„Licht ins Dunkel“ – Da schau her, es gibt doch noch ein Leben für uns!

Draußen wird es schön langsam kalt, die Beleuchtungen über den Einkaufsstraßen erstrahlen heller den je und Licht ins Dunkel startet wieder durch.

Licht ins Dunkel Spot 2011
Verein Licht ins Dunkel
/ORF

Die neuen Spots finde ich bisher leider nur eingebettet in DerStandard oder bei Horizont.

Geht es nur mir so, oder hat sich da was getan?

Will Licht ins Dunkel plötzlich den Österreichern weiß machen, dass man als Mensch mit Behinderung ein normales Leben führen kann? Dieser Eindruck drängt sich mir vor allem beim kommentarlosen Spot auf.

Täusch ich mich da jetzt, oder was? Wie seht ihr das?

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0 Kommentare

  • Danke Gerhard für diese Info – Da nützen all die „guten Vorsätze“ des ORF zur „Bewusstseinsbildung“ nix. Es ist und bleib abzulehnen und eigentlich beschämend für Österreich, die die Verantwortung im Sozial- Gesundheits- und Behindertenbereich schon seit Jahren „scheibchenweise“ auf Spendeninitiativen auslagert und behinderte Menschen noch dafür zu Werbezwecke missbraucht, damit ja Vielen das Geld „aus der Tasche gezogen wird“. Natürlich steuerlich absetzbar. Was noch verschärfend hinzukommt: Man versucht Leitungen, auf die ein Rechtsanspruch bestanden hat, aus „Spargründen“ in „freiwillige Leistungen“ umzuwandeln. Dies ist für viele behinderte und alte Menschen Lebensbedrohend – und dies in einem so reichen Land.

  • Nur keine falschen Hoffnungen! habe gerade eine ganzseitige LiD-Werbung in der NÖN vor mir: Jeder Euro zählt! Licht ins Dunkel / Helfen Sie uns helfen“ Die NÖ Nachrichten unterstützen die große Spendenaktion für die Ärmsten der Armen in Österreich – Menschen mit besonderen Bedürfnissen! Die Not ist groß, und besonders die Ärmsten der Armen brauchen Hilfe. usw. usw. Bei der Aufzählung der niederösterreichischen Projekte fällt mir auf, dass alle Investitionen eigentlich Staatsaufgabe wären und überdies dem Ungeist der Segregation gewidmet sind (Werkstätte der Caritas in Loosdorf, Werkstätte der Lebenshilfe in Hisbach/Allhartsberg, Patientenlifter für Werkstätte der Lebenshilfe in Bruck an der Leitha, Spezialbadewanne für ein Wohnhaus für geistig- & mehrfachbehinderte Menschen in Matzen, Küche für betreute Wohneinheiten vom Verein balance in maria Ponsee).

  • ohne Stimme/Text, gefällt mir der Spot viel besser. Schade, dass es nicht mal umgekehrt war – Frau im Rolli …. ansonsten kann ich mit der Spendensammlerei bzw. mit „Licht ins Dunkel“ nichts anfangen. Realität sieht anders aus.

  • …. Und jedes Jahr zur Weihnachtszeit, gibt mancher Geld mit vollen Händen – zu spenden ist man gern bereit, das „Fernsehn“ wird es senden! Die gute Tat sieht alle Welt, beruhigt ist das Gewissen. Auch Freundschaft ist es – nicht nur Geld – was sie so sehr vermissen. NICHT INS DUNKEL!

  • Wow, da gehts ja ab!

    Als kurz geratener geborener Behinderter stimme ich den meisten Punkten völlig zu:

    – Rollenbilder (nicht nur Mann/Frau)
    – Spenden => Bittsteller
    – Bewusstseinsbildung wäre besser
    – uvm

    Wo ich aber Widersprechen muss, ist bei der Wahl des Behinderten für den Spot. Natürlich hätten sie auch eine Frau in den Rolli setzen können.

    Medien berichten hauptsächlich saisonal über Behinderte. Wir sind uns alle einig, dass sie uns da sehr negativ darstellen (Bittsteller, bedürftig, liebenswert…). Jetzt gibt es einen ersten, sehr schwachen Lichtstrahl am Firmament und wir fangen hier wirklich an uns über Geschlechterrollen zu streiten!?!?! Ehrlich???

    Nichtbehinderte die nie Kontakt zu Menschen mit einer Behinderung haben, haben Angst vor uns. Wir passen nicht in deren gewohntes Alltagskonzept. Daher reagieren sie oftmals sehr (für uns) eigenartig.

    * Sie sprechen uns mit DU an.
    * Sie weigern sich mit uns zu interagieren, weil sie (vielleicht) denken dass wir Geld von ihnen wollen.
    * Sie starren uns an…

    Weder die Regierung noch Licht ins Dunkel wird hier eine Kehrtwende herbeiführen können/wollen. Aber WIR sind in den Medien. Da sollten wir nicht noch ein Fass (Geschlechterrolle) aufmachen. Gerade weil diese Diskussion schon älter und massentauglicher als unsere ist, lenkt sie anfangs nur von unserer ab!

    Und so scheiße das jetzt auch klingen mag, aber strahlende Gesichter von Menschen mit Trisomie 21 sind nette und medial leicht verdauliche Kost. Strahlende Gesichter verursachen Wohlbefinden.
    Ein Mann oder eine Frau im Rollstuhl die aktiv und mobil durchs Leben rollt ist ebenfalls „leichte“ Kost für jeden Nichtbehinderten.
    Gesunde können sich eher mit diesen Personen identifizieren. Sie sehen genauso aus wie sie selbst im Sitzen. Da gibt es keine Berührungsängste. Ein Mensch der sitzt ist nichts ungewöhnliches.

    Man muss die Menschen dort abholen wo sie sind und nicht dort wo sie hin sollen!
    Mit ihm Vertrautem zum für ihn Fremden!

  • Bin ganz der Meinung von Thomas Stix:“Wer Spendengelder lukrieren will, muss Mitleid erregen … Warum soll ich einer coolen, selbstbewussten, im-Leben-stehenden Person etwas spenden?“
    Oder sind „Behinderte“ in jedem Fall so ARM dass man Spenden muss? Das ist keine Bewußtseinsänderung sondern noch diskriminierender! Was ist hier die Info für nichtbehinderte ZuseherInnen damit hier um Almosen geschnorrt werden kann?!

  • … was ist schon normal? Was mich stört sind die gängigen Klischees, die angesprochen werden und die Bettelei für Dinge, wofür sich eigentlich die Politik zuständig fühlen müsste (umfassende Barrierefreiheit; Existenzsicherung; Schaffung von Arbeitsmöglichkeiten und Chancengleichheit behinderter Menschen; …).

  • es leben ja genug Menschen mit Behinderung, die nicht sichbar sind … das sollte man nicht vergessen …

  • nicht nur dir geht es so! als ich DIESE werbung das erste mal sah, stellten sich meine gänse haut auf und auch die haare! warum?! zum ersten mal wird im orf gezeigt, das wir behinderte menschen ein selbstständiges leben führen können! und diese werbung ist so emotionell und so süß gemacht ;o)

    abgesehen, ja licht ins dunkel stellt trotzdem die behinderten menschen als bitsteller hin … es ist einfach als motto kleben geblieben … ob sich das jemals ändert … ?!

    oder ob das der erste schritt ist zur strategiewechsel, wenn dann begrüss ich das wohl sehr ;o) aber das sehn wir alle ja noch ;o)

    zurück zu diesem spot, es ist gelungen ;o)

  • @B.Primig: Da habe ich persönlich auch ein Problem, das Behinderte geduzt werden. Mir persönlich ist das auch schon passiert, da wenn ich als Mann ohne Beine auf dem Skateboard durch die Strassen rolle und vor einer Ampel stehen bleiben muss, quatschen mich auch andauernd Leute an mit Du bis sie sehen was wirklich los ist! Aber mit dem muss man leben, das die Welt halt auch mit Hirnlosen Menschen gestreut worden ist!

  • Ich führe ein ganz normales Leben mit meiner langjährigen Lebenspartnerin. Das ich keine Beine habe war nie das Thema!

  • @B. Primig: „Herablassend, entwürdigend. Selbstverständlich hat der behinderte Mann keinen Nachnamen und wird geduzt. Wer ist dafür verantwortlich?“

    Antwort (zeitgeschichtlich): Die trotz NOVELLIERTER (verfassungsmässiger) Antidiskriminierungsbestimmung Art 7 B-VG noch immer aufrechterhaltene HERRSCHENDE Meinung aus Judikatur und Lehre:
    Dass nämlich „Behinderte“

    TROTZ HEFTIGSTER GEGENWEHR von peoplefirst mit „Kindern“ GLEICHGESETZT werden dürfen.

    Die Gegenwehr bestand in MEHRFACHEN (ergebnislosen) Protesten im BMJ, BMAS, ÖAR (Meierschitz), KOBV, ÖZIV gegen Leute wie GA Peter Reindl, Bankenpreisträgerin UAss. S. Dullinger, UProf. Novak (MR als Naturrecht), UProf M.Schwimman („“Umfangsstufen““), UProf. Dr. Daphne-Ariane Simotta (Doppelmühle „Eigenberechtigung“ vs Volljährige), UProf. M.Schauer, UProf C. Fischer-Czermak….menschen-rechtlich Volljährige als Volljährige und nicht als KINDER zu (miss)behandeln!

    Ergebnis: nach laaaaanger Nachdenkpause (10y?) liess sich Bankenpreisträgerin Dullinger schliesslich dazu herab ihre IRRLEHRE aus OGH-Urteil 8 ObA 223/95 im neuerschienen KBB-Kommentar zum ABGB als „kritisch“ erscheinen zu lassen. Ohne dass das auch nur noch einen Blutrichter scheren würde. Linzer Stahl ist hartheimisch härter als Kruppstahl. Und da fährt die Eisenbahn drüber!

  • Mich ärgern an diesem Spot mehrere Aspekte. Zunächst mal wieder die Heroisierung des armen Krüppels, der’s „trotzdem“ schafft. Und mindestens so sehr: der Mann im Rollstuhl, die Frau nicht. Wie wär’s umgekehrt? Bewußtseinsbildung im Sinne „eine Frau opfert sich auf und nimmt sich des behinderten Mannes an“? Angeblicher Fortschritt im Inklusionsdenken mit gewaltigem Rückschritt der Rollenbilder. Danke, ORF.
    Und noch viel schlimmer: der neueste Spot, in dem ein Schlagersänger durch eine Lebenshilfe-Werkstatt geführt wird. Herablassend, entwürdigend. Selbstverständlich hat der behinderte Mann keinen Nachnamen und wird geduzt. Wer ist dafür verantwortlich?

  • Die Quadratur des Kreises wird man nicht schaffen können, auch wenn man noch so teure Werbeagenturen anheuert: Wer Spendengelder lukrieren will, muss Mitleid erregen … Warum soll ich einer coolen, selbstbewussten, im-Leben-stehenden Person etwas spenden?

    Eine Bekannte von mir, die in einer Einrichtung arbeitet, hat mir erzählt, dass der ORF bei denen war, um für LiD etwas zu filmen. Es wurden denen Räumlichkeiten gezeigt (Turnraum …) worauf sie gesagt haben, das sehe alles viel zu schön aus, man muss etwas finden, was kaputt und nicht so schön aussieht …

  • Auch ich bin bei „Carolin“, auch wenn ich den Spot jetzt nicht nur als aufgesetzt kritisieren will. Problematisch find ich hier eher die ungewollte Klassifizierung der Behinderten. Auf der einen Seite jene Behinderten, die durch Unfall zu Behinderten wurden und dann jene , nicht genannten bzw. gezeigten, Behinderten, die schon seit der Geburt mit einem Handicap leben – wenn ich das mal so flapsig sagen darf. Nichtsdestotrotz gehe ich mit Carolin, Manfred und anonym d´accord, dass „diese Spenderei“ nichts bringt, vor allem nicht für die Inklusion und das Selbstverständnis oder besser die Emanzipation der Behinderten. Es muss eine häufigere, nicht nur im Dezember, Beschäftigung der Medien über uns Behinderte, stattfinden. Auch wir Behinderte müssen uns stärker engagieren, durch Aktionen, eigene Beiträge (für Medien) um der Gesellschaft unsere selbständigen Lebensentwürfe- ja hier Pathos – anderen, also „den Nichtbehinderten“, näherzubringen und den Mythos vom armen, vollständig von anderen Personen und deren Hilfe abhängigen Behinderten zu verabschieden. In diesem Sinne ist auch folgender Link zu sehen: http://www.lebenshilfe.at/index.php?/de/Akademie/Terminkalender/FLASHMOB-Ankuendigung!

  • @Manfred Srb: Der „wichtige Beitrag“ als treuer Diener seiner Herren kann nur darin bestanden haben, die Bevölkerung während der politisch motivierten Verschärfung der Behindertenunterdrückung durch den politischen Arm der öffentlichen DiskriminierungsGewalt am (Charity-)Schmäh und bei (Spender-)Laune zu halten.
    Spätestens seit in Kraft Treten der UN-BRK kann der organisierte Missbrauch von Spendengeldern zur Entlastung des Staatshaushalts als Kaschierungsversuch der persistenten Menschenrechtsdelinquenz unserer Eugenik-Republik gesehen werden.

  • ORF-Generaldirektor Dr. Alexander Wrabetz heute in einem Pressegespräch zu „Licht ins Dunkel“: Er betonte, dass neben dem Aspekt des Spendensammelns auch Bewustseinsbildung wichtig sei und „Licht ins Dunkel“ hier über die Jahre einen wichtigen Beitrag zum Umdenken geleistet habe“.

    Bitte, kann mir einer sagen worin dieser „wichtige Beitrag“ von LiD bestanden hat? Habe ich etwa die letzten Jahre und Jahrzehnte verschlafen?

  • liebe carolin, du triffst den nagel auf den kopf – danke für deinen eintrag

  • tja. also für mich wirkt es ziemlich aufgesetzt. nicht glaubwürdig die show, die da abgezogen wird. und außerdem verraten sie sich in den nebensätzen wieder selber: der weg zum glück dauert länger, und du brauchst ein bisschen hilfe… da wollen sie sich meinem eindruck nach nur ein neues mascherl umhängen, der inhalt bleibt derselbe…
    und der archetyp „behinderter junger mensch total in sich gefestigt“-i-wie der super-hero im rollstuhl genau wie die nichtbehinderten mit der blonden freundin- erklärt der welt wie toll das leben trotzdem sein kann, – auch wenn du der typ im rollstuhl bist, auf den er vor seinem unfall (seinem reden nach) wohl selbst herabgeschaut hat, kommt für mich ziemlich unglaubwürdig rüber.
    und überhaupt hab ich kein verständnis für diese alljährliche farce. an der wohl auch einige leute gut verdienen.aber authentisch ist das nicht und es ändert auch nichts daran, dasshier für spenden geworben wird und nicht für eine tatsächliche gleichstellung mit rechtsansprüchen ohne mitleids- und „ich bin so gut ich spende und dann kann ichs wieder ignorieren-effekt. und das unabhängig davon ob du eher den archetyp „behinderter superheld schafft alles und noch mehr trotzdem“ oder eher den archetyp „antiheld hadert trotzdem manchmal seinem schicksal und schafft nich t alles so supertoll wie die andern und kriegt auch nicht die blonde schöne ab“ – verkörperst. oder die millionen möglichkeiten dazwischen,die es gibt, die viel authentischer wären und sinnvoller zu zeigen. wie auch die gründe, warum es ab und zu doch nicht so toll ist, und was man da wohl ändern könnte. aber das will ja keiner .

    neue verpackung-altes produkt ist ja in der werbung sehr beliebt. bleibt trotzdem eine mogelpackung.

  • ORF Ö3 Nachrichten heute: Mit den 7.2 Mill Euro Einnahmen 2010 aus Spendengeldern wurden u.a. Energiekosten bezahlt, damit ist den Betroffenen rasch geholfen worden, damit diese nicht delogiert wurden. Ein Armutszeugnis für einen so reichen Staat, wie Österreich – Wo dem Volke mit einer Spendenaktion zu Weihnachten des öffentlichen Rundfunks eingeimpft und u.a. mit behinderten Menschen dafür geworben wird, zu helfen und zu spenden. Wobei der Staat sich immer mehr seiner sozialen Verantwortung entzieht, die Armutsschere durch verantwortungslose Politik und korrupter Nutznießer immer größer wird. Auch behinderte und alte Menschen sind immer mehr von Armut bedroht. Die Ausreden von Großspendern, wenn man diese z.B. auf mangelnde Barrierefreiheit hinweist – „Wir (unsere Firma) spenden ohnedies für Licht ins Dunkel“ kann ich nicht mehr hören und auch deshalb ist mir diese Art von Spendensammlungen zutiefst zuwider und abzulehnen.