszentren an Schul- und Hortstandorten in allen Bezirken geben. Die Umsetzung der regionalen Inklusionszentren wird systemisch und über mehrere Jahre geplant. Der Start erfolgt im kommenden Schuljahr im Bezirk Völkermarkt. An einer Volks- und an einer Hauptschule wird je eine Kleinklasse für fünf bis sieben Kinder eingerichtet.

Die Erfahrungen bei diesem Pilotmodell werden mit der Fachhochschule ausgewertet und bei der Umsetzung in den übrigen Bezirken berücksichtigt. An jedem Standort gelten laut Scheuch und Ragger folgende Prinzipien:

  • Wohnortnahe Versorgung (keine langen Anfahrten, etc.)
  • Kleinklassen für 5-7 Kinder
  • Doppelbesetzung im Unterricht (Klassenlehrer und Sonderpädagogen als Zusatzpersonal)
  • Gleiche Rahmenbedingungen für die Nachmittagsbetreuung (Kleingruppen und Doppelbesetzung)
  • Installierung eines mobilen therapeutischen Dienstes (Es fahren nicht mehr die Kinder zu den Therapeuten und Fachkräften des bfz, sondern die Fachkräfte zu den Kindern)
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0 Kommentare

  • Anzumerken ist noch, das bei diesem Konzept ja auch nicht das Wohl der Betroffenen, sondern AUSSCHLIESLICH der Finanzbedarf entscheidend ist. Ich befürchte das, sobald das Interesse der Öffentlichkeit verschwunden ist die Betroffenen einfach in einem Kammerl, das gerade in der Bezirksschule zufällig frei ist „abgestellt“ werden. Bemerkenswert ist auch, dass hier KEIN Wort zu finden ist, welche Arbeitsmöglichkeiten es für die Absolventen dieser Zentren im Anschluss geben soll. Man bedenke, dass Scheuch die kärntner Öffentlichkeit gerade letzte Woche hat wissen lassen dass er eine „Tetschn“ als Erziehungsmaßnahme manchmal durchaus für
    angebracht hält. Und zu seinen darauf folgenden Wortspielereien sei gesagt, dass eine „Tetschn“ in der kärntner Umgangssprache durchaus eine Ohrfeige ist. An alle die über Huntsdorfer schimpfen: ALLES ist für Menschen mit Behinderung besser als Eine Regierung unter Führung der FPÖ!

  • Es gibt einige positive Aspekte. Aber exklusive Kleinklassen in Bezirks-„Inklusionszentren“ anstatt inklusivem Unterricht in den allgemeinen Wohnortschulen, ist nicht „das Ende der Ausgrenzung von behinderten Kindern“, sondern nur deren Verlagerung. Eine halbe Inklusion ist eine volle Mogelpackung.