Mahnwache behinderter Menschen vor dem Sozialministerium

"Persönliche Assistenz ist ein Menschenrecht" - Endlich österreichweit umsetzen

BIZEPS
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„Wir fordern eine bundeseinheitliche Regelung zur Finanzierung von Persönlicher Assistenz für Menschen mit Behinderungen“, sagt Annemarie Srb-Rössler, Obfrau des Behindertenberatungszentrums BIZEPS in Wien anlässlich des heutigen „Europäischen Protesttags für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen“.

Zur Durchsetzung dieser Forderung veranstalten Menschen mit Behinderung heute um 10 Uhr eine Mahnwache vor dem Sozialministerium.

Persönliche Assistenten bzw. Persönliche Assistentinnen helfen und unterstützen Menschen mit Behinderungen nach deren Anleitung in allen Bereichen des täglichen Lebens.

„Leider hat der Sozialminister bisher keinerlei Interesse daran gezeigt, in diesem für uns wichtigen Bereich tätig zu werden“, kritisiert Srb-Rössler und verweist in diesem Zusammenhang auf das bisher nicht umgesetzte Regierungsprogramm sowie auf die für Österreich bindenden Vorgaben der UN-Behindertenrechtskonvention.

Zwar existieren in den Ländern bereits teilweise gute Ansätze einer Finanzierung der Persönlichen Assistenz (Beispiel: Land Wien), doch sind die bisherigen Angebote in jedem Bundesland anders und ungenügend.

„Es geht nicht an, dass sich der Bund völlig aus der Verantwortung stiehlt“, betont Srb-Rössler und verweist auf die Lösung beim Pflegegeld, dessen Finanzierung sich der Bund gemeinsam mit den Ländern teilt.

„Wir brauchen eine tragfähige Lösung und fordern vom Sozialminister, endlich die dazu notwenigen Aktivitäten zu setzen“, so Srb-Rössler abschließend.

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0 Kommentare

  • @dorothea: Stimm Dir 100 % ig zu. Aber ich geb auch zu bedenken, dass es einen Unterschied macht, ob man 250 oder 500 Stunden bewilligt bekommt.

  • ich kenne eine junge frau in wien, die braucht 24 std jemand um sich, hat PG 7 und bekommt vom fsw nur 8 std. WÖCHENTLICH PA!!! den rest (also über 95 %) macht ihre über 60jährige alleinstehende mutter, die daran fast zugrunde geht!!!! wohin könnte die sich wenden?

  • @martin: du hast natürlich mit deinem bsp der 250 std deckelung recht. doch die deckelung in wien schaut halt anders aus. keine/r weiss wie tatsächlich die zuerkennung der stunden sich zusammensetzen u die meisten bekommen nicht ihren tatsächlichen bedarf. wenn wer verheiratet ist, werden gleich mal ein paar abzüge gemacht, weil der/die partnerin quasie „verpflichtet“ ist … oder wie würdest du das in wien bezeichnen, wenn wer PG 7 hat und trotzdem nicht 24 std zuerkannt bekommet?

  • @Dorothea: Einen wichtigen Pluspunkt der Wiener Regelung in deiner Aufzählung ergänzen: Wien hat keine unsinnige Deckelung der Stunden bei unsinnigen Schwellen von 200-250 Stunden, wie das leider eine Reihe von anderen Bundesländern macht.

    Die Konsequenz einer Deckelung bei beispielsweise 250 Stunden ist, wie kürzlich beim PA-Kongress von einem Vortragenden schön aufgezeigt, dass Personen mit Stufe 6 und 7 kaum Persönliche Assistenz beziehen, weil es sich eh nicht ausgeht. Aber wenn diese Personen wieder keine Chance haben, dann wird das NIX mit der Heimauflösung; die so wichtig ist.

  • Frau Brozek – genau so ist es!! Dennoch weiß ich von zwei Wienern, die trotz Sachwalter PA bekommen, das sind wohl wieder diese Ausnahmen, die gnädigen 8 Stunden pro Woche … und es stimmt, die Heime sind einfach in der heutigen Zeit nicht mehr zeitgemäss. Damals nach dem Krieg war es nötig und gut, aber heute eben nicht mehr. Der Zeitgeist braucht eben bei den Behörden etwas länger. Vor ca 4 Jahren ist bei unserer NÖ Amts Behörde erst das Internet eingezogen … da gabs dann grossartige Meldungen mit „wir haben auf elektronischem Wege …“

  • hallo unwissender, sie haben recht: die derzeitige wiener regelung für die finanzierung von pers.ass. ist lange nicht so gut, wie sie oft dargestellt wird. ein wesentlicher punkt der sehr gut u wichtig ist: direktzahlungen.

    die kritikpunkte: es sind viele von der leistung ausgeschlossen (menschen, die einen sachwalter haben, menschen mit lernschwierigkeiten, blinde u sehbehinderte menschen..), die leistung ist einkommensabhängig, die zuerkannten stunden sind nicht nach einer transparenten regelung nachvollziehbar und für die meisten zu niedrig bemessen, der geförderte stundensatz lässt keine wahlfreiheit betreffend organisationsform zu und wurde seit 2008 weder der inflation noch der gehaltserhöhungen angepasst. das sind nur die ganz wesentlichen spannungspunkte.

    bei der forderung nach einer bundeseinheitlichen regelung für pers.ass, steht für mich gleichzeitig die forderung nach einem aktionsplan für einen STOP der heime und einrichtungen mit gleichzeiter entwicklung und bundesfinanzierung von individualisierten personellen hilfen für ALLE behinderte menschen.
    pers.ass. ist EINE form von individualisierten personellen hilfen, und wir brauchen eine vielfalt davon. angesichts der sexualisierten und strukturellen gewalt, die einrichtungen verursachen, angesichts der vielen gewalterfahrungen von behinderten menschen in einrichtungen seit zig jahren, haben wir behinderte frauen und männer, die in „freiheit“ leben, die pflicht, diese forderung nach stop der heim immer lauter werden zu lassen.

  • Es wurde ca. 2h gewacht. Es werden aber sicherlich noch weitere Mahnwachen und Demonstrationen folgen, deren Termine dann auch rechtzeitig bekannt gegeben werden.

  • Wie lange wird denn gewacht?

  • Hallo! In diesem Artikel wird Wien als) positives) Beispiel angeführt. Eine Verständnisfrage: ich höre immer wieder, dass die momentane Regelung zur persönlichen Assistenz ausschließlich körperbehinderten Menschen beziehungsweise unter diesen „nur“ Rollstuhlfahrern vorbehalten ist. Stimmt das? Sollte dem so sein, so vermute ich, dass man leider von keinem ganz positiven Beispiel sprechen kann… DANKE für die Aufklärung und Rückmeldungen!