Linz: „Notlage im Mobilitätsbereich“

Die Selbstbestimmt Leben-Initiative Linz (SLI Linz) veranstaltete am 2.12.96 anläßlich des "Europäischen Tag der behinderten Menschen" eine Testfahrt mit den Niederflurbussen der ESG.

Fahrer legt Rampe an Linzer Bus an
Ertl, Ing. Günther

Wir Rollstuhlfahrerlnnen fuhren unabhängig voneinander auf verschiedenen Linien – mit einigen Zwischenstopps – in Richtung Innenstadt.

Die Wetterlage war der Jahreszeit entsprechend schlecht – eine gar nicht seltene Gegebenheit! Und prompt kam es zu einer Reihe von Problemen: Viele Busfahrer konnten mit ihren Fahrzeugen nicht oder, nicht nah genug an den Randstein zufahren.

Aus diesem Grund wurden die bei den Linzer Niederflurbussen im Einsatz befindlichen auflegbaren Rampen – trotz betätigtem Kneeling – gefährlich steil und konnten zum Teil nur mit Hilfe zweier Personen überwunden werden. Davon abgesehen, waren sie rutschig und dreckig!

Eine Aktivistin wurde von einem Fahrer auf die Beförderungsbedingungen der Linzer Verkehrsbetriebe hingewiesen, wonach sie als Rollstuhlfahrerin nicht ohne Begleitperson hätte mitfahren dürfen!

Anschließend trafen wir uns zum gemeinsamen Erlebnisaustausch im Linzer Klosterhof, zu dem wir auch Zeitungs- und ORF-Leute eingeladen hatten. Höchstwahrscheinlich war es ihnen jedoch zu kalt und zu naß. Es kam auf jeden Fall niemand!

Eine Gelegenheit, auf die Notlage behinderter Menschen im Mobilitätsbereich öffentlich hinzuweisen, erhielten wir von Radio OÖ. im Rahmen der Sendung „Autofahrer unterwegs“.

Abschließend sammelten wir unsere „Ergebnisse des Tages“ und leiteten sie an die Linzer Verkehrsbetriebe sowie an die Stadtpolitikerinnen weiter, mit der Aufforderung, den „Notstand behinderter Menschen in Bezug auf Mobilität“ zu prüfen und notwendige Schritte zur Beseitigung dieser Situation einzuleiten und voranzutreiben.

Gleichzeitig wiesen wir auf die gegenwärtige Lage hinsichtlich des Behindertenfahrdienstes (ASB) hin und wandten uns in dieser Angelegenheit an die „Finanzquellen“ Land OÖ. und Stadt Linz.

Und weil es gar so weihnachtet, wünschen wir uns, daß etwas in Bewegung kommt!

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