Mahnwache von Contergangeschädigten

Die Demonstranten erinnern an eines der schwärzesten Kapitel der deutschen Nachkriegsgeschichte.

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52 Jahre nach Markteinführung des Beruhigungs- und Schlafmittels Contergan wird der Hersteller Grünenthal am 2. und 3. Oktober 2009 mit einer Mahnwache vor den Toren der Dalli-Werke und der Firma Mäurer & Wirtz in Stolberg bei Aachen erneut mit den Forderungen der Contergangeschädigten und ihrer Angehörigen konfrontiert.

Die Demonstranten erinnern an eines der schwärzesten Kapitel der deutschen Nachkriegsgeschichte. Die Linke und die Grünen im Bundestag haben sich mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Mahnwache solidarisch erklärt.

Ilja Seifert, behindertenpolitischer Sprecher der Fraktion, betonte in einer Pressemitteilung: „Bis heute haben die rund 2.700 noch lebenden Conterganopfer keine gerechte Entschädigung erhalten. Statt eines Lebens in Selbstbestimmung und Würde erfahren sie neben den körperlichen Schmerzen Demütigungen, Ausgrenzung und Armut.“

Die durch den Protest der Betroffenen in den Jahren 2008 und 2009 erkämpften Verbesserungen des Conterganstiftungsgesetzes können nach Ansicht der Linken nur erste Schritte sein, keine abschließende Lösung. Die bisherigen Bundesregierungen seien ihrer Verantwortung gegenüber den Conterganopfern und ihren Angehörigen nicht nachgekommen, die sie 1972 mit Abschluss des so genannten Vergleichs mit der Verursacherfirma Grünenthal übernommen haben.

Die Linke unterstützt die Verfassungsklage des Contergan-Netzwerks gegen die Bundesregierung und will sich auch in der neuen Wahlperiode für schnelle und spürbare Verbesserungen der Lebenssituation der Conterganopfer und aller anderen Menschen mit Behinderungen einsetzen.

Der sozial- und behindertenpolitische Sprecher der Grünen im Bundestag, Markus Kurth, versicherte in einem Grußwort an die Demonstranten, ihre Sache zu unterstützen. „Ihre Forderungen nach einer würdevollen Lösung, d. h. nach einer gerechten Entschädigung werden von uns Grünen ausdrücklich unterstützt. Bei vergleichbaren Schadensfällen würden sich heutzutage vermutlich für den Verursacher ganz andere Schadensersatzleistungen und Schmerzensgeldzahlungen ergeben“, so Kurth.

Die Grünen wollen sich auch weiterhin dafür einsetzen, den angemessenen Hilfebedarf zu ermitteln und den sich daraus ergebenden finanziellen Schadensausgleich neu zu errechnen. Sie fordern auch die neue Bundesregierung dazu auf, sich in Gesprächen mit der Firma Grünenthal für deren stärkere Beteiligung einzusetzen.

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