Lieber Franz-Joseph

Reaktion auf die angekündigte Schlichtung von Franz-Joseph Huainigg wegen der Besetzung der Behindertenanwaltschaft.

Viel Zeit ist vergangen
BilderBox.com

Lieber Franz-Joseph!

Das Anforderungsprofil, veröffentlicht in der Wiener Zeitung am 10.10.2009)

  • Staatsbürgerschaft eines Mitgliedsstaates der EU
  • Eigenberechtigung
  • Abgeschlossenes Studium oder vergleichbare Kenntnisse
  • Umfassende Kenntnisse und Erfahrungen auf den Gebieten der Belange von Menschen mit Behinderungen, des Gleichbehandlungsrechts, des Arbeits- und Sozialrechts
  • Besondere Kenntnisse und Erfahrungen in den angeführten Aufgabengebieten
  • Umfassende Kenntnisse der öffentlichen Verwaltung
  • Führungs- und Managementerfahrung
  • Organisationstalent, strategisches Denken, Zielorientiertheit und Entscheidungsfähigkeit
  • Besondere Eignung zur Menschenführung, Kommunikations-, Verhandlungs- sowie Teamfähigkeit
  • Erfahrung mit Öffentlichkeitsarbeit
  • Überdurchschnittliches Engagement
  • Reisebereitschaft und internationale Erfahrung

war für dich, jetzt im Nachhinein, entweder in Ordnung oder du hast „Wichtiges“ übersehen.

Ich habe im Anforderungsprofil schon einige umfassende Kenntnisse gefunden, die der Sozialminister noch erklären hätte müssen.

Beispiele dafür sind die geforderten Kenntnisse

  • des Arbeits- und Sozialrechts
  • der öffentlichen Verwaltung und
  • die internationalen Erfahrungen

Ich versteh nämlich nicht, warum Kenntnisse

  • Im Arbeits- und Sozialrecht notwendig sein mussten, obwohl sich Diskriminierung in allen Bereichen des täglichen Lebens abspielt. Öffentlicher Verkehr, Bauen und Wohnen, sind nur einige Bereiche dazu. Entweder hätte die Spezifizierung nicht nur auf Arbeits- und Sozialrecht eingeschränkt, sondern um andere Bereiche erweitert werden müssen oder das Arbeits- und Sozialrecht nicht speziell aufgelistet werden dürfen.
  • der öffentlichen Verwaltung – da fehlt was! Für mich wäre schon interessant gewesen, was damit gemeint ist. Hätte es nach dieser Anforderung genügt, dass Menschen, die schon irgendwann einmal mit der öffentlichen Verwaltung zu tun hatten, diese Qualifikation erfüllen. Menschen mit Behinderungen hätten da sogar noch mehr anzubieten, nämlich reichlich Erfahrung mit der öffentlichen Verwaltung, oder?
  • Internationale Erfahrungen, also das hätte mich auch noch schwer interessiert, was da so als Qualifizierung verwertbar gewesen ist.

Ja, das hättest du im Vorfeld zur Diskussion stellen müssen, darüber hättest du in den Medien Aufklärung einfordern können. Der Sozialminister wäre da vielleicht ordentlich ins Schwitzen gekommen.

Warum hast du diese öffentliche Debatte nicht angezettelt, den Sozialminister begründen lassen und ihn ganz sicher dazu gezwungen das Anforderungsprofil so zu verändern, dass es dem entsprochen hätte, was für den Posten Behindertenanwältin bzw. Behindertenanwalt eben als Qualifikation notwendig ist?

Von dir kam aber dazu nichts, das ist für mich die Ursache, warum sich das tatsächliche „Grundübel – Anforderungsprofil“ somit zu einem deiner beruflichen Probleme entwickelt hat.

Das Anforderungsprofil 2005 war ebenfalls im Stil von 2009 gehalten. Der einzige Unterschied, es war von der FPÖ erstellt. Das war damals aber dir Franz-Joseph kein Problem, ich betone damals!

Zum Zug gekommen ist Haupt. Es gab viel Unmut bei den „abgeblitzten“ BewerberInnen, weil sie sich für den Job als zumindest gleich qualifiziert hielten. Ich kann dir nicht ersparen, dass ich dich mit der kurzen Rückschau konfrontiere, denn die gehört seriöser Weise auch zu dir dazu.

Dezember 2005

Weißt du noch, dass für dich vor 4 Jahren, als Mag. Herbert Haupt zum Behindertenanwalt ausgewählt wurde und du als NR-Abgeordneter der ÖVP – FPÖ Regierung angehörtest, das Auswahlverfahren in Ordnung war. Für den Posten d. BehindertenanwältIn haben sich damals viele Menschen mit Behinderungen beworben.

Dir war das damals keinen Aufschrei wert. Dass es eine mögliche Befangenheit der Kommission gegeben haben könnte, weil sie aus zwei der FPÖ SozialministerInnen (Haubner-Haupt), weisungsgebundenen Sektionschefs und einem Behindertenvertreter, dessen Organisation Unterstützung des Ministeriums braucht, bestanden hat, auch nicht! Das alles war für dich okay, du hast die BewerberInnen, die sich geschasst fühlten, nicht unterstützt.

Dezember 2009

Diesmal, wo auch du dich für den Job beworben hast (weil dir die ÖVP dein Nachrückermandat nicht mehr geben will!), kommt dein großer Heuler! Du kritisierst unter anderem, dass es eine mögliche Befangenheit der Kommission gegeben haben könnte, weil sie aus zwei dem SPÖ Sozialminister (Huntsdorfer ) weisungsgebundenen Sektionschefs und einem Behindertenvertreter, dessen Organisation die Unterstützung des Ministeriums braucht, bestanden hat, ist diesmal schon dein Thema, nämlich deshalb, weil du einer der „Abgeblitzten“ bist.

Hilfestellung zum Hervorlocken alter Erinnerungen!!

Beim Bestellungsvorgang 2009 hat sich außer den Namen der handelnden Sektionschefs (die aus 2005 sind in Pension oder in andere Sektionen versetzt worden) gegenüber 2005 nichts ver- oder geändert, alles ist (fast) gleich geblieben.

Der gravierende Unterschied von 2005 zu 2009 ist jedoch, daran muss ich dich, lieber Franz-Joseph, unbedingt erinnern: 2005 warst du kein Bewerber und deshalb gab es für dich auch keinen Grund, aufzuschreien. 2009 warst du ein Bewerber und deshalb gibt es für dich auch einen Grund, aufzuschreien.

Zwei Dinge sind dir allerdings sehr gut gelungen

Du hast die Frage „ist da jemand?“ beantwortet und damit sollte die Behindertensucherei endlich abgeschlossen sein. Dir ist das gelungen, weil du bei Licht ins Dunkel eingeloggt und als einer der Menschen mit Behinderung, die dort ja als arme benachteiligte Behinderte notwendig sind, in der Weihnachtszeit aus dem Dunkel gewagt und zusätzlich ordentlich vermarkten können.

Du hast die Gunst und Zeit, also die Weihnachtszeit, in der ja nachweislich die Tränendrüsen der Menschen leichter zu aktivieren sind, für dich hervorragend genutzt. Damit hast du Sozialminister Huntsdorfer, den weisungsgebundenen Sektionschefs und der befangenen Organisation bewiesen, Erfahrung in der Öffentlichkeitsarbeit hast du. Die kannst du jetzt nachreichen.

Du hast dich zum „armen Behinderten“, der, trotzdem viel Last rollen kann, gemacht. Und obwohl du eben so „gut“ bist, sind ALLE – vom Sozialminister, über die Sektionschefs bis hin zu den Behindertenorganisationen, die auf öffentliche Gelder angewiesen sind – gegen dich.

Währest du nur ein einziges Mal mit der Wahrheit herausgerückt und hättest öffentlich das gesagt, was du mir am Telefon erzählt hast, nämlich, dass es nicht sicher ist, ob dir deine Parteifreunde der ÖVP dein Nachrückermandat, also dass du wieder Abgeordneter der ÖVP im Parlament sein wirst, geben werden, dann hätte ich persönlich Verständnis dafür, dass du in dieser nachvollziehbaren Panik ungebremst in das ganze Dilemma hineingerollt bist.

Dafür hätte ich persönlich für dich und deine Aktion zumindest versuchen können, Verständnis aufzubringen. Für dich als gehorsamer ÖVP-Mann ist das aber nicht machbar. Die Loyalität gegenüber deiner ÖVP ist in den 6 Jahre, in der sie dir ein ÖVP-Abgeordneten-Mandat zuerkannt, jetzt aber nicht mehr geben will, viel höherrangig, als Ehrlichkeit gegenüber den Menschen mit Behinderungen. Das finde ich zum Kotzen.

Hier beginnt der Werbebereich Hier endet der Werbebereich
Hier beginnt der Werbebereich Hier endet der Werbebereich

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

0 Kommentare

  • Es tut mir leid, aber ich will jetzt ganz ehrlich zu Euch sein! Ich habe herzhaft gelacht, als ich diese Forumsbeiträge zu diesem Artikel gelesen habe. Ich erachte es nämlich als nichts Anderes, als einen weiteren Beweis dafür, dass es auch unter den Behinderten im gleichen Maße abgeht, wie dies unter Nichtbehinderten der Fall ist. Es menschelt und politisiert sich überall zumeist ein Bisserl weit über Gebühr. Und: Ich erkläre mir das humorvoll, die in Wahrheit traurige Realität der Menschheit: Sehen wir das als integrativen Beitrag so unterm Motto: Na, so viel anders sa ma jo a net!

  • @herr miskulnig: ich meine die nachrichten und nicht das forum. ins forum kann jedeR schreiben, nachrichten wählt die redaktion aus, da kann nicht jedeR seine artikel reinstellen.

  • @Frau Brozek: Könnten Sie dass bitte tewas näher erklären? was heißt „kein meidum nimmt jeden Beitrag“ in Bezug auf BIZEPS? Sollte die Redaktion Ihrer Meinung nach sämtliche Artikel entfernen, die laut Redaktionsmeinung zu Meinungsverschiedenheiten führen könnten?
    Auch wenn es manchmal peinlich ist schätze ich BIZEPS Info vor allem deshalb, weil wirklich JEDER seine Meinung abgeben kann und im Forum nachlesen kann, ob andere Leser mit ihm übereinstimmen. Welche Meinung die Redaktion vertritt tut sie ja durchaus kund. Auch ich persönlich bin der Redaktion für ihre Offenheit dankbar, weil ich dadurch zu Themen eine Meinung abgeben konnte, die NICHT mit der „breiten Masse“ in der Behindertenbewegung übereinstimmt, und die Reaktinen darauf lesen konnte.
    Was sollte die Redaktion Ihrer Meinung nach tun? Sorry aber da komme ich nicht ganz mit.

  • liebe Klaudia, ich danke dir für deine Worte! ich hab bis jetzt gezögert, meine meinung hier zu schreiben – ich wollte dem ganzen nicht noch mehr energie beisteuern. aber du hast es einfach so gut auf den punkt gebracht: es ist erbärmlich wie sich die Behindertenbewegung mit solchen aktionen blamiert und es macht mich sehr traurig. am meisten bedrückt mich jedoch eines: warum bietet BIZEPS-INFO eine plattform dafür? kein medium nimmt jeden beitrag. bitte lasst uns auseinandersetzungen intern austragen. lasst uns kreative formen dafür finden – aber bitte nicht wie in einer „römischen arena“.

  • Liebe Theresia – meine Freundin! Ich melde mich hier nur wirklich schwer und ungern öffentlich zu Wort – MUSS es aber. Was zwischen Franz-Joseph und dir DAMALS persönlich war, im vertrauten Gespräch zwischen zwei verschiedenen Parteien ablief, das weiß ich zum Teil vor allem von dir und der Rest interessiert mich nicht. Ich finde es äußerst unge-recht, wie du Franz-Joseph hier bloßstellst in aller Öffentlichkeit.

    Unbestritten, der von dir aufgelisteten Punkte, wo jedeR der Eingeweihten und an dem Beh.Anwalts-Posten Interessierten hätte nachfragen und sich die strittigen oder unklaren Punkte näher erklären hätte lassen sollen, bevor eine Kanditatur erfolgte. Mir erscheinen die Anforderungspunkte logisch, nachdem das Beh.Gleichstellungsgesetz nicht viel weiter abzielt als auf den Arbeits- und Sozialrecht, die insbesondere im Bereich des Bundes angesiedelt sind. Wir alle müssen dafür kämpfen, dass auch die Länder und Gemeinden ihren Auftrag gesetzlich festhalten und mit 15 a-Verträgen vollziehen.

    Ich HASSE diese Auseinanderdividiererei zwischen 9 so kleinen Bundesländern in Sachen, die für alle ÖsterreicherInnen, ob behindert oder nicht, ganz besonders wichtig sind! Der Sozial-, Gesundheits-, Bau- und Menschenrechtsbereich (wo auch ich uns behinderte Menschen sehe) gehört in Bundes-Hand! Wenigstens ist es dann nur EIN Ort, wo wir kämpfen müssen.
    Mehr sage ich jetzt nicht, weil sonst müsste ich weinen, dass nicht einmal WIR von der unbedarften, weil nicht bundesfinanzierten Beh.Bewegung, uns EINS sind, einander unterstützen als in den Boden zu stampfen. Bist DU noch ein Teil von UNS, der SLIÖ, wo du Geld hast, deine Assistenz, dein Leben zu finanzieren, ohne dass du auf staatliche „Beihilfen“ angewiesen bist? Ich würde mich freuen, wenn du noch auf unserer Front kämpfst. Dann lasse BITTE solche Sachen! Es dient unserer Sache nicht. Ich stehe für Franz-Joseph ungeteilt ein – er wäre mir ein äußerst professioneller Beh.Anwalt. Alles andere müsste sich regeln lassen.

  • Ich habe Fr. Haidlmayer vor 10 Jahren in Bad Hofgastein (Kuranstalt)kennengelernt und muß sagen dass sie privat die *gleiche primitive Art* hat mit Menschen umzugehen.

  • Sehr geehrte Fr. Haidlmayr! Mir scheint Sie werden von Hr. Buchinger geschickt, denn dass was Sie aufführen ist nicht mehr normal! Anstatt zusammenzuhalten, attackieren Sie Hr. Dr. Huainigg!

  • Denn wenn dem nicht so wäre, warum hat man dann von den anderen Bewerbern wie Herrn Höllerer nichts gehört, zumal dieser im Gegensatz zu vielen anderen Bewerbern die juristische Kompetenz wirklich mitbringt?

    Die Diskussion sollte uns zeigen, dass ein derartig aufgeladenes Thema viel besonnener behandelt werden wird müssen, um in der Öffentlichkeit genau diese Einigkeit zu demonstrieren, die Frau Srb zurecht fordert.
    Außerdem bleibt für mich noch die Frage, ob ein behinderter Behindertenanwalt wirklich der Weisheit letzten Schlusses ist, da dieser immer Gefahr laufen wird, genau seine eigene Behinderung und die damit verbundene Geschichte als besonders vertretenswert zu betrachten, was auch normal ist, den ich kenne keinen LKW-Fahrer, der sich mit aller Kraft für Radfahrer einsetzt, oder? Egal, wird der zukünftige Behindertenanwalt sein wird, wird es unsere Aufgabe als Betroffene sein, diesem/dieser konstruktiv auf die Finger zu klopfen.
    Abschließend noch eine Anmerkung zum Geschlecht des Behindertenanwalts: ganz kann ich denn Einwand von Frau Heidlmeyer nicht verstehen, denn ich kenne keine Ausschreibung, in der steht, dass sich Frauen explizit nicht bewerben sollten. Nachdem nie von einer Frau die Rede war, gehe ich nicht davon aus, dass sich eine solche auch beworben hat…

  • Danke für die Diskussion! Ich finde sie mehr als interessant unter erkenntnisreich:
    1) ein an und für sich sehr seriöses und offenes Forum wie jenes von Bizeps wird von zwei Personen dafür missbraucht, ihre parteipolitischen Standpunkte gegenseitig anzuprangern, die sie selbstverständlich unter dem Deckmantel, stets für behinderte Menschen ja das Beste zu wollen. Genau das Gegenteil ist der Fall: weder Herr Dr. Huainigg, noch Frau Heidlmeyer können von sich behaupten, politisch deren Standpunkte nicht zu vertreten, was auch natürlich wäre, weil sie durch eine bestimmte Partei eine gewisse Zeit im Parlament verbringen durften. Daher ist es auch nicht zweckdienlich den behinderten Menschen gegenüber, verschiedene Maßnahmen, die zweifelsohne Positives bewirkt haben, auf Einzelpersonen herunter zu zentrieren: Nimmt man den Beispielsektor Arbeit her, so erfahren wir tagtäglich durch Medienberichte, dass weder eine Überbewertung des Staates durch Gegebenheiten wie dem so genannten Kündigungsschutz, noch die totale Aufhebung dieses Instrumentariums, wie es vor allem vom Wirtschaftsflügel der ÖVP gefordert wird, der Weisheit letzten Schlusses ist. Frau Heidlmeyer, Herr Dr. Huainigg, ich möchte an dieser Stelle einen Spruch bemühen, der nirgendwo besser passt, als zu dieser Thematik: fangen sie vor der eigenen Tür zu kehren an, dann ist es früher oder später überall rein.
    2) ich gebe Frau Srb hundertprozentige Recht, dass diese Diskussion mehr schadet als bringt. Daher wäre es an der Zeit, so glaube ich, dass das Team von Bizeps diese Diskussion beendet und das Forum zu diesem Thema schließt. Auch wird es in Zukunft notwendig sein, ein derartig heikles Thema Optik tiefer zu berichten, so dass nicht eine politische Diskussion daraus entsteht, die voll und ganz von dem abweicht. Dass Heer Huainigg überhaupt die Möglichkeit hatte, in einer Zeitung seinen Standpunkt darzulegen, zeigt einmal mehr, dass seine parteipolitischen Funktion im wieder einmal mehr geholfen hat.

  • @Theresia Haidlmayr – Wem Interessiert´s ob Du ein Reststimmenmandat auf Bundesebene von den Grünen hattest? Nach 14 Jahren Parlament solltest Du klüger geworden sein – Annemarie Srb-Rössler bringt es auf den Punkt – unwürdig – jedoch trifft Dich die Hauptschuld an diesem unter-griffigen „Kasperltheater“ dass uns hoffentlich nicht so schadet wie Annemarie meint, da ja allgemein bekannt ist, dass Du in den charmanten Ex-Minister Buchinger „verliebt“, bzw. ein gute Freundin von ihm bist – liebe Resi..

  • Ich bin sehr betroffen über diese Auseinandersetzung und gleichermaßen auch traurig darüber, dass sich zwei führende Repräsentanten der österreichischen Behindertenbewegung die ich beide schätze ein derart unwürdiges Gefecht in der Öffentlichkeit liefern.

    Beide – Theresia ebenso wie Franz-Joseph – scheinen sich vielleicht nicht im Klaren zu sein, wie verheerend die Außenwirkung ihrer Auseinandersetzung ist. Eine Außenwirkung, die uns allen auf den Kopf fällt und die zur Folge haben kann, dass die Beamten in den Ministerien und auch die Politiker wieder sagen werden „Na ja, die Behinderten sind sich ja wieder nicht einig“ und dies als Ausrede bei ihrem Handeln verwenden werden.

    Unser Land geht meiner Meinung nach stürmischen Zeiten mit einem Abbau von Sozialleistungen und Verschlechterungen im Gesundheitsbereich entgegen und wir ALLE werden unsere Kräfte benötigen um uns gegen ungerechte Maßnahmen und für den Kampf um unsere Menschenrechte zur Wehr zu setzen. Dafür müssen wir all unsere Kräfte bündeln und dürfen uns nicht in rechthaberischem Gezanke verzetteln.

  • Insider, noch eine Info, ich hatte mein Mandat nie aus Oberösterreich, die ganzen 14 Jahre lang nicht, ich hatte IMMER ein Reststimmenmandat auf Bundesebene. Ich denke, dass müsste als Insiderwissen schon bekannt gewesen sein. Es würde mich auch interessieren, warum du dich nicht zu erkennen gibst, also mit deinem vollen Namen auftrittst. Das ist sicher auch nicht grundlos oder?

  • @Theresia Haidlmayr – Nochmals: Ich finde das „politische Hickhack“ zu kotzten“! Was mich besonders an Deinem Artikel gestört hat ist Deine unfaire Polemik speziell bezüglich Weihnachtszeit – und der „Nicht ins Dunkel“ Aktion von Franz Joseph. Auch wenn Du in Wien lebst, hast Du Deine Wurzeln in Oberösterreich und hattest Dein NR. Mandat von den „Grünen“ aus dieser schönen Gegend aus Österreich. Warum diese Angriffslust – möchtest Du wieder ins Parlament? – Trotz Allem: Alles Gute im neuen Jahr liebe Resi! Weniger ist manchmal mehr …
    @Engelbert Fink: Danke für Ihr Statement – Sie treffen „den Nagel auf den Kopf“

  • Wenn sich die wenigen AktivistInnen mit Behinderung immer so gegeneinander verbeißen, dann wundert mich nicht, warum es so viele Missstände gibt, an denen sich nichts ändert. Hier kann und darf es nicht um persönliche Eitelkeiten, Verletzungen und Gesichtswahrungsaktionen gehen. Es muss um die Anliegen der behinderten ÖsterreicherInnen gehen. Bei aller berechtigten Kritik wäre mehr gegenseitige Solidarität wirklich angebracht. Und es stimmt: Huainigg als Parlamentarier wäre für mich der wesentlich bessere Job des Frühstücksdirektors Behindertenanwalt.

  • Na super, jetzt geht´s um Richtigstellungen, Unwahrheiten, was und wie war es das letzte Mal. Hat wahrscheinlich niemand daraus gelernt, da kommt gleich der nächste und sagt, „na ja die Behinderten“, bringen ja sowieso nichts zustande. Wir drängen uns mit einer solchen Diskussion selbst ins Abseits, unsere wirklichen Interessen werden wieder nicht gehört.

  • Lieber Insider, irgendwie muss dir, als Insider, doch was entgangen sein. Ich lebe Jahren nicht mehr in Oberösterreich, sondern habe meinen einzigen Wohnsitz in Wien. Das nur zur Info

  • Inhaltlich kann man von diesem Artikel halten was man mag, orthografisch/stilistisch belegt er eindrucksvoll anhand einer ehemaligen Abgeordneten das Abschneiden von Österreich bei PISA!

  • Lieber Franz Joseph,
    wenn du meine Frage, warum dir die ÖVP dein NR Mandat nicht mehr geben will und warum du da nicht ordentlich auf den Tisch haust, eine Beschimpfung ist, ja dann hab ich dich beschimpft.
    Über das Thema, warum du ein Schlichtungsverfahren gegen das Sozialministerium beantragst, haben wir gar nicht gesprochen. Ich würde mir wünschen dass du auch da die Wahrheit sagst. Du weißt, dass ich dich als Person sehr gern mag und ich froh bin, dass du wieder so aktiv sein kannst. Was ich aber nicht mag ist, dass du zwei Dinge zusammen mischt, nämlich Privat und Parteipolitik. Nochmal, mir ist es wurscht, wer Behindertenanwalt ist. Übrigens könnt ich mir auch vorstellen, dass die Zeit eigentlich reif dafür wäre, über eine Frau als Behindertenanwältin zu diskutieren, wobei ich gleich festhalte, ich würde mich um diesen Job nicht bewerben, weil ich die vielen Reisen zu den Sprechtagen etc. gar nicht mehr bewältigen könnte, dass wäre weit über die Grenzen von dem, was ich mir mit meiner Behinderung abverlangen könnte.

  • Zum kotzen finde ich, wenn sich Menschen, die sich in den selben Behindertenproblemen engagieren gegenseitig niedermachen statt sich über Parteigrenzen hinweg zu unterstützen und damit dem Anliegen zu nützen. Ich habe auch Theresia Haidlmayr in ihrem Engagement bewundert, aber diese öffentliche Äußerung finde ich nicht hilfreich. Kann man nicht die vielleicht auch berechtigte Kritik intern diskutieren und sich trotzdem gegenseitig unterstützen? Am abstoßendsten und am wenigsten hilfreich ist jedenfalls parteipolitisches Hickhack!

  • @anonym: Bravo!
    Politik ist eine Freundalwirtschaft! Mich wundert schon lange, dass kein Behindertenvertreter, wenn er seine Leistungen kundtut anmerkt, dass dies ohne Mithilfe der Parteifreunde kaum möglich gewesen wäre. (Selbst die Spitzenpolitiker bedanken sich immer wieder bei ihren Parteikollegen. Und es erstaunt mich gerade bei Huainigg seit Jahren, dass er es immer wieder schafft vorzugeben, AUSSCHLIESSLICH für Behinderte zu handeln, wo bei etwas näherer Hinsicht parteipolitische Überlegungen nicht zu verkennen sind.

    Glaubt ihr denn es war ein Zufall, dass die Aktion „nicht ins Dunkel“ ausgerechnet 2007 gestartet wurde, nachdem die bei ÖVP-Parteitagen Beifall klatschende Intendantin Lindner (zuvor Chefin des ORF NÖ zu E. Prölls Gnaden) und der ebenfalls ÖVP-Treue Mück vom SPÖ-Treuen und seiner Zeit von Vranyzky unterstützten Wrabetz abgelöst wurden?
    Allerdings sollten wir akzeptieren, dass eine gewisse Anpassung an die Politik zum Erreichen von Zielen eben notwendig ist. (Wieso soll eine Partei jeamndem einen Posten geben, wenn er nichts für sie tut)?

  • Lieber Franz Joseph, ich wünsche Dir und Deiner Familie alles Gute für 2010! Lass Dich nicht unterkriegen, viel Kraft und Mut bei Deinen weiteren Aktivitäten für alle Betroffenen. Herzlichst Pepo Meia

  • Mir kommts so vor als gehts hier von Anfang an gar nicht um die Sache selbst, sondern, so wie es ja eigentlich immer in der Politik is, um einen Farbenstreit. Der is Rot, der hat den Job nur bekommen weil da ein Roter was zu sagen hat. Ich bin Schwarz, hab deswegen den Job nicht bekommen, aber weil ich das ja so nicht sagen kann, weils ja gang und gebe is, sag ich einfach, ich wurde wegen meiner Behinderung diskriminiert, dann kann ich da was raus schinden.
    Es sollte jeder wissen, dass in der Politik sowieso alles eine Freundalwirtschaft ist (zerreißt mich jetzt für den Satz) und deshalb sollte man da jetzt nicht so den Wind draus machen. Ich frag mich ja, warum die anderen beiden Bewerber nicht was unternehmen, oder hört man von denen einfach nix oder, gar kaum zu glauben, sie wissen wies rennt in der Politik und schieben nicht ihre Behinderung vor um was raus zu schinden.

  • Köstlich was sich hier nun abspielt. Da schiessen sich die Betroffenen gegenseitig in die Knie. Nicht die gemeinsamen Ziele stehen voran, sondern die eigene Suppe besser und sauerer kochen. Dümmer als erlaubt. Wenn sich zwei streiten, freut sich der Dritte. Und das könnte noch knüppeldick kommen. Die Gelackmeierten sind die Betroffenen.

  • Zur Richtigstellung von Theresia Haidlmayr’s Beitrag: Dieses Statement ist doch sehr verwunderlich und außerdem falsch. Daher möchte ich folgendes klarstellen:

    1. Resi hat mich am Montag per SMS um einen Rückruf gebeten. Am Telefon hat sie mich heftigst beschimpft und beflegelt, warum ich ein Schlichtungsverfahren gegen das Sozialministerium beantrage. Ich habe das sehr merkwürdig gefunden, da sie doch auch immer wieder behinderte Menschen auffordert, sich bei vermeintlichen Diskriminierungen zur Wehr zu setzen. Auch die Nachfolgerin von Resi Haidlmayr bei den Grünen, Helene Jarmer, hat öffentlich gefordert, dass das Ministerium die Begründung für die Entscheidung offenlegt. Nichts anderes tue ich mit meinem Schlichtungsverfahren, dass ich vom Ministerium eine Offenlegung der Begründung verlange.
    2. Sie unterstellt mir, dass die ÖVP mir keine Chance gibt ins Parlament zurückzukehren und gleichzeitig behauptete sie, ich brauche doch nicht für den Behindertenanwalt zu kandidieren, da ich Mitte Jänner wieder im Parlament sein werde, da Molterer einen Job in der Wirtschaft übernimmt. Fakt ist: Dass die ÖVP nach wie vor ein massives Interesse daran hat, dass ich wieder im Parlament tätig bin. Auch deshalb haben sie mich zu einem kooptierten Mitglied des Klubs gemacht. Meine Bewerbung zum Behindertenanwalt ist mein persönliches, berufliches Interesse.
    3. Resi Haidlmayr wird im Standard mit dem Satz zitiert: „Vier Radln unterm Hintern sind auch noch keine Qualifikation.“ Liebe Resi, wie du weißt, habe ich auch schon in meiner Zeit vor dem Nationalrat im Behindertenbereich politisch viel getan, auch in meiner Zeit als Abgeordneter ist sehr viel weitergegangen so dass viele mir gratuliert haben, wie sehr es mir gelungen ist gegen Jahrzehntelange Widerstände behindertenspezifische Anliegen durchzusetzen (Persönliche Assistenz am Arbeitsplatz, Gebärdensprache in der Verfasssung, Behindertengleichstellungsgesetz, integrative Berufsausbildung, persönliche Assistenz GukG, Aufhebung der Berufszugangsbeschränkungen…). Es hat mich sehr verletzt, und es ist mir zum ersten Mal passiert, dass mir jemand die Behinderung zum Vorwurf macht. Und nächstes Mal, liebe Resi, ich habe nicht nur vier Räder unterm Hintern, ich habe auch ein Loch im Bauch und ein Beatmungsgerät am Rücken. Auch keine Qualifizierung aber diese ist eine Lebenserfahrung, die anderen Qualifizierungen sind auf meiner Homepage: http://www.franzhuainigg.at unter „Behindertenanwalt?“ nachzulesen.
    4. Es gibt einen gravierenden Unterschied zu 2005: Damals war auch Klaus Voget in der Bestellungskommission. Er hat aber nach der lautwerdenden Kritik öffentlich darauf verwiesen, dass die Kommission keine Reihung vorgenommen, sondern lediglich die Vollständigkeit der Einreichungen überprüft hat. Diesmal hat die Kommission jedoch eine Reihung einstimmig vorgenommen und Präsident Voget hat diese mitbestimmt und mitgetragen.
    Im Übrigen stellt sich mir die Frage, warum Resi Haidlmayr dermaßen emotional gegen ein Verfahren gegen eine Diskriminierung eintritt?

    Franz-Joseph Huainigg

  • Danke für diesen ehrlichen Beitrag, welche ich seit langem, hier auf Bizeps-online vermisse. Profitdenken der „Vereine“ – „Geschäftsführer“ – „ÖAR“ scheint im Vordergrund zu stehen und „Buckernl“ ist in Österreich nach wie vor modern, es geht gar nicht mehr um Menschen mit Behinderung! Leider spielen sich auch die „wirklich“ Behinderten, gegenseitig aus – schlimm! Unsere Uneinigkeit ist die Macht für die Politik! Ihnen lieber „Franz-Joseph“ sage ich mE, ihr Spielchen mit dem Kündigungsschutz (in Zeiten wie diesen) zeigt doch nur auf – der Wirtschaftsflügel der Partei (auch ÖAR) hat auch Sie voll im Griff! Es bleibt nur zu hoffen 2010, gibt es neue Chancen …

  • Ich finde den Artikel zwar interessant, jedoch die Art und Weise wie „Franz Joseph“ herabgewürdigt wird finde ich zum „kotzten“. Liebe „Resi“. Erinnere Dich: Wie angerührt Du mit Recht warst als Du Dich nicht einmal mehr einer Abstimmung bei den „Grünen“ gestellt hast, weil Du von einer Parteikollegin beleidigt wurdest, da Du wider erwarten erneut kandidieren wolltest. Ich finde das „politische“ Hickhack zu kotzten“! Liebe „Resi“ bleib in Oberösterreich und mach Dich Dort für behinderte Meschen stark.