London: Gelungene Inklusion hinter der Kamera bei der BBC

Der britische Sender BBC engagiert mit dem Schauspieler George Webster erstmals einen Moderator mit Down-Syndrom.

George Webster
CBeebies / BBC

Als großartiges Vorbild wird der 20-jährige Schauspieler George Webster in einem Artikel des Guardian beschrieben. Webster hat das Down-Syndrom und wird in Zukunft einer der Moderatoren der Kindersendung CBeebies sein.

Schon vor seinem Engagement war Webster als Botschafter des Hilfsvereins Mencap aufgetreten und sprach in einem Video für BBC über das Down-Syndrom. In einem Video des Senders CBeebies, in dem George dem Publikum präsentiert wird, sieht man dem jungen Schauspieler seine Freude richtig an. „Ich bin so stolz und aufgeregt, endlich anzufangen“, sagt Webster über sein Engagement.

Webster freut sich darauf, neue Leute kennenzulernen. Besonders freue er sich aber darauf, die Figur Dodge T. Dog kennenzulernen. Der Plüschhund ist Teil der CBeebies-Crew.

In dem Video treten er und Dodge bereits gemeinsam auf. In einem anderen Statement gegenüber dem Guardian sagt Webster, dass er als kleines Kind ein großer Fan der Sendung CBeebies war. Auch betont er, wie sehr ihn seine Familie immer unterstützt hat:

Sie haben mir immer gesagt, dass ich alles erreichen kann. Ich liebe meine Mutter so sehr und sie unterstützt mich die ganze Zeit.

BBC lebt Diversität

Das Engagement von George Webster sorgte schon für zahlreiche positive Reaktionen. Die Schauspielerin Sally Phillips z.B., die selbst einen Sohn mit Dow-Syndrom hat, ist begeistert: „Das bedeutet uns so viel, und ist George nicht wunderbar?“

In der Sendung CBeebies ist Diversität immer wieder Thema. So machte die Sendung im Zuge des Todes von George Floyd 2020 die Kinder auf das Thema Rassismus aufmerksam. 2009 gab es bereits eine Moderatorin mit Behinderung.

Der Schauspielerin Cerrie Burnell fehlt ein Unterarm. Ihre Arbeit für die Sendung im Jahr 2009 führte damals noch für Kontroversen. Umso glücklicher ist sie jetzt über Websters Engagement: „Eine absolute Freude. Vielleicht hat sich die Welt in den vergangenen Jahren ja doch verändert.“

Auch der Sender BBC ist froh über seine Wahl. Man habe sich für George entschieden wegen seiner warmen und mitreißenden Persönlichkeit und seines fröhlichen Auftretens, sagt die BBC gegenüber dem Grantham Journal.

Leider nicht selbstverständlich

Das Engagement von George Webster bei er BBC ist nicht selbstverständlich in der heutigen Medienlandschaft. Der ORF könnte sich von der BBC eine Scheibe abschneiden, so Martin Ladstätter, Obmann von BIZEPS:

Bei uns dürfte George Webster wahrscheinlich beim ORF bestenfalls bei der Sendung ‚Licht ins Dunkel‘ arbeiten.

Dass ein junger Mann mit Down-Syndrom es bei einem großen britischen Sender wie der BBC vor die Kamera geschafft hat, ist, sicherlich ein weiterer kleiner Schritt hin zu einer inklusiven Medienlandschaft.

Bleibt nur zu hoffen, dass es nicht bei einem Engagement in einer Sendung bleibt, sondern dass es immer selbstverständlicher wird, dass Menschen mit  Behinderungen in verschiedenen Sendungen bei verschiedenen Sendern auf der ganzen Welt vor der Kamera stehen.

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